Fragen und Antworten bei Arthrose
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Arthrose: die drei wichtigsten Fragen und Antworten

Was sind die drei wichtigsten Fragen, die Arthrose Betroffene haben und welche Antworten gibt es darauf?

In meiner Arthrose Selbsthilfegruppe, bei den Arthrose Selbsthilfetreffen und Begegnungen mit Betroffenen via Mail, Telefon oder auf persönlicher Ebene, tauchen drei Fragen immer wieder auf.

Ich habe deshalb die drei wichtigsten Fragen bei Arthrose für dich zusammengefasst und liefere dazu auch die Antworten. Was sind die häufigsten Fragen?

  1. Ist es Arthrose? Ist es Rheuma oder eine andere Form der Gelenkerkrankung?
  2. Wie können die Schmerzen behandelt werden?
  3. Wie kann man trotz Arthrose Schmerzen in Bewegung bleiben?

Warum ich das weiß, weshalb gerade diese Fragen die wichtigsten drei Fragen für das Arthrose Selbstmanagement und die Arthrose Selbsthilfe sind?

  • weil ich Österreichs einzige digitale Arthrose Selbsthilfegruppe leite und moderiere
  • weil ich mich online mit Betroffenen austausche
  • weil ich Mails und Nachrichten von Betroffenen erhalte
  • weil ich Betroffene auch im realen Leben treffe und mich mit ihnen austausche

Arthrose Selbsthilfe: die drei wichtigsten Fragen

Besonders den Punkt „Betroffene im realen Leben treffen“ möchte ich dir näher erläutern. Wo treffe ich mich mit Betroffenen? Zu welchen Gelegenheiten tausche ich mich mit Betroffenen aus?

Dazu tragen meine Initiativen wie die Arthrose Gesundheitsurlaube und Arthrose Gesundheitstage bei. Im Rahmen dieser von mir initiierten Events treffe ich auf Leidensgenossen und tausche mich in persönlichen Gesprächen mit ihnen aus.

Ein höchst intensiver Austausch mit Betroffenen erfolgt naturgemäß auch dann, wenn man eine Woche lang miteinander urlaubt. So geschehen im Rahmen des ersten Arthrose Gesundheitsurlaubs im April 2018 im Tiroler Ötztal.

Bei gemeinsamen Aktivitäten, Therapien, Mahlzeiten und Freizeit erfährt man so einiges voneinander. Vor allem, wie Betroffene mit ihrer Arthrose und Gelenkbeschwerden und vor allem den Schmerzen umgehen.

Arthrose Selbsthilfe: die drei wichtigsten Fragen und Erfahrungen

Unabhängig davon, ob ich mich mit Betroffenen über meinen Blog, Selbsthilfegruppe auf Facebook, Mail, Messenger oder bei Vorträgen, Gesundheitsurlauben, Kamingesprächen austausche, erfahre ich weit mehr, als nur Fragen zu Arthrose.

Es geht auch häufig um intime Einblicke. Denn Arthrose kann im Berufs- und Privatleben für Einschränkungen sorgen. Deshalb erfahre ich auch, welche Nöte, Ängste und Sorgen die Betroffenen plagen und wie sie versuchen, damit im Alltag umzugehen.

Was erfahre ich von den Betroffenen:

  • Am meisten berührt mich, wie stark Menschen zum Teil von Arthrose betroffen sind. In Form von starken und täglichen Schmerzen. In Form von zum Teil erheblichen Bewegungseinschränkungen.
  • Am meisten leid tut es mir, wenn Betroffene zu starken Schmerzmitteln greifen müssen und diese sehr häufig einsetzen. Was häufig zu weiteren Beschwerden (z.B. Magen-Darm-Trakt, Herz-Kreislauf, etc.) führt.
  • Am meisten überrascht es mich, dass trotzdem viele Betroffene positiv mit ihren Gelenkschmerzen umgehen.
  • Am meisten freut es mich, dass viele Betroffene sich informieren und versuchen sich mit der Angebotsvielfalt bei der Behandlung von Arthrose zurechtzufinden und auch verschiedene Therapien und Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren.

Betroffenen wünschen sich am meisten, dass: 

  • sie kein künstliches Gelenk benötigen
  • sie eine (unausweichlich scheinende) OP so lange wie möglich hinauszögern können
  • die Schmerzen weniger werden
  • die Beweglichkeit besser wird
  • die Arthrose nicht weiter fortschreitet
  • die Ärzte mehr aufklären
  • sie wissen, welche Sportarten man ausüben kann
  • man gute Ärzte findet, die nicht bloß operieren wollen
  • sie wissen, wie und wo man gute Ärzte, Therapeuten, etc. findet
  • sie besser aufgeklärt sind, was man gegen Arthrose tun kann
  • sie häufig im Haushalt alleine sind und mehr Unterstützung bräuchten (z.b. alleine auf den Ergometer steigen)
  • man den Unterschied zwischen Rheuma, Arthrose und rheumatoider Arthritis erklären
  • sie wissen, welche Untersuchungen nötig sind, um Arthrose, Rheuma und rheumatoide Arthritis abzuklären

 

Arthrose Selbsthilfe: die drei wichtigsten Fragen und Antworten

 

Frage Nr. 1 Habe ich Arthrose oder Rheuma?

Meine Antwort auf Frage Nr. 1:

  • Lasse diese Frage unbedingt vom Spezialisten (Internist, Rheuma-Facharzt, Rheuma-Ambulanz) abklären! Warum?
  • Wenn du Rheuma oder eine Form von Rheuma hast (zB. rheumatoide Arthritis) hast, muss umgehend eine Behandlung erfolgen.
  • Bleibt Rheuma unbehandelt, kann es zu irreversiblen Schädigungen der Gelenke kommen!
  • Tipp: Meine Blogbeiträge über die Diagnose Arthrose, über die Rheuma Plattformen in Österreich, die erste Tiroler Rheumaschule, meine Eindrücke vom Tiroler Rheumatag und dem ersten Rheuma Tanzsalon Österreichs helfen dir weiter.

 

Frage Nr.2 Was kann ich gegen die Arthrose und Arthrose Schmerzen tun?

Antwort auf Frage Nr. 2:

  • Hier ist die Bandbreite groß, da die Patienten unterschiedlich von Arthrose betroffene sind und unterschiedliches Schmerzempfinden haben. Die Einnahme von Schmerzmittel ist bei Arthrose Schmerzen bei vielen Betroffenen die erste Wahl. Gegen eine kurzzeitige bzw. „immer wieder mal“-Einnahme ist auch nichts einzuwenden aber ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
  • Die sogenannten NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) haben auch Nebenwirkungen. Dessen muss man sich immer bewusst sein. Auch Infiltrationen in die Gelenke (z.B. Kortison oder Kortison-Hyaluron) dienen erst einmal dazu, zur Ruhe zu kommen und schmerzfreier zu werden. Aber auch Infiltrationen sind keine Langzeitlösung und bergen Risiken.
  • Daher rate ich dir zur Blumenstrauss Therapie. Es bedeutet das Ausschöpfen aller konservativen Möglichkeiten wie Physiotherapie, Faszientraining, Ergotherapie, Osteopathie, das Tragen von Orthesen und Schienen, Maßnahmen wie Akupunktur, Kälte- und Wärmetherapien (Fango, Kaltmoor, Kältekammer, Wickel mit Topfen) und mehr.
  • Auf die Ernährung achten (antientzündliche Lebensmittel, basische Ernährung, Ernährung nach GAT, etc.), Einnahme von Gewürzen, Heilkräuter, Nahrungsergänzungsmittel. Insbesondere aber trotz Schmerzen moderate Bewegung (Radfahren, Schwimmen und Rudern bei Kniearthrose) und Entspannungstechniken wie Thai Chi, Qi Gong, Yoga helfen.

 

Frage Nr. 3 Wie kann ich mich bewegen trotz Schmerzen?

Antwort auf Frage Nr. 3:

  • Wie in Frage 2 schon beantwortet, ist es wichtig, sich trotz Schmerzen moderat zu bewegen bzw. in Bewegung zu bleiben. Aber keine Überbelastung! Wenn das Knie schmerzt oder bei Gonarthrose sind Sportarten wie Radfahren und Rudern hilfreich.
  • Weniger eignen sich Stop-and-Go Sportarten wie Tennis. Bergab-Gehen beim Wandern ist ebenfalls ein No-Go. Lieber mit der Gondel rauf und runter und am Berg oben eine schöne Panoramawanderung mit Aussicht machen.
  • Wenn gemütliches Wandern, Nordic Walking, Spazieren gehen, Schwimmen etc. aufgrund starker Schmerzen nicht möglich ist, dann eventuell es zuhause am Hometrainer mit moderatem Radfahren versuchen.
  • Natürlich höre ich häufig von Betroffenen, dass sie nach Erhalt eines künstlichen Gelenkes sich wieder gut bewegen können. Das ist natürlich sehr positiv. Und wichtig. Denn auch mit künstlichem Gelenk heißt es in Bewegung bleiben.
  • Letztlich verhilft Bewegung auch zu einem insgesamt besseren physischen und mentalen Gesundheitszustand. Betroffene, die eine Gelenkersatz-OP so lange wie möglich hinauszögern oder für die ein künstliches Gelenk als Option nicht in Frage kommt, sollten Physio- und Ergotherapeuten in ein ganzheitliches Behandlungskonzept bzw. in ihre Blumenstrauss Therapie miteinbeziehen. Ein maßgeschneidertes Bewegungskonzept und Bewegungstraining sollte Standard einer jeden konservativen Arthrose Behandlung sein. 

 

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Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Foto: Adobe Stock

 

 

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