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Arthrose, Knorpel und Gelenke: Was gibt es Neues?

Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2024 von tirolturtle

Arthrose, Knorpel und Gelenke: aktuelle Kurzmeldungen zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Therapien und mehr.

Arthrose Knorpel und Gelenke ist ein riesiger Themenkomplex. Es gibt dazu zahlreiche Informationen und Aufklärung. Sei es in den orthopädischen Abteilungen der Krankenhäuser, in den orthopädischen Facharzt-Ordinationen, in den Medien und auf zahlreichen Online-Portalen.

Eine laufend aktualisierte Übersicht über die 100 wichtigsten Arthrose Portale im Internet findest du hier:

Arthrose Hilfe und Information: die besten 100 Gelenkportale

Arthrose Hilfe und Information: die 100 besten Gelenkportale

Auf meinen Blog findest du mittlerweile über 100 Beiträge zu den Themen Arthrose, künstliche Gelenke, Rhizarthrose, Arthrofibrose, Bewegung und Sport, Ernährung u.v.m.

Zusätzliche Informationen sowie Austausch mit Betroffenen findest du auf der Plattform Arthrose Forum Austria und der von mir gegründeten, österreichischen Arthrose Selbsthilfe.

Über meinen Blog, die Arthrose Plattform und Selbsthilfe kann ich natürlich nicht jedes Thema und jede Neuigkeit abdecken bzw. fundierter aus recherchieren.

Ich richte daher einen Newsticker mit aktuellen Pressemeldungen zu den Themen Arthrose, Knorpel und künstliche Gelenke, ein.

Der Newsticker wird laufend ergänzt. Hier kannst du dem Arthrose Newsticker mit  – von mir ausgewählten – topaktuellen Informationen zu den Themen Arthrose und künstliche Gelenke folgen:

Arthrose, Knorpel und Gelenke: News 2024

Personalisierte Chirurgie ist die Zukunft der Knie- und Hüftendoprothetik

Das Gefühl des Patienten, dass sich sein Gelenk normal und natürlich anfühlt, bleibt das ultimative, aber schwer zu erreichende Ziel der Endoprothesenchirurgie. Im offiziellen Journal der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) gibt es dazu ein Statement der Personalized Arthroplasty Society, erschienen im Dezember 2023.

Darin heißt es: Es ist eine aufregende Zeit für Chirurgen, die Gelenkersatzoperationen durchführen. Das ursprüngliche Ziel der Hüft- und Knieendoprothetik, einen zuverlässigen Gelenkersatz mit guter Überlebensrate zu bieten, wurde erreicht. Der Schwerpunkt hat sich daher auf die Verbesserung der Wahrnehmung und der Funktion des Prothesengelenks durch die Patienten, die chirurgische Erfahrung und die allgemeine Zufriedenheit verlagert.

Neue Technologien, die eine ausreichende chirurgische Präzision bieten, um die ursprüngliche Ausrichtung und Anatomie konsequent nachzubilden und gleichzeitig die Weichteile und Bänder zu schonen, haben neue Möglichkeiten für aktuelle und künftige Entwicklungen wie die personalisierte Gelenkrekonstruktion eröffnet.

Wir sind davon überzeugt, dass eine maßgeschneiderte Prothese, die genau auf die Anatomie des Patienten abgestimmt ist, in Verbindung mit einem ganzheitlichen perioperativen Pflegemodell und fortschrittlichen Plattformen zur Einbindung des Patienten hoffentlich zum heiligen Gral der Gelenkersatzchirurgie führen wird: ein vergessenes oder sich natürlich anfühlendes“ Prothesengelenk.

Arthrose, Knorpel und Gelenke: News 2023

Leitlinien zu Knie- und Hüftarthrose systematisch überprüft

Die Einhaltung von Leitlinien zur Behandlung von Hüft- und Kniearthrose sei häufig unzureichend, was möglicherweise mit der Qualität und/oder den uneinheitlichen Empfehlungen zusammenhängt, sagt ein internationales Forscherteam.

Deshalb haben die Expert*innen systematisch Leitlinien zur Behandlung von Hüft- und Kniearthrose überprüft, mit dem Ziel, die Qualität und Konsistenz der Empfehlungen zu bewerten. Dafür wurden internationale Datenbanken und Websites von Fachverbänden durchsucht.

Die Qualität der Leitlinien wurde anhand des Instruments Appraisal of Guidelines for Research and Evaluation bewertet. Insgesamt wurden sieben Leitlinien höherer Qualität und achtzehn Leitlinien geringerer Qualität berücksichtigt. Hochwertige Leitlinien empfahlen durchweg Aufklärung, Bewegung und Gewichtsmanagement sowie nichtsteroidale Entzündungshemmer (Hüfte und Knie) und intraartikuläre Kortikosteroidinjektionen (Knie).

Qualitativ hochwertigere Leitlinien rieten durchweg von Hyaluronsäure (Hüfte) und Stammzellinjektionen (Hüfte und Knie) ab. Andere pharmakologische Empfehlungen in Leitlinien höherer Qualität (z. B. Paracetamol, intraartikuläres Kortikosteroid (Hüfte), Hyaluronsäure (Knie)) und ergänzende Behandlungen (z. B. Akupunktur) waren weniger einheitlich. Die Arthroskopie wurde in den höherwertigen Leitlinien durchweg abgelehnt. In keiner der höherwertigen Leitlinien wurde die Arthroplastik erwogen.

Die Schlussfolgerung daraus: Der fehlende Konsens über einige pharmakologische Optionen und ergänzende Behandlungen erschwere die Einhaltung der Leitlinien.

Arthrose Diagnose, Prognose und Behandlung verbessern

APPROACH ist ein europäisches klinisches Forschungsprojekt, das sich auf Osteoarthritis, die häufigste Form der Gelenkerkrankung, konzentriert.

Dieses EU-weite Forschungskonsortium bringt europäische klinische Zentren, Grundlagenforschungsinstitute, kleine und mittlere Unternehmen und Pharmaunternehmen zusammen.

Gemeinsam sammeln sie biomedizinische Daten von mehr als 10 000 Menschen mit und ohne Osteoarthritis, führen diese in einer einheitlichen Bioinformatikplattform zusammen, um verschiedene Arthrose-Phänotypen zu identifizieren.

Zu Beginn des Projekts wurde ein Patientenrat (PC) eingerichtet, der die Perspektive von Menschen mit Osteoarthritis vertritt. Der PC besteht aus fünf Personen aus Norwegen, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich, die mit Arthrose leben.

Die APPROACH-Studie wird in vier Ländern durchgeführt: Frankreich, den Niederlanden, Norwegen und Spanien.

Die Ergebnisse dieses auf 6,5 Jahre angelegten Programms werden bei der Auswahl von Patientenkohorten für neue klinische Studien mit krankheitsmodifizierenden Osteoarthritis-Medikamenten (DMOAD) herangezogen.

Die Identifizierung von Krankheits-Subtypen soll zu verbesserten Diagnose-/Prognoseinstrumenten und wirksameren, personalisierten Behandlungen führen.

APPROACH steht für Applied Public-Private Research enabling OsteoArthritis Clinical Headway. Übersetzt heisst das in etwa: Angewandte öffentlich-private Forschung für klinische Fortschritte bei Osteoarthritis.

Arthrose maßgeschneidert  behandeln

Die Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an. Allein in den Niederlanden leiden 1,5 Millionen Menschen an Arthrose. Die Arthrose verläuft bei jedem Menschen anders. Das wiederum erfordert eine maßgeschneiderte Behandlung.

Um diese so gut wie möglich anbieten zu können, ist ein Einblick in die Merkmale der Person und des Krankheitsprozesses erforderlich. Dazu startet in den Niederlanden das Projekt TopTreat der Forscher des Interdisziplinären Konsortiums für klinische Bewegungswissenschaften und Technologie (ICMS).

Dabei sollen 500 Menschen mit Osteoarthritis über die nächsten fünf Jahre begleitet und ihre Merkmale umfassend erfasst werden. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wer für welche Behandlung in Frage kommt. Der Grund dafür ist, dass eine universelle Behandlung nicht für alle wirksam ist, da die Unterschiede zwischen Menschen mit Arthrose recht groß sind.

Es ist das erste Mal, dass die verschiedenen Erscheinungsformen der Arthrose mit fortschrittlicher Technologie gemessen und in einer Plattform gesammelt werden. Ziel ist es, sehr genau zu erfassen, wie sich Menschen mit Arthrose fühlen, wie sie sich bewegen, wie sich ihre Krankheit entwickelt und welches Medikament für wen am wirksamsten ist.

Da körperliche, psychische und soziale Faktoren eine Rolle für die Gesundheit spielen, betrachten die Forscher das gesamte Spektrum von der Zelle bis zum Wohlbefinden. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen es ermöglichen, die Behandlung optimal auf den Menschen mit Arthrose abzustimmen.

Das Interdisciplinary Consortium for Clinical Movement Sciences & Technology (ICMS) ist eine Partnerschaft zwischen dem RadboudUMC, der Sint Maartenskliniek, Roessingh Research and Development und dem TechMed Centre der Universität Twente.

In TopTreat arbeiten diese Partner mit ReumaNederland, den Unternehmen ATRO Medical und Moveshelf, der Rheumastiftung Sint Maartenskliniek, der Twente Graduate School und dem niederländischen Verteidigungsministerium zusammen.

Entstehung und Fortschreiten von Arthrose bekämpfen

Wie hier schon berichtet (siehe News 2022) sollen im Rahmen der Initiative PROTO neuartige Interventionsstrategien entwickelt werden, um die Entstehung und das Fortschreiten von Osteoarthritis (OA) zu bekämpfen

Osteoarthritis (OA) ist eine chronisch fortschreitende Gelenkerkrankung, die durch Entzündungen gekennzeichnet ist, die Schmerzen, Steifheit, Schwellungen und einen allmählichen Verlust der Gelenkfunktion verursachen. Im Rahmen von PROTO soll das Hauptmerkmal der OA-Progression – die Entzündung – näher betrachtet werden und zwar die verschiedenen frühen Entzündungsstadien der Krankheit.

Das PROTO-Konsortium vereint Experten und Institutionen aus verschiedenen Bereichen, von der Wissenschaft über KMU bis hin zu Patientenorganisationen. Sie alle konzentrieren sich auf unterschiedliche und sich ergänzende Schritte in der klinischen Forschung zu Muskel-Skelett-Erkrankungen, von der Herstellung und Charakterisierung von Arzneimitteln für neuartige Therapien (ATMPs, ihrer Anwendung in der Klinik, der Durchführung von Biomarker-Analysen, Metabolomik und genetischer Profilerstellung bis hin zu Patienteninformationen und -beiträgen.

PROTO wird koordiniert von Tobias Winkler (Charité), Leiter der Forschungsgruppe für neuartige muskuloskelettale Therapien im Zentrum für muskuloskelettale Chirurgie, dem Berliner Gesundheitszentrum für regenerative Therapien und dem Julius-Wolff-Institut der Charité Berlin.

Insgesamt sind am Projekt vier akademische/universitäre Krankenhauseinrichtungen (Charité Berlin, University of Oulu Finnland, Paracelsus Medizinische Universität Salzburg  Queensland University of Technology), ein Unternehmen für regenerative Medizin im klinischen Stadium (Pluri), drei KMUs (NBS, KTEC, BtP), die die klinischen Studien unterstützen, zwei Patientenorganisationen (Reuma Netherland als Nutznießer und DRL als externer Unterstützer) und einem KMU für Projektmanagement (InnActa) beteiligt.

Forschung und neue Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose

Neuerungen in der Arthrose- und Knorpelforschung effizienter voranzubringen und in innovative Therapien umzusetzen – dieses Ziel verfolgt das „Knorpelnetz der Großregion“. Es wurde 2011 im Rahmen der Universität Saarbrücken der Großregion Saarland gegründet wurde. Mitglieder sind Knorpelforscherinnen und -forscher aus den Partnerländern Frankreich, Luxemburg, Belgien und dem Saarland.

Zum Jubiläumskongress am 28. und 29. September 2023 kommen rund 25 Grundlagenforscher, Orthopäden, Chirurgen, und Bewegungsspezialisten in der Saarbrücker Villa Europa zusammen. Organisiert wird die Tagung von Prof. Henning Madry, Prof. Magali Cucchiarini (Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung, Homburg) und Prof. Romain Seil (Luxemburg).

Expertenkreis für Gelenkserhalt und Knorpelregeneration

„Knorpelregeneration und Gelenkserhalt in Österreich ist leider immer noch unterrepräsentiert und die Österreicher damit unterversorgt. Zu früh und zu häufig werden vermeidbare künstliche Gelenke eingesetzt. Das hat unterschiedliche Gründe und das wollen wir ändern!“, kommentiert Dr. Wolfgang Zinser die Gründung des ersten Expertenkreises für Gelenkserhalt und Knorpelregeneration in Österreich.

Bern hat erstes Prothetikzentrum der Schweiz

Wie die Schweizer Online-Plattform Medinside berichtet, hat in Bern hat das erste Zentrum eröffnet, das ausschliesslich auf Hüft- und Knieprothetik spezialisiert ist.

In der Schweiz erhalten jährlich rund 22.000 Patienten ein künstliches Hüftgelenk und bei 18.000 Patienten wird ein künstliches Kniegelenk implantiert. Laut dem Implantatregister SIRIS bieten mehr als 150 Spitäler in der Schweiz Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen an. Nun hat das erste Prothetikzentrum der Schweiz eröffnet.

Das Berner Prothetikzentrum (BPZ), welches gemeinsam mit der Hirslanden Kinik Bern gegründet wurde, fokussiert sich ausschliesslich auf Hüft- und Knieprothetik und hat zum Ziel, die Resultate im Rahmen einer Prothesenimplantation oder einer Prothesenrevision weiter zu verbessern. Dazu gehört auch die roboterassistierte Prothesenimplantation.

Roboter-Total-Knieendoprothetik versus manuelle Knieprothetik

Im Rahmen einer Studie wurden Patienten untersucht, die eine Totalendoprothese (TEP) auf konventionelle Art erhielten oder eine Roboter-gestützte Knieprothese erhielten. Es ging darum herauszufinden, ob eine robotergestützte TEP die Art und Weise verändern könnte, wie Knieprothetik weltweit durchgeführt wird. Ziel war es auch, herauszufinden, ob die robotische TEP im Vergleich zur manuellen TEP die Kniefunktion, die Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit verbessern kann.

Gemessen wurden die Veränderung der Kniefunktion anhand des WOMAC-Funktions-Subscores. Zu den weiteren Ergebnissen zählten gelenkspezifische Scores, Lebensqualität, Patientenerwartungen und Patientenzufriedenheit. Die Studie kam laut OrthoEvidence zu folgender Interpretation: Bis zu sechs Monate nach der Operation wurden keine Unterschiede in Funktion, Lebensqualität, Patientenerwartung und Patientenzufriedenheit zwischen robotischer TEP und manueller TEP beobachtet.

Allerdings waren die Schmerzwerte in der Roboter-TEP-Gruppe deutlich besser (wenn auch nicht klinisch bedeutsam). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Roboter-TEP möglicherweise nicht viel besser ist als die manuelle TKA und nur sehr geringe Vorteile bei den klinischen Ergebnissen bietet.

Smartphone assistiertes Arthrosetraining

Ein aktuelles Forschungsprojekt untersucht ein digital unterstütztes Trainings- und Edukationsprogramm für Menschen mit Hüft- und/oder Kniearthrose zur Verbesserung der Versorgungssituation. Im Projekt „SmArt-E“ – Smartphone-assistiertes Arthrosetraining mit Edukation – untersucht ein Konsortium unter Führung der HS Gesundheit Bochum eine neue bewegungsbezogene Versorgungsform zur Behandlung von Arthrose. Ziel des Projekts ist es, die Wirksamkeit und den Mehrwert einer App-assistierten Versorgungsform zu prüfen. Die Intervention soll insbesondere die Schmerzen reduzieren und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern.

Neue orthopädische Reha in Bad Erlach

Das Gesundheits- und Rehabilitationszentrum Moorheilbad Harbach plant in Bad Erlach, Bezirk Wiener Neustadt, ein neues Gesundheitszentrum für orthopädische Rehabilitation. Im Sommer 2024 wird das neue Gesundheitszentrum eröffnet. Das Rehabilitationszentrum wird an das bestehende Lebens.Med Zentrum angeschlossen. Der Zubau umfasst 80 Betten samt der notwendigen Infrastruktur. Es werden sowohl Patient*innen von den Sozialversicherungen als auch Privatpatienten betreut werden. Mit der neuen, dislozierten „Rehabilitationsklinik Moorheilbad Harbach“ kann zukünftig für die Bevölkerung in der Thermenregion orthopädische Rehabilitation auf höchstem Niveau angeboten werden.

10 Jahre Berliner Knorpelsymposium

Das Berliner Knorpelsymposium feiert das 10-jährige Jubiläum und ist ein wichtiger Kongress für die Themen Knorpelregeneration und Gelenkerhalt. Vom 12. bis 15. Mai 2023 gibt es wieder ein Update rund um die konservativen und operativen Therapien zum Erhalt und zur Regeneration der Gelenkknorpel. Gleichzeitig findet auch das 5. QKG Jahremeeting (Qualitätskreis Knorpel-Repair & Gelenkerhalt e.V.) statt.

Laut Veranstalter sei es inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass eine gut indizierte und rechtzeitige Knorpeltherapie Arthrose verzögern oder aufhalten kann, und dadurch beispielsweise im Kniebereich über 20% der Knieprothesen pro Jahr in Deutschland vermieden werden könnten. Die Autologe Chondrocytentransplantation zähle inzwischen mit über 80% sehr guten Langzeitergebnissen zu den bestuntersuchten und erfolgreichsten operativen Verfahren in der Orthopädie und habe längst das Stadium der „experimentellen Medizin“ verlassen. Dennoch stehe der Gelenkerhalt im Gegensatz zum Gelenkersatz immer wieder vor hohen administrativen und abrechnungstechnischen Hürden, die es im Sinne der Patienten zu nehmen gilt.

Ist der Kurzschaft die Zukunft?

Das A2® Kurzschaftsystem war ein wichtiger Bestandteil in der Firmenentwicklung seit der Unternehmensgründung von Artiqo (vorher ImplanTec) vor 10 Jahren. Ein riskantes Unterfangen, denn die Kurzschäfte waren damals noch in der Versorgungsnische für jüngere Patienten. Ulrich Bücken, Geschäftsführer der ARTIQO GmbH schildert im Interview, welche Überlegungen zur Entwicklung des A2® Systems führten und warum er an die Zukunft des Kurzschaftes als Standardversorgung glaubt.

Ein Kurzschaft als Standardschaft? Davon überzeugt ist auch Dr. Frank Horst, Sendenhorst. Er hat bereits 12.000 Kurzschaft-Implantationen geführt und blickt anlässlich des Artiqo-Firmenjubiläums auf die Geschichte des A2® Kurzschafts zurück, den er mitentwickelt hat.

Arthrose, Knorpel und Gelenke: News 2022

Hüft- und Knieprothese: Welche Befestigung im Knochen ist die beste

Bei der stabilen Verankerung der Prothese im Knochen stehen zur Auswahl: die sogenannte „Press-Fit“-Befestigung direkt in das Knochenlager hinein sowie ein „Formschluss“ mittels der sogenannten Zementierung. Laut dem Jahresbericht 2022 des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) zementieren Orthopädinnen und Orthopäden aktuell 95 Prozent der Kniegelenks-Totalendoprothesen und 90 Prozent der Teilersätze. Künstliche Hüftgelenke wiederum werden überwiegend – in 77 Prozent der Fälle – direkt in den Knochen hineingepresst. Hier gehts zur Pressemeldung der AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik.

Weltweit drittgrößtes Endoprothesenregister zieht Bilanz

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) warnt davor, beim Aufbau des Implantateregisters Deutschland auf das Know-how und den Datenschatz des Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) zu verzichten. Planungen des deutschen Bundesgesundheitsministeriums zufolge soll ein neues Implantateregister mit eigener Behörde geschaffen werden. Hier gehts zur Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie.

Künstlicher Knorpel statt Gelenkersatz

Forscher der Duke University haben den ersten Knie-Knorpelersatz auf Gelbasis entwickelt, der noch stärker und haltbarer ist als der natürliche. Mechanische Tests zeigen, dass sich das neue Hydrogel, ein Material aus wasserabsorbierenden Polymeren, mit höherer Kraft als natürlicher Knorpel zusammengepressen und dehnen lässt, ohne an Elastizität zu verlieren. Implantate aus dem Material werden derzeit von Sparta Biomedical  Schafen getestet. Im nächsten Jahr sollen klinische Studien an Menschen beginnen. Hier gehts zur Pressemeldung der Duke University.

Ab wann ist man zu alt für ein neues Hüft- oder Kniegelenk?

Viele Seniorinnen und Senioren leiden an schmerzhafter Arthrose ihrer Hüft- und Kniegelenke. Dadurch sind sie in ihrem Alltag und ihrer Mobilität oft massiv eingeschränkt. Ein Ersatzgelenk könnte ihre Schmerzen nehmen und die Beweglichkeit wiederherstellen. Doch bis zu welchem Alter darf man einen solchen Eingriff riskieren? Hier gehts zur Pressemeldung der AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik.

Daumengelenk-Endoprothese im Kommen

Generell ist das Verfahren in Deutschland noch kaum verbreitet. Dabei sind die bisherigen Resultate hervorragend, weiß Klinikdirektor Prof. Dr. Marcus Lehnhardt: „Die bisherigen Verfahren haben gezeigt, dass die Betroffenen ihre Kraft und Beweglichkeit deutlich schneller wiedererlangt haben. Auch aufgrund der viel schnelleren Rehabilitation wird dieses innovative Verfahren am Bergmannsheil mittlerweile als Standardoption angeboten. Hier gehts zur Pressmeldung des Universitätsklinikums Bergmannsheil.

Wie sieht das künstliche Hüftgelenk der Zukunft aus?

Damit beschäftigt sich Privatdozent Dr. Daniel Klüß von der Universitätsmedizin Rostock. „Die neue Generation an Hüftimplantaten wird mit Intelligenz ausgestattet sein“, sagt Klüß, dessen Forschungsschwerpunkt Biomechanik ist. Hier gehts zur Pressemeldung der Universitätsmedizin Rostock.

Hilfe bei chronischen Knieschmerzen

Am Asklepios Klinikum Harburg wird – insbesondere für jüngere Patienten – die Kniegelenksarterien-Embolisation angeboten. Inwieweit Kniearthrose-Betroffene dafür geeignet sind, ist von verschiedenen klinischen und bildgebenden Faktoren und der Entscheidung des interdisziplinären Knie-Expertenteams abhängig. Hier gehts zur Pressemeldung des Asklepios Klinikum Harburg.

Arthritis ist nicht gleich Arthritis

Doch die Diagnose, unter welcher Art von entzündlicher Erkrankung die Gelenke genau leiden, fällt nicht immer leicht. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt der FAU und des Universitätsklinikums Erlangen konnten Informatiker und Medizinerinnen einem künstlichen neuronalen Netzwerk beibringen, zwischen rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und gesunden Gelenken zu unterscheiden. Hier gehts zu den Pressemeldungen der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Uniklinikum Erlangen.

7,5 Mio. Euro für Arthrose-Prävention

Im aktuellen EU Horizon Europe Programm konnte ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) eine Fördersumme von 7,5 Millionen Euro einwerben. Ziel der Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen ist es, der chronischen Arthrose mit Schmerzen und Knorpelschäden vorzubeugen. Dazu wollen sie der zugrundeliegenden Entzündung im Gelenk entgegenwirken. Hier gehts zur Pressemeldung des Berlin Institute of Health.

Hüft- und Knieprothesen: Muskeltraining und Gewichtskontrolle verbessern Haltbarkeit

Bewegungsmangel und Gewichtszunahme können die Haltbarkeit von Hüft- und Knieprothesen beeinträchtigen. Denn ein geschwächter Muskel-, Band- und Sehnenapparat erhöht die Sturzneigung. Auch die Gefahr einer Luxation, der Auskugelung des Kunstgelenks, steigt, wenn kraftlose Muskeln das Implantat nicht mehr am Platz halten können. Ein möglichst tägliches gezieltes Training von Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer sowie Gewichtskontrolle sind daher ratsam. Hier gehts zur Pressemeldung der AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik.

Studie über individuelle Knieprothese

Neue technologische Fortschritte haben in den letzten Jahrzehnten den Wettlauf um den „glücklichsten Patienten'“ nach einer Knie-Totalendoprothese angeheizt. Jetzt legt der Implantate-Hersteller Conformis eine Studie vor. Die Patienten in dieser Studie mit beidseitigem Kniegelenksersatz zeigten laut Studienautoren insgesamt eine Präferenz für eine individuell angepasste Knie-Totalendoprothese (C-TKA) gegenüber den Standardprothesen in allen untersuchten Kategorien: Schmerz, Bewegung, Stabilität, ’normales‘ Gefühl und Gesamtpräferenz.

Arthrose, Knorpel und Gelenke: News 2021

Mangelndes Wissen bei Ärzten über Bewegung

Eine Studie – erschienen im Osteoarthritis und Cartilage Journal – zur Thematik „Untersuchung der Einstellungen und Überzeugungen von Ärzten in Bezug auf körperliche Aktivität und Bewegungstherapie zur Behandlung von Personen mit Knie- und/oder Hüftarthrose (OA)“ zeigt bedenkliche Ergebnisse: viele Kliniker, die sich mit der Behandlung von Knie- und Hüft-OA befassen, insbesondere Allgemeinmediziner und Physiotherapeuten, betrachten Arthrose als eine Krankheit mit geringer Priorität, bei der ein Fortschreiten der Symptome zu erwarten ist, so dass eine Gelenkersatzoperation schließlich unvermeidlich ist.

Darüber hinaus scheint es vielen Ärzten an Wissen über und Interesse an körperlicher Aktivität und Bewegungstherapie bei der Behandlung von Knie-/Hüft-Arthrose zu mangeln, und sie scheinen unsicher zu sein, was die Wirksamkeit und Sicherheit von körperlicher Aktivität und Bewegungstherapie für die Gelenkgesundheit angeht.

Die Einstellungen und Überzeugungen von Ärzten in Bezug auf körperliche Aktivität und Bewegungstherapie bei Arthrose scheinen ein veraltetes Bild widerzuspiegeln, das Arthrose als Abnutzungskrankheit mit unvermeidlichem Fortschreiten der Erkrankung bis hin zur Gelenkersatzoperation beschreibt.

Kliniker müssen eine zeitgemäße Sichtweise einnehmen, die den aktuellen Wissensstand und die evidenzbasierte Praxis genau widerspiegelt, um so eine konsequente Nutzung der Bewegungstherapie als Erstbehandlung zu gewährleisten, wie sie in den Leitlinien für Osteoarthritis empfohlen wird.

Knorpelmatrix als natürliches Biomaterial für Knorpelregeneration

Um den Regenerationsprozess von Knorpelschäden nachhaltig zu verbessern, nutzt die orthopädisch-unfallchirurgische Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Sylvia Nürnberger von der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der MedUni Wien, in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie im Trauma-Forschungszentrum der AUVA, das Potenzial, das in der natürlichen Knorpelmatrix steckt. Hier gehts zur Pressemeldung der Medizinischen Universität Wien.

Künstliche Hüftgelenke: Zementieren oder nicht zementieren?

Welchen Einfluss hat der Body-Mass-Index darauf, ein Implantat zu erhalten? Wie lange halten Hüft- und Knieimplantate im menschlichen Körper und was sind die Gründe für Wechseloperationen? Wer ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk erhält, hat viele Fragen. Das Endoprothesenregister (EPRD) informiert mit einer patientenverständlichen Broschüre. Hier geht’s zum Download der EPRD Patienteninformation.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein neues Hüft- oder Kniegelenk?

Wie lange kann man mit der Implantation eines Ersatzgelenks warten, ohne Nachteile, etwa Schäden durch Schonhaltungen, Hinken oder die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses zu erleiden? Über den richtigen Zeitpunkt für eine neue Hüft- und Knieprothese diskutierten Experten der AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. beim AE-Jahreskongress 2021.

Gelenkersatz: Bei Kliniksuche auf Fallzahlen achten

Ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk soll möglichst viele Jahre seinen Dienst tun. Doch wie findet man eine Klinik mit guten Langzeitergebnissen? Dies ist eines der wichtigsten Anliegen von Patientinnen und Patienten, die vor der Implantation eines Ersatzgelenks stehen.

Tatsächlich belegen die Auswertungen des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD), dass das Risiko einer verfrühten Wechseloperation tendenziell geringer ist, wenn die Erstimplantation an einer Klinik erfolgt, die viele solcher Eingriffe durchführt. Dennoch: Nicht jedes fallzahlstarke Krankenhaus weist automatisch ein besseres Ergebnis auf. Vielmehr gibt es Ausnahmen in beide Richtungen. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. rät deshalb, bei der Wahl einer Klinik als Qualitätsindikator nicht nur die Teilnahme am EPRD zu erfragen, sondern auch die tatsächlichen Ergebnisse.

Innovation in der Orthopädie nötig

Für eine optimale Versorgung sind für bestimmte Bereiche im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie auch weiterhin Innovationen sehr wichtig. Dazu gehören vor allem die Behandlung der Volkskrankheiten Arthrose und Osteoporose, die individualisierte Rekonstruktion von traumatisch bzw. degenerativ erworbenen Knochen- bzw. Gewebedefekten mit biologischem Wiederaufbau, die Weiterentwicklung schonender minimal-invasiver Operationsverfahren und die sichere Anwendung von Implantaten. Darüber diskutierten Experten anlässlich des Medizintechnik-Kongresses MedtecSUMMIT 2021.

Arthrose, Knorpel und Gelenke: News 2019

Weltweit größte Studie zu Arthrose liefert neue Behandlungsansätze

Prof. Dr. Eleftheria Zeggini, Direktorin des Instituts für Translationale Genomik am Helmholtz Zentrum München: „Arthrose ist eine sehr häufige, unheilbare Krankheit. Wir haben die bisher größte Studie zur Arthrose durchgeführt und über 50 neue genetische Veränderungen gefunden, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Das ist ein großer Fortschritt für die Entwicklung von Therapien, die Millionen von Betroffenen helfen könnten.“ Hier gehts zur Pressemeldung des Helmholtz Zentrums München.

Neuartige Implantate für Arthrose Patienten

Einen völlig neuen Implantat-Typ zur Behandlung von Arthrose kleiner Gelenke in der Hand entwickeln sieben Partner im europäischen Projekt APRICOT. Die Implantation des neuartigen Materials auf Polymerbasis soll keine invasive Operation erfordern. Damit können gesunde Knochen und Gewebe erhalten bleiben. Hier gehts zu den Pressemeldungen des Fraunhofer-Instituts und APRICOT.

Die auf dieser Website zur Verfügung gestellten Informationen dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt deines Vertrauens!

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Foto: Shutterstock

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