Osteoarthritis Fälle nehmen weltweit zu
Arthrose

Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an: eine Milliarde bis 2050 betroffen

Zuletzt aktualisiert am 8. November 2023 von tirolturtle

Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an: laut den neuesten Global Burden of Disease Daten sind aktuell 595 Millionen Menschen von Arthrose betroffen. 2050 könnten es eine Milliarde sein.

Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an: Seit ich über Arthrose blogge, habe ich noch nie ähnliches erlebt. Im August 2023 rauschte eine Welle zum Thema Arthrose durch Österreichs Medienlandschaft. Auch international berichteten Medien über den weltweit dramatischen Anstieg von Arthrose Fällen.

Für mich keine große Überraschung. Ich recherchiere nunmehr seit acht Jahren zum Thema Arthrose. Anfangs wurde ich dafür belächelt. Man stellte mir teils kopfschüttelnd die Frage: Warum bloggst du über Arthrose?

Um diese gleich vorweg zu beantworten: Zum einen bin ich selbst von Arthrose betroffen, zum anderen war mir bereits zum Start meines Blogs im Jahr 2015 klar, dass Arthrose ein bestimmendes Thema werden wird.

Die Menschen werden immer älter, auch tragen die bekannten Risikofaktoren, wie zu wenig Bewegung und Übergewicht zu den Risikofaktoren und damit steigenden Zahlen bei.

Unerwähnt sollte auch nicht bleiben, dass es bis dato keine erfolgversprechende Therapie für die Heilung von Arthrose, Gelenkverschleiß und Knorpelabbau gibt.

Natürlich wirken sich ausreichend Bewegung, das aktive Gewichtsmanagement, die gesunde Ernährung und alle individuellen Maßnahmen (von der Physiotherapie bis zur Orthese, von der Nahrungsergänzung bis zur Infiltration, etc.) positiv aus.

Es gibt zahlreiche konservative Therapien, wie beispielsweise die auf Arthrose spezialisierte GLA:D Therapie im Rahmen der Physiotherapie.

Auch auf dem Gebiet der Knorpelregeneration und Stammzellentherapie tut sich einiges. Bleib darüber auf dem Laufenden und verfolge meinen Arthrose-Newsticker zu folgenden Themen:

  1. Arthrose Medikamente und Studien: Wie sind die Erfolgsaussichten?
  2. Arthrose, Knorpel und künstliche Gelenke: Was gibt es Neues?

Doch aktuell müssen wir dem Arthrose-Tsunami ins Auge schauen, genauer gesagt auf die neuesten Global Burden of Disease (GBD) Daten über Arthrose (engl. Osteoarthritis). Dazu ist im The Lancet Rheumatology eine ausführliche Studie mit ausführlichen Daten und Zahlen erschienen.

In dieser systematischen Analyse für die Global Burden of Disease Study wurde die Prävalenz von Osteoarthritis in 204 Ländern und Gebieten von 1990 bis 2020 erhoben, aufgeschlüsselt nach Hand-, Hüft-, Knie- und andere Arthrose-Erkrankungen für verschiedene Regionen, Altersgruppen, Geschlechter und Zeiträume. 

Kurz gefasst ist die Anzahl an Arthrose Fällen weltweit um 132,2 Prozent gestiegen! Und zwar von 256 Millionen in 1990 auf 595 Millionen in 2020, berichtet das Autorenteam unter Jamie Steinmetz vom Institut for Health Metrics and Evaluation in Seattle, Bundesstaat Washington.

Die Studie gibt an, dass Übergewicht als der einzige hauptsächlich beeinflussbaren Faktor gilt. 2050 werden nahezu eine Milliarde Menschen von Arthrose betroffen sein.

Davon werde es 642 Mio. Menschen mit Gonarthrose (Knie) geben, schätzen die Forscher, gefolgt von 279 Mio. mit Handarthrose und 62,6 Mio. mit Coxarthrose (Hüfte) sowie 118 Mio. Personen mit anderen Arten von Arthrosen.

Bei Global Burden of Disease (GBD) handelt es sich um eine Veröffentlichungsreihe zur Entwicklung, Verbreitung und Bedeutung verschiedener Erkrankungen für die Weltbevölkerung.

Osteoarthritis Fälle nehmen weltweit zu

 

Arthrose Fälle steigen weltweit an: mediale Welle in Österreich

Die Kleine Zeitung berichtet über den dramatischen Anstieg an Arthrose Fällen: Immer mehr Menschen leiden an Arthrose

… 595 Millionen Menschen haben im Jahr 2020 weltweit an Arthrosen, also oft schmerzhaften Abnützungserscheinungen von Knie-, Hüft- oder anderen Gelenken gelitten. Die Zahl der Betroffenen steigt dramatisch. Übergewicht dürfte der hauptsächliche beeinflussbare Risikofaktor sein, zeigt jetzt eine Studie, die in „Lancet Rheumatology“ erschienen ist.

Das internationale Studienteam hat im Rahmen der Veröffentlichungsreihe zu der Entwicklung, Verbreitung und Bedeutung verschiedener Erkrankungen für die Weltbevölkerung (Global Burden of Disease; GBD) die Informationen aus insgesamt 204 Staaten der Erde zum Thema Arthrosen analysiert und jetzt veröffentlicht. Für Menschen über 70 Jahre bedeutete demnach Gelenksabnützung bereits die siebent-häufigste Ursache für eine ständige Krankheitsbelastung…

Im Standard heißt es über die Studie: Übergewicht steigert das Risiko für Arthrose

… Weltweit litten 2020 rund 595 Millionen Menschen an Osteoarthrosen, das waren 7,6 Prozent der Weltbevölkerung und bedeutete einen Anstieg um 132,2 Prozent gegenüber 1990. Und die Tendenz ist steigend.

Im Vergleich zu 2020 dürfte die Zahl der Fälle bis 2050 für die Kniegelenksarthrosen um 74,9 Prozent, für Erkrankungen der Fingergelenke um 48,6 Prozent, bei den Hüftgelenksarthrosen um 78,6 Prozent und für andere Formen der Erkrankung um 95,1 Prozent steigen, stellte das Autorenteam unter Jamie Steinmetz vom Institut für Gesundheitsstatistik in Seattle, fest.

Im Jahr 1990 seien auf 100.000 Personen noch 233 Lebensjahre durch Behinderung infolge von Arthrose-Erkrankungen „verloren“ worden, im Jahr 2020 waren es bereits 250 Jahre pro 100.000. Frauen sind insgesamt häufiger von Gelenksabnützung betroffen als Männer…

Der Kurier berichtet über Abnützung der Gelenke: weltweit nehmen Arthrosen zu

… Alter und Geschlecht sind unbeeinflussbar. Für die Zunahme der Erkrankungen mit einer hohen Krankheitslast vor allem wegen der zumeist chronischen Schmerzen gibt es offenbar nur einen vermeidbaren Risikofaktor: Übergewicht bzw. Adipositas.

Die grafischen Darstellungen zeigen besonders die USA, Großbritannien, Argentinien, Russland, Japan und Australien als die am meisten belasteten Länder. Mitteleuropa ist etwas weniger stark betroffen, am wenigsten afrikanische Staaten sowie Länder wie Indonesien oder Vietnam.

Laut den Daten dürften in Österreich knapp 700.000 Menschen eine Kniegelengsarthrose aufweisen. Die Häufigkeit entspricht in etwa jener in Westeuropa. An Hüftgelenksarthrosen sind etwa 125.000 Personen erkrankt. Auch hier liegt Österreich im westeuropäischen Durchschnitt…

Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an: internationale Berichterstattung

Neben den österreichischen Medien berichteten auch zahlreiche internationale Medien und Fachjournale. Das kanadische Magazin Global News berichtet über den dramatischen Anstieg an Arthrose Fällen:

… Einer neuen Studie zufolge hat sich die Zahl der Osteoarthritis-Fälle in Kanada in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Bis zum Jahr 2050 könnten weltweit bis zu 1 Milliarde Menschen von dieser Krankheit betroffen sein.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift The Lancet Rheumatology veröffentlicht wurde, ergab, dass die Zahl der Osteoarthritis-Fälle zwischen 1990 und 2020 weltweit von 256 Millionen auf 595 Millionen gestiegen ist – ein Anstieg um 132 Prozent. In Kanada stiegen die Fälle im gleichen Zeitraum von 1,8 Millionen auf 4,1 Millionen…

Das Magzin Healio Rheumatology zitiert Dr. Jamie Steinmetz vom Institute for Health Metrics and Evaluation: Bis 2050 werden voraussichtlich fast 1 Milliarde Menschen von Osteoarthritis betroffen sein

… Angesichts der Tatsache, dass die Menschen immer länger leben und die Weltbevölkerung wächst, müssen wir uns auf die Belastung der Gesundheitssysteme in den meisten Ländern einstellen.

Es gibt derzeit keine wirksame Heilung für Arthrose, daher ist es wichtig, dass wir uns auf Strategien der Prävention und Frühintervention konzentrieren und teure, wirksame Behandlungen wie Gelenkersatz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erschwinglicher machen…

Arthrose Fälle steigen weltweit dramatisch an: WHO gesundes Jahrzehnt

Die im The Lancet Rheumatology erschienen Studie weist auf das Jahrzehnt des gesunden Alterns hin. Das unterstreicht die Notwendigkeit, Krankheiten wie Arthrose, die die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität stark beeinträchtigen, zu bekämpfen.

Was ist das Jahrzehnt des gesunden Alterns: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Federführung des von den Vereinten Nationen (UN) für das von 2021 bis 2030 ausgerufenen „Jahrzehnts des gesunden Alterns“ übernommen.

Weltweit nimmt der Anteil der älteren Bevölkerung zu: Bis 2050 soll sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung verdoppelt haben.

Die WHO ruft im Zuge der „Decade of healthy ageing“ Regierungen, Zivilgesellschaft, Expertinnen sowie Experten aus Wissenschaft und Praxis dazu auf, ihre unterschiedlichen Expertisen in diesem Gebiet zusammenzubringen.

Das übergreifende Ziel dieser intersektoralen Zusammenarbeit ist dabei, das Leben älterer Menschen sowie deren soziales und räumliches Umfeld zu verbessern und deren Gesundheit zu fördern. Quelle: Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. 

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Fotos: Shutterstock, The Lancet Rheumatology

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