häufigste rheumatologische Erkrankung
Expertenwissen

Arthrose: Eines Tages haben es fast alle

Diese Aussage über Arthrose habe ich beim Tiroler Rheumatag gehört. Ob mich das mit Schadenfreude erfüllt. Aber nein…es erwischt dich, es erwischt dich nicht…

Am 17. Februar 2016 habe ich das erste Mal einen Rheumatag besucht. Wie das schon klingt. Rheuma, so die Vorstellung der meisten und vor allem jungen Menschen, ist was für Senioren, für Ältere, für Kranke. Dabei zählen über 400 Erkrankungen zum rheumatischen Formenkreis und es sind auch viele junge und jüngere Menschen von Rheuma, Arthrose, Arthritis, etc. betroffen.

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Ich war das erste Mal beim Tiroler Rheumatag im Landhaus in Innsbruck dabei

Deshalb hat mich persönlich als Arthrose-Betroffene das Vortragsthema „Arthrose haben fast alle“ von Dr. Malgorzata Brunner-Palka, Fachärztin für Innere Medizin an der Rheumaambulanz der Universitätsklinik Innsbruck am meisten interessiert. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Die Zahlen und Fakten über Arthrose, die Dr. Brunner-Palka erwähnt hat, waren ziemlich beeindruckend. Ich meine, mir war bisher schon klar, dass viele Menschen Arthrose haben, aber das Arthrose früher oder später im Grunde ein jede(r) hat, hat mich dann doch irgendwie überrascht.

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Früher oder später betrifft die Arthrose alle. Mein Blogthema kann also nicht ganz daneben liegen

Mein Blog tirolturtlte – Österreichs erster Arthrose- und Lifestyleblog dürfte also rein thematisch nicht ganz daneben liegen. Sicherlich bekomme ich die eine oder andere verständnislose Reaktion, wenn ich sage, ich betreibe einen Arthrose-Blog. Andere wiederum fragen völlig irritiert: „Hast du überhaupt Arthrose?“. Aber es gibt auch viel Zuspruch für meinen Blog. Danke an dieser Stelle meinen Leser*innen und meinen treuen Facebook-Fans, die auch immer wieder meine Beiträge liken.

Arthrose ist eine Kombination aus Abnützung und Alterung und die häufigste rheumatologische Erkrankung!

Doch zunächst zur Begriffsdefinition. Was ist Arthrose überhaupt? Dr. Brunner-Palka sagt: „Arthrose ist eine Kombination aus Abnützung und Alterung. Der Prozess beginnt im Knorpel. Es ist die häufigste rheumatologische Erkrankung und kann jedes einzelene Gelenk betreffen.“ Wer hat Arthrose? „Eines Tages habe es alle“, bringt es die Internistin ohne Zaudern auf den Punkt. Immerhin haben im zweiten Lebensjahrzehnt zwischen 10 und 20 Jahren bereits 4% der Kinder und Jugendlichen Arthrose, wobei diese häufig eine Folge von Verletzungen und Knochenbrüchen ist.

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Frauen sind bis zu achtmal häufiger von Arthrose betroffen als Männer, insbesondere von Fingergelenksarthrose

Schaut man sich das siebte Lebensjahrzehnt zwischen 70 und 80 Jahren an, dann sind bereits über 80% von Arthrose betroffen. Bei den über 80-jährigen sind praktisch alle von Arthrose betroffen. Nimmt man die Altersgruppe der 30 bis 40-jährigen haben bereits 6% eine Kniearthrose. Insgesamt nimmt die Häufigkeit ab dem 55. Lebensjahr zu. Frauen sind insgesamt fünf bis achtmal häufiger von Arthrose betroffen als Männer und vor allem ist es die Fingergelenksarthrose, die Frauen betrifft.

 

Selbst betroffen von Rhizarthrose in den Daumengelenken und beginnender Arthrose in den Fingergelenken, haben mich diese Zahlen, wie schon erwähnt, irgendwie umgehauen. Denn auch bei den Kniearthrosen schaut es nicht besser aus: ab dem 70. Lebensjahr sind praktisch alle von Kniearthrose betroffen. Wenn so viele Menschen Arthrose haben bzw. im Alter bekommen, sind ja ziemlich unterschiedliche Lebensstile dabei und da stellt sich unweigerlich die Frage nach der Vorbeugung oder Verhinderung von Arthrose.

 

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Eine Zuhörerin wollte wissen, ob man durch Ernährung Arthrose vorbeugen kann.

Eine Zuhörerin stellte dazu die Frage aller Fragen: „Kann man Arthrose mit Ernährung vorbeugen bzw. muss man ein schlechtes Gewissen haben, weil man sich jahrelang falsch ernährt und vielleicht deswegen Arthrose bekommen hat?“ Die Antwort von Dr. Brunner-Palka lautete: „Selbstverständlich trägt gesunde Ernährung zu einem gesünderen Lebensstil bei. Ernährung kann aber Arthrose weder vorbeugen noch sie vermindern.

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Der Rheumatag war gut besucht. Im Foyer gab es Infostände und Infomaterial zum Mitnehmen

Allein schon wegen dieser Antwort hat der Tiroler Rheumatag bzw. der Vortrag von Dr. Brunner-Palka für mich einen echten Mehrwert geboten. Ich denke, dass bei den unterschiedlichen Vortragsthemen, die ich euch in diesem früheren Blogbeitrag vorgestellt habe, für jeden etwas dabei war. Am Veranstaltungsort im Neuen Tiroler Landhaus gab es darüber hinaus Info-Stände und jede Menge Informationsmaterial zum Mitnehmen.

 

Die Vorträge selbst waren sehr gut besucht. und am Ende eines jeden Vortrags durften aus dem bunt gemischten Publikum (gute Mischung aus Männer und Frauen, auch jüngere Leute) Fragen gestellt werden. Diese wurden einerseits von den Vortragenden sowie von Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold, Oberarzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin Innsbruck, der den Rheumatag moderiert hat, (siehe Video) kompetent beantwortet.

Hört könnt ihr in den Vortrag von Dr. Malgorzata Brunner-Palka reinhören – die Internistin spricht über Therapiemöglichkeiten:

 

Grundsätzlich, sagt Dr. Brunner-Palka, ist Arthrose nicht heilbar. Es geht aber um Schmerzlinderung und Schmerzbeseitigung und Erhaltung der Gelenksfunktion. Dafür stehen Mittel zur Verfügung, die man am besten miteinander kombiniert: Das sind zum einen Schmerzmittel bei Bedarf oder in Voraussicht (z.B. vor einer Wanderung). Zum anderen sind das Knorpelschutzstoffe, Behelfe und Hilfsmittel wie Stöcke beim Wandern oder Brotschneide-Messer für die Handgelenke, Physiotherapie und Ergotherapie, Gewichtskontrolle sowie operative Möglichkeiten bei den großen Gelenken (Knie, Hüfte).

Fotos und Videos: Egger

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