Arthrose Hand was hilft
Rhizarthrose

Arthrose Hand: Was hilft? 10 hilfreiche Tipps zum Tag der Hand

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Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026 von tirolturtle

Was hilft bei Arthrose an Daumen und Fingern? Zehn praktische Tipps zu Handtherapie, Gelenkschutz, Übungen, Behandlung und hilfreichen Anlaufstellen.

Arthrose Hand was hilft: Zehn praktische Tipps zu Handtherapie, Gelenkschutz, Übungen, Behandlung und hilfreichen Anlaufstellen.

Arthrose an den Händen kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Greifen, Schreiben, Öffnen, Drehen oder das Halten von Gegenständen – unsere Hände sind praktisch ständig im Einsatz.

Umso wichtiger ist es, zu wissen, welche Gelenke betroffen sind und welche Möglichkeiten es gibt, Schmerzen zu lindern und die Funktion der Hände möglichst lange zu erhalten.

Der Tag der Hand am 1. März ist deshalb ein guter Anlass, einige wichtige Informationen und Anlaufstellen zusammenzufassen.

Wer sich zunächst einen Überblick über die unterschiedlichen Formen der Handarthrose verschaffen möchte: Im Beitrag „Arthrose in den Daumen und Fingergelenken: Welche Arten gibt es und was hilft?“ erkläre ich Rhizarthrose, Heberden- und Bouchardarthrose sowie Arthrosen an Handwurzel und Handgelenk ausführlicher.

Tipp 1: Spezialisierte Handtherapeut:innen und Handchirurg:innen suchen

Gerade bei Beschwerden an der Hand kann Spezialisierung wichtig sein. Die Hand besteht aus zahlreichen kleinen Gelenken, Sehnen, Bändern, Muskeln und Nerven, die eng zusammenspielen.

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Was hilft bei Kniearthrose?

In Österreich bietet die Österreichische Gesellschaft für Handtherapie (ÖGHT) Informationen und eine Suchmöglichkeit für zertifizierte Handtherapeut:innen. Eine weitere Anlaufstelle ist Ergotherapie Austria, der Bundesverband der Ergotherapeut:innen Österreichs.

Auch die Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie informiert über Erkrankungen und Verletzungen der Hand.

Der Tag der Hand selbst ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH). Sie bietet mit ihrem Patientenportal „Deine Hand verdient Experten“ ebenfalls umfangreiche Informationen.

Weitere Fachgesellschaften sind unter anderem die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH) sowie auf europäischer Ebene die FESSH – Federation of European Societies for Surgery of the Hand.

Tipp 2: Wissen, welche Form der Handarthrose vorliegt

Handarthrose ist nicht gleich Handarthrose.

Besonders häufig betroffen sind das Daumensattelgelenk sowie die Fingerend- und Fingermittelgelenke. Je nach betroffenem Gelenk werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet:

  • Rhizarthrose: Daumensattelgelenk
  • Heberdenarthrose: Fingerendgelenke
  • Bouchardarthrose: Fingermittelgelenke
  • STT-Arthrose: Bereich der Handwurzel

Sind mehrere Gelenke betroffen, kann von einer Polyarthrose der Hand gesprochen werden.

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Diese Unterscheidung ist nicht nur eine Frage der Begrifflichkeit. Beschwerden, Funktionseinschränkungen und Behandlungsmöglichkeiten können sich je nach betroffenem Gelenk unterscheiden.

Und nicht alle Schmerzen oder Veränderungen an den Händen sind automatisch Arthrose. Gerade bei Schwellungen, ausgeprägter Morgensteifigkeit oder anderen entzündlich wirkenden Beschwerden ist eine genaue Abklärung wichtig.

Mehr dazu gibt es im Beitrag „Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?“

Tipp 3: Konservative Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen

Bei Handarthrose kommen je nach betroffenem Gelenk, Beschwerden und Krankheitsstadium unterschiedliche konservative Behandlungsmöglichkeiten infrage.

Eine wichtige Rolle spielen Ergotherapie und spezialisierte Handtherapie. Dabei geht es nicht nur um Übungen. Auch Gelenkschutz, das Erlernen günstiger Bewegungsabläufe, individuell angepasste Orthesen und geeignete Alltagshilfen können dazugehören.

Je nach Situation können außerdem beispielsweise lokale oder systemische Schmerzmedikamente, physikalische Maßnahmen oder Injektionen infrage kommen.

Auch Wärme oder Kälte werden eingesetzt. Was als angenehm empfunden wird und sinnvoll ist, kann von der jeweiligen Beschwerdesituation abhängen.

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Entscheidend ist aus meiner Sicht, nicht nur auf einzelne Maßnahmen zu setzen. Gerade bei einer chronischen Erkrankung wie Arthrose kann ein individuell zusammengestelltes Bündel verschiedener Maßnahmen hilfreich sein.

Genau daraus ist auch mein persönlicher „Therapie-Blumenstrauß“ bei Handarthrose entstanden.

Tipp 4: Operationen sind eine Möglichkeit – aber nicht die einzige

Wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend helfen und Schmerzen oder Funktionseinschränkungen erheblich sind, können operative Verfahren eine Option werden.

Welche Operation infrage kommt, hängt stark davon ab, welches Gelenk betroffen ist.

Bei Arthrose an der Hand gehören beispielsweise Versteifungsoperationen, Resektionsarthroplastiken und unterschiedliche Formen des Gelenkersatzes zu den möglichen Verfahren. Auch moderne Daumensattelgelenkprothesen haben das Behandlungsspektrum bei Rhizarthrose erweitert.

Wann eine Operation sinnvoll ist und welches Verfahren geeignet sein könnte, sollte individuell mit spezialisierten Handchirurg:innen besprochen werden.

Gerade bei Rhizarthrose lohnt sich eine genaue Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten. Im Arthrose Magazin habe ich deshalb die Verfahren und insbesondere den Vergleich zwischen Prothese und Resektionsarthroplastik ausführlicher aufgearbeitet.

Tipp 5: Gute Informationen helfen bei Entscheidungen

Wer die eigene Erkrankung versteht, kann auch medizinische Empfehlungen besser einordnen und gezielter Fragen stellen.

Hier im Arthrose Magazin sind deshalb über die Jahre zahlreiche Beiträge zur Handarthrose entstanden – nicht nur aus journalistischer Sicht, sondern auch aus meiner eigenen Erfahrung mit Rhizarthrose und weiteren Arthrosen an der Hand.

Dazu gehören unter anderem Beiträge über meinen Alltag mit Rhizarthrose, Ergotherapie, Gelenkschutz, Infiltrationen und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

In der Podcast-Folge „Willkommen im Rhiz“ habe ich außerdem mit Dr. med. Stephan Schindele von der Schulthess Klinik Zürich über Therapien und Operationsmethoden bei Rhizarthrose gesprochen. Thema waren unter anderem Gelenkersatzverfahren sowie ein Oberflächenersatz bei Bouchardarthrose.

Gerade weil sich Behandlungsmöglichkeiten weiterentwickeln, lohnt es sich, Informationen immer wieder neu einzuordnen.

Tipp 6: Ergotherapie und Handübungen in den Alltag integrieren

Ergotherapie gehört für mich zu den wichtigsten Bausteinen beim Umgang mit Handarthrose.

Gemeinsam mit der Handtherapeutin Katharina Frey sind im Rahmen des Arthrose-Gesundheitsurlaubs Videos entstanden, in denen Übungen und Möglichkeiten des Gelenkschutzes gezeigt werden.

Auch Romana Orlik produzierte als leitende Ergotherapeutin des Landesklinikums Stockerau Übungsvideos für das Training zu Hause. Für dieses Angebot wurde sie 2021 mit dem Medienpreis der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) ausgezeichnet.

Wichtig ist allerdings: Nicht jede Übung eignet sich automatisch für jede Hand und jedes Stadium einer Arthrose. Gerade bei stärkeren Schmerzen, Fehlstellungen oder nach Operationen sollte ein Übungsprogramm individuell mit Ergo- oder Handtherapeut:innen abgestimmt werden.

Über die Möglichkeiten der Ergotherapie habe ich außerdem mit Mag. Johanna M. Passer gesprochen. Die Podcastfolge „Arthrose und Ergotherapie – Was hilft bei Rhizarthrose & Co?“ gibt dazu einen ausführlichen Einblick.

Tipp 7: Auch seriöse TV- und Patienteninformationen nutzen

Gute Gesundheitsinformationen müssen nicht ausschließlich aus Fachpublikationen kommen. Auch öffentlich-rechtliche Gesundheitsredaktionen bereiten das Thema Handarthrose regelmäßig verständlich auf.

Die NDR-Sendung Visite hat sich beispielsweise mehrfach mit schmerzenden Fingergelenken und Handarthrose beschäftigt. Vorgestellt wurden unter anderem Handtherapie, Übungen, Orthesen, Wärme- und Kälteanwendungen sowie unterschiedliche medizinische Behandlungsmöglichkeiten.

Solche Beiträge können einen guten Einstieg bieten. Sie ersetzen aber ebenso wenig wie ein Magazinartikel eine individuelle Diagnose oder Therapieempfehlung.

Tipp 8: Injektionen und Selbstmanagement richtig einordnen

Auch Injektionen gehören zu den Behandlungsmöglichkeiten, die bei Handarthrose diskutiert und eingesetzt werden.

Dazu zählen insbesondere Kortison und Hyaluronsäure. Welche Substanz in welcher Situation sinnvoll sein kann und wie gut die jeweilige Behandlung wissenschaftlich belegt ist, unterscheidet sich allerdings.

Ich selbst habe über die Jahre unterschiedliche Infiltrationen erhalten und meine Erfahrungen damit im Arthrose Magazin dokumentiert:

Daneben bleibt das eigene Selbstmanagement wichtig. Dazu können regelmäßige Bewegung und Handübungen, Gelenkschutz, Orthesen und geeignete Alltagshilfen gehören.

Auch Ernährung gehört für mich persönlich zu meinem Arthrose-Selbstmanagement. Sie ersetzt allerdings keine medizinische Behandlung.

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass es selten die eine Maßnahme ist, die den entscheidenden Unterschied macht. Häufig ist es die Kombination verschiedener Dinge, die im persönlichen Alltag funktioniert.

Tipp 9: Hände bewegen – aber individuell und gezielt

Beweglichkeit und Funktion der Hände möglichst lange zu erhalten, ist ein wichtiges Ziel bei Handarthrose.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel oder möglichst kräftig zu trainieren. Übungen sollten zur jeweiligen Situation der Hand passen und keine anhaltende deutliche Verschlechterung der Beschwerden verursachen.

Besonders hilfreich finde ich Übungen, die direkt in den Alltag integriert werden können. Handtherapeut:innen und Ergotherapeut:innen können zeigen, wie Beweglichkeit, Kraft und Geschicklichkeit gezielt trainiert werden können und welche Bewegungen besser angepasst werden sollten.

Das gilt besonders bei Rhizarthrose: Der Daumen ist an einem erstaunlich großen Teil unserer alltäglichen Handgriffe beteiligt. Erst wenn er schmerzt oder an Kraft verliert, wird häufig bewusst, wie oft wir ihn tatsächlich brauchen.

Wie sich das bei mir persönlich bemerkbar macht, beschreibe ich im Beitrag Rhizarthrose: Täglich grüßt das Murmeltier und im Beitrag über meinen persönlichen Therapie-Blumenstrauß bei Handarthrose.

Tipp 10: Die Hände auch am Arbeitsplatz entlasten

Viele Hände werden nicht nur bei körperlicher Arbeit stark beansprucht. Auch stundenlange Arbeit am Computer kann Hände, Handgelenke und Unterarme belasten.

Bei längerer Bildschirmarbeit können regelmäßige kurze Bewegungspausen hilfreich sein. Hände und Arme zwischendurch zu lockern und die Arbeitsposition zu wechseln, verhindert zumindest, dass über Stunden dieselbe Haltung beibehalten wird.

Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes spielt eine Rolle. Maus und Tastatur sollten möglichst angenehm erreichbar sein, Unterarme gut positioniert werden können und Bildschirmhöhe und Sitzposition zusammenpassen.

Gerade beim längeren Arbeiten mit einem Laptop kann eine externe Tastatur und Maus sinnvoll sein, weil sich Bildschirm und Tastatur dann unabhängig voneinander positionieren lassen.

Für Menschen mit Rhizarthrose lohnt es sich zusätzlich, genau hinzuschauen, welche Maus, Tastatur oder Eingabegeräte die Daumen möglichst wenig belasten.

Handarthrose: Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Nach vielen Jahren mit Rhizarthrose und weiteren Veränderungen an meiner Hand ist für mich eines besonders deutlich geworden: Handarthrose kann sehr unterschiedlich verlaufen.

Was bei einem Menschen gut funktioniert, muss bei einem anderen nicht automatisch helfen. Entscheidend ist deshalb eine möglichst genaue Diagnose und ein individuell abgestimmter Umgang mit den Beschwerden.

Dazu gehören für mich medizinische Behandlung ebenso wie Ergotherapie, Handtherapie, Gelenkschutz, Bewegung, geeignete Hilfsmittel und vor allem das Wissen darüber, was mit der eigenen Hand eigentlich los ist.

Genau darin liegt auch die Idee hinter diesen zehn Tipps: nicht zehn vermeintliche Wundermittel gegen Handarthrose zu versprechen, sondern Orientierung zu geben, wo Betroffene ansetzen und wo sie verlässliche Unterstützung finden können.

Weiterführend im Arthrose Magazin:

Wer zunächst wissen möchte, welche Gelenke überhaupt betroffen sein können, findet im Beitrag Arthrose in den Daumen und Fingergelenken: Welche Arten gibt es und was hilft? den passenden Überblick.

Die Abgrenzung zu entzündlich-rheumatischen Erkrankungen behandelt folgender Beitrag: Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Redaktioneller Beitrag von Barbara Egger-Spiess, Gesundheitsjournalistin und Herausgeberin des Arthrose-Magazins.

Fotos: Shutterstock

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4 Comments

  • Reply Rita Striguns 9. März 2021 at 12:40

    Pflanzliche säurearme Ernährung nach der ganzheitlichen Arthrose-Therapie GAT (nach Fisseler) kann das Befinden wesentlich verbessern.

    • Reply tirolturtle 10. März 2021 at 16:38

      Liebe Rita,

      Danke für deinen Kommentar. Ich kann dir nur beipflichten. Insgesamt spielt die Ernährung bzw. eine mögliche Ernährungsumstellung eine wesentliche Rolle in der Vorbeugung und Behandlung von Arthrose. Eine mögliche Therapieform ist die GAT (nach Fisseler). Im Alltag zeigt sich aber häufig, dass sich nicht immer alles so konsequent durchführen und durchhalten lässt, wie man das gerne möchte. Daher ist der Verzicht oder weniger Konsum von rotem Fleisch schon mal ein Anfang. Auch tierische Eiweiße, Weizenmehl, etc. sollten reduziert werden. Hingegen sind antientzündliche Gewürze wie Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel eine von vielen hilfreichen Empfehlungen. https://tirolturtle.at/hilft-kurkuma-bei-arthrose-schmerzen/ liebe Grüße Tirolturtle

  • Reply holger renn 30. März 2021 at 15:12

    Hallo,

    ja, gute/gesunde Vollwerternährung (gegen Entzündungen) + Langzeit-Traktion des Gelenkes haben bei mir mehr als gut geholfen 🙂 (Trümmerbruch linkes Handgelenke – versteifen war laut Ärzte nur möglich..), Heute wieder alles Top. Gruß aus der Eife.

    • Reply tirolturtle 3. April 2021 at 8:41

      Lieber Holger,

      Gesunde, antientzündliche Ernährung sollte immer ein Eckpfeiler einer jeden Arthrose Behandlung sein. Toll, dass du so sehr darauf achtest. Dass die GEX-Therapie auch zu deinem Blumenstrauß zählt und so gut hilft, ist ebenfalls sehr, sehr erfreulich. Alles Gute weiterhin und ganz liebe Grüße aus Tirol!

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