Arthrose Tagebuch

Vom Honigglas, Hofer-Prospekt und Kindle

Was haben ein Honigglas, ein Hofer-Prospekt und ein Kindle gemeinsam? Auf den ersten Blick rein gar nichts. Aus dem Blickwinkel von Rhizarthrose betrachtet schon.

Alle unter euch,  die von Rhizarthrose betroffen sind, werden es schon ahnen. Bei Schmerzen in den Daumengelenken macht selbst das Lesen Probleme. Also nicht das Lesen an sich. Aber das Halten von (schwergewichtigen) Büchern. Der Kindle oder ein anderes Lesegerät schaffen da zwar Abhilfe. aber ganz ehrlich, so ein elektronisches Teil kann für mich persönlich niemals das Buch ersetzen: Denkt an den Geruch, die Haptik, das Lesevergnügen.

Wenn es auch nicht dasselbe Erlebnis wie ein Buch bietet, sind Lesegeräte äußerst hilfreich, bei Gelenkbeschwerden in den Händen Foto: Fotolia

Nun, ich kann es mir nicht aussuchen. Es ist einfach zu beschwerlich geworden, ein Buch mit meinen Händen zu halten. Es betrübt mich, das geb ich zu. Und ich werde euch demnächst meine kleine Bibliothek vorstellen, auf die ich recht stolz bin. Aber mehr als zum Abstauben taugt mein Bücherregal und die über viele Jahre – ja sogar noch Bücher von der Matura-Leseliste – angesammelten Bücher leider nicht mehr. Wie macht ihr das? Lest ihr noch Bücher oder auch schon auf den Kindle bzw. ein anderes Lesegerät umgestiegen?

Rhizarthrose

Rhizarthrose und Bücher: Wenn der Kindle das Buch ersetzt…

Spannen wir jetzt aber den Bogen von der hochwertigen Buchlektüre zum profanen Disconter-Prospekt von Hofer/Aldi. Klar ich hätte jetzt auch ein Prospekt von KIKA oder dem Dänischen Bettenlager oder Hornbach oder REWE für diesen Blogbeitrag auswählen und fotografieren können. Aber ich nehme jetzt eben mal das Hofer/Aldi-Prospekt, um zu demonstrieren: Selbst das Halten von leichtgewichtigen Prospekten kann bei Rhizarthrose Probleme bereiten. Ja, da lachen Nichtbetroffene und schütteln ungläubig den Kopf.

Doch die Sache ist akut. Denn das Honigglas ist schuld, dass ich kürzlich abends auf der Couch die diversen Werbematerialien nicht in Ruhe und vor allem nicht schmerzfrei neben dem Fernseher konsumieren konnte. Warum? Weil ich das verdammte Honigglas morgens unbedingt öffnen musste. Jetzt heißt es gleich. Marmeladen- oder Honiggläser, Essiggurkengläser oder ähnliches sind ja heutzutage leicht zu öffnen. Da gibt es doch diese Kerben. Da muss man mit dem Messer einfach hineinfahren und schon lässt sich der Deckel wie von Zauberhand öffnen.

Honigglas öffnen

Honiggläser, Marmeladengläser, Essigkurkengläser, etc. öffnen, kann mit Rhizarthrose zu einem gefährlichen Unterfangen werden. Foto: Fotolia

Jetzt mach mal mit Messer ohne Gefühl und vor allem ohne Kraftübertragung in den Daumen. Da ist die Selbstverletzungsgefahr akut. Da komme ich schon ins Schwitzen, wenn ich das Messer auch nur in die Hand nehme. Wer Rhizarthrose hat, kennt sicher auch das: Gegenstände, die man angreift, fliegen völlig unkontrolliert durch die Gegend oder einem aus der Hand. Ein Messer in Rhizarthrose-Händen ist also durchaus ein Verletzungsrisiko. Na gut, die meiste Zeit klappt es auch recht gut, Gläser mit Messerunerstützung zu öffnen. Doch diesmal hat es nicht geklappt.

Der verdammte Deckel ließ sich nicht drehen. Egal, wie viele Messerstiche in die dafür vorgesehenen Kerben am Deckel des Honigglases erfolgten. Was macht man/frau also? Man wendet Gewalt an und dreht mit voller Kraft so lange – mit Geschirrtuch-Verstärkung natürlich – bis das verdammte Glas offen ist und man den Imkerhonig direkt vom heimischen Betrieb endlich ausprobieren kann. Sch… auf die Rhizarthrose in diesem Moment. Das hätte ich besser nicht getan. Ich hätte doch besser warten sollen, bis die bessere Hälfte nach Hause kommt und einem das Glas öffnet.

So ein Honigbrot macht einfach Freude! Foto: Fotolia

So ein Honigbrot macht einfach Freude! Foto: Fotolia

Aber solange ich noch Herr sprich Frau meiner Hände bin, mache ich das Glas selbst auf. Wenn nötig auch mit Gewalt und mit Folgen für die Arthrose. Die Honigglas-Aktion hat nämlich dazu geführt, dass sich die Rhizarthrose-Schmerzen langsam und sachte aber doch wieder herangeschlichen und sich ordentlich verstärkt, ja einen Schub ausgelöst haben. Man will es nicht wahrhaben und denkt: Wann war die letzte Spritze? Soll ich wieder infiltrieren? Reicht erst mal Schiene tragen? Schmerztabletten kommen nicht in Frage, dafür aber schießen kleine Giftpfeilchen ins Gehirn: War das notwendig? Wegen dem sch…verdammten Honigglas meine Rhizarthrose zu reizen?

Ja, es war notwendig! Ich kann nicht alles und jede Bewegung vermeiden. Gerade die Vermeidungstaktik führt ja dazu, dass Knorpel und Gelenke weniger bewegt und damit auch weniger geschmiert sind. Über das Honigglas könnte man natürlich diskutieren. Aber dann müsste ich auch über meinen Beruf, verbunden mit täglichem Schreiben auf der Tastatur, über meine Freizeit und über meine Hobbys diskutieren. Da gibt es ebenso genügend Abläufe und Bewegungen, die schmerzen auslösen könnten und auch tatsächlich auslösen.

Tasse Tee mit Honig

Schmeckt doch wunderbar: Eine Tasse Tee mit Honig

Wie so oft im Leben ist das Maß entscheidend. Und wenn ich sonst nicht unbedingt das Mittelmaß bevorzuge, im Falle von Arthrose- und Gelenkschmerzen ist das Mittelmaß durchaus hilfreich. Nicht zuviel hievon öffnen und nicht zuviel davon bewegen. Das Honigbrot schmeckte übrigens wunderbar! Und überhaupt so ein Schwarztee mit einem Schuss frischgepressten Orangensaft und hochwertigem Honig, zählt zu meinen Lieblingsgetränken und wenn ich auf Skitour gehe, fülle ich meine Thermoflasche womit auf? Na klar, mit Schwarztee, einem frischgepresstem Orangensaft und ein paar Löffel(chen) hochwertigen Honig.

Auf dem Video seht ihr übrigens meine Bloggerkollegin Claudia Angerer-Foissner von Weiberwissen und mich auf gemeinsamer, gemütlicher Skitour auf das Rangger Köpfl und meine, selbstverständlich bunte Thermosflasche, gefüllt mit honiggesüßtem Tee. Wie geht es euch da draußen? Welche alltäglichen Bewegungen macht ihr, die ihr eigentlich nicht machen solltet, die sich aber nicht vermeiden lassen. Welche Abläufe oder Bewegungen lösen bei euch Schmerzen aus? Das würde mich interessieren. Postet hier auf meinem Blog oder meine Fanseite auf Facebook oder in unserer Arthrosegruppe Arthrose-Forum-Austria oder schickt mir ein E-Mail unter info@tirolturtle.at

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