Arthrose und Sport
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Arthrose und Sport: meine Top Five!

zuletzt aktualisiert am by tirolturtle

Arthrose und Sport: Es kommt immer darauf an, was dir guttut und welche Sportarten deine Gelenke schonen. Hier meine Top-Five.

Arthrose und Sport ist letztlich immer eine Frage, ob man sich gerne bewegt. Ich fände es schön, wenn du das tust. Natürlich verstehe ich, wenn das nicht immer klappt. Bei starken Arthroseschmerzen in Knie oder Hüfte fällt es oft schwer, sportlich aktiv zu bleiben. Doch gibt es eine ganze Reihe an Sportarten, die sich auch für Arthrose-Betroffene eignen. Dabei solltest du darauf achten, ob es möglichst gelenkschonende Sportarten sind.

Auch gibt es einige „Richtlinien“ an die du dich halten kannst. Wandern ist eine ideale Bewegungsform. Nutze dazu Stöcke, verzichte auf das bergab Gehen. Stopp & Go Sportarten wie Tennis oder Fußball solltest du vermeiden. Ideale Sportarten bei Arthrose sind: Radfahren, Schwimmen, Rudern, Wandern, Nordic-Walking. Auch Golfen ist gelenkschonend möglich. Tipps dazu bekommst du in meiner achtteiligen Videoserie mit Orthopäde und Gelenkspezialist Dr. Christian Hoser.

Finde für dich heraus, welche Sportart deine Gelenke schont und du trotzdem in Bewegung bleiben kannst. Kläre mit deinem behandelnden Arzt und in der Physiotherapie ab, welche Sportarten zu dir und deiner Arthrose passen. Hier sind meine liebsten Top-Five Sommer-Sportarten:

Arthrose und Sport: meine Top-Five Sportarten

Platz 1: Golfen

Golfen ist ein wunderbarer Sport. Schade ist, dass der Golfsport in der Öffentlichkeit zum Teil immer noch als elitär und abgehoben beschrieben wird. Das mag vielleicht einmal so gewesen sein, heutzutage ist das nicht mehr der Fall. Es gibt Plug & Play-Anlagen. Ich selbst bin Mitglied in einem öffentlichen Golfplatz.

Der Golfsport ist äußerst gelenkschonend. Gibt es Beeinträchtigungen an Hüfte oder Knie oder Rücken, kann der Golfschwung mithilfe eines Trainers entsprechend angepasst werden. Man bewegt sich mehrere Stunden an der frischen Luft, hat eine wunderschöne Optik rundherum und hat auch soziale Kontakte. Ein „Flight“ – Gruppe von Spielern – besteht aus maximal vier Personen.

Spannend finde ich persönlich, die Herausforderung trotz Arthrose in den Fingergelenken und Rhizarthrose in den Daumengelenken, Golf zu spielen. Ich benutze dazu einen besonders stabilisierenden Golf-Handschuh, der eigens für Arthrose Betroffene entwickelt wurde. Zudem bemerke ich je länger die Golfsaison dauert, dass meine Daumengelenke umso weniger schmerzen. Die Bewegung tut also auch meinen Daumengelenken gut.

Ideal ist, wenn auch der Partner oder die Partnerin oder die ganze Familie Golf spielt. So kann man die Zeit am Golfplatz gemeinsam verbringen. Gerade auch für Kinder und Jugendliche ist der Golfsport eine spannende Herausforderung. Denn Golfen erfordert nicht nur körperliche Fitness, sondern vor allem auch mentale Stärke und Konzentration. Ich persönlich kenne keine Sportart, die eine bessere gedankliche Auszeit vom Alltag bietet.

Dazu habe ich das Glück, dass sich in meiner näheren Umgebung rund um Innsbruck gleich vier Golfplätze befinden.

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Platz 2: Wandern

Wandern verbinde ich von Kindheit an mit Bergen, Gipfeln und Panoramablick in die umliegende Bergwelt. Nicht dass ich die Ambition hätte, laufend Gipfel zu erstürmen. Aber das Wandern muss am Berg stattfinden. Dazu bietet mein Heimatland Tirol alle Voraussetzungen.

Ich bin nämlich eine Genuss-Berg-Wanderin. Das bedeutet: Ich wähle Wanderziele hoch oben auf dem Berg aus, fahre aber mit dem Lift oder Gondel hoch. Da ich in meinem bisherigen Wanderleben genügend Berge erklommen habe, gestatte ich mir diese Freiheit.

Wenn mich meine bessere Hälfte begleitet, ist der Lift oder die Gondel sowieso Pflicht. Mit schmerzenden Knien und künstlichen Kniegelenken sollte das Wanderziel stets gut gewählt sein. Ein Kriterium sollte immer sein: Kann man nach oben wandern und nach unten den Lift benützen?

Selbst bin ich ja Gott sei Dank nicht in den Knien oder Hüfte von Arthrose betroffen, sondern „lediglich“ in den Fingern und Daumen. Dennoch achte ich bei der Wahl meines Wanderziels darauf, ob eine Panorama-Wanderung möglich ist. In meiner näheren Umgebung wandere ich z.B. gerne rund um Innsbrucks Hausberg, den Patscherkofel oder rund um das Kreuzjoch in den Stubaier Alpen.

 

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Platz 3: Schwimmen

Schwimmen hasse ich. Eigentlich. Ich war Leistungsschwimmerin. Beherrsche alle Lagen wie Kraul, Brust, Rücken und Butterfly. Doch haben mir die Trainingseinheiten in den Hallenbädern das Schwimmen madig gemacht. Ich mag einfach keine Hallenbäder von innen mehr sehen. Auch Freischwimmbäder sind jetzt nicht das Gelbe vom Ei. Das Chlor, die Leute,  der Lärm….

Dafür liebe ich das Schwimmen in kühlen, klaren Tiroler Seen und natürlich auch am Meer. Auch beim Schwimmen macht sich leider die Rhizarthrose bemerkbar. Als Schwimmerin weiß ich natürlich, dass die Fähigkeit gut Wasser zu verdrängen, in der Natur der Schwimmtechnik liegt. Man würde es nicht für möglich halten, wie sehr mir nach ein paar Längen Schwimmen die Daumen schmerzen. Die Folgen dieser „Unterwassertherapie“ nehme ich in Kauf.

An einem heißen Sommertag bei 30 Grad und wolkenlosem Himmel im See baden. Das ist einfach schön. Mein Lieblingssee in der nahen Umgebung liegt in der Olympiaregion Seefeld. Es ist der glasklare und auch im Sommer eiskalte Seefelder See.  Im Nachbarort liebe ich den gemütlichen und vor allem warmen Lanser See. Im Blogbeitrag Wann wird`s mal wieder richtig Sommer? erzähle ich dir darüber mehr.

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Platz 4: Laufen

Laufen ist genauso wie das Wandern und Nordic Walking eine für mich maßgeschneiderte Bewegungsform. Ich bin dankbar, dass ich diese Sportart ausüben kann. Mich plagen keine Knie- oder Hüftprobleme. Damit ist das Laufen für mich gut und gelenkschonend möglich.

In meiner näheren Umgebung gibt es genügend Laufstrecken mit gutem Untergrund. Das heißt wenig Asphalt und viel Waldboden. In letzter Zeit versuche ich häufig bergauf zu laufen. Dazu wähle ich eine der vielen Almen hier in meiner Nähe und laufe ein Stück des Weges hoch. Mein Ziel ist nicht Bergläuferin zu werden, sondern damit meine Fitness und Kondition zu stärken.

Hier ein Querverweis zu meinem nicht ganz ernstgemeinten Beitrag Ätschi-Bätschi….An alle mit Kniearthrose. Das Foto zeigt meine jährliche Teilnahme an den Charityläufen der Rote Nasen Clowndoctors. Warum nicht den Sport mit etwas Nützlichem und Hilfreichen verbinden?

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Platz 5: Nordic Walking

Zu Nordic Walking ist mein Verhältnis zwiegespalten. Einerseits ist es für mich die perfekte Sportart. Ich gehe gerne zu Fuß und kann mit dem Einsatz der Stöcke eine wohltuende Bewegungseinheit formen. Andererseits ist das Nordic Walking zwar nicht der Grund, aber auch ein Mitauslöser für meine Rhizarthrose in den Daumengelenken.

Warum das so ist, kannst du im Blogbeitrag über Rhizarthrose & Nordic Walking nachlesen. Das Nordic Walking habe ich mittlerweile aufgegeben. Aber nicht ganz. Wenn ich nicht laufe oder wandere, gehe ich flott. Dazu benutze ich aber keine Stöcke. Man könnte also sagen, ich mache Nordic Walking ohne Nordic Walking-Stöcke.

Das Bild zeigt mich bei der Teilnahme an einem Nordic Walking-Wettbewerb in meinem Heimatort.

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Außerhalb der Wertung: Mountainbiken

Mountainbiken war über viele Jahre meine absolute Lieblingssportart im Sommer. Ich habe wunderschöne Strecken mit dem Bike befahren, sei es den Tremalzo am Gardasee, die Gerlitzen in Kärnten, die Heidelberger Hütte im Paznauntal oder die Axamer Lizum und das Kühtai in meiner nähreren Umgebung. Wie auch die zahlreichen Almen.

Dass Mountainbiken außerhalb dieser Wertung stattfindet, ist leider meiner Rhizarthrose zu verdanken. Das Halten der Lenkstange und vor allem das Bremsen bergab ist für schmerzende Daumengelenke eine zu große Belastung. Das Biken ob mit Mountainbike oder E-Bike ist wiederum für Betroffene mit Kniearthrose eine gelenkschonende Sportart. So gleicht sich die „Ungerechtigkeit“ zwischen Laufen und Biken für Arthrose-Betroffene wieder aus.

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Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Fotos: Egger, Spiess Foto Tirol

 

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2 Comments

  • Reply Natascha 9. April 2017 at 18:41

    Liebe Barbara,
    das ist ein toller Bericht der mir richtig Lust macht. (und das will was heißen, ich bin ein bekennender Sportmuffel) Ich habe auch vor zwei Jahren zum Golfen angefangen aber aus Zeitmangel immer wieder aufgehört. Anfangs dachte ich auch, es fällt nicht unter den Begriff „Sport“. Bis ich zum ersten mal 18 Löcher gegangen bin. Puh, na wenn das kein Sport ist! Irgendwie juckt es mich aber wieder und jetzt wo ich deinen Bericht gelesen habe (und dein tolles Foto) noch mehr. Vielleicht fange ich heuer doch wieder an? Mal sehen. 🙂
    Alles Liebe
    Natascha

    • Reply tirolturtle 10. April 2017 at 7:28

      Ja, Golfen wird insbesondere von Nicht-Golfern unterschätzt. Eine 18-Loch-Runde auf einem grossen Golfplatz muss man erst mal mental und körperlich durchstehen. Bitte fang doch wieder an, das wäre super. Du hast sicher grosse Freude damit. Dann könnten wir mal gemeinsam eine Runde drehen und von unseren Erfahrungen berichten und wir veranstalten das 1. Blogger Golferturnier Österreichs, das glaube ich, gab es noch nie ;-);-);-) ganz liebe Grüsse Barbara

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