Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP
Arthrose

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP: Pilotprojekt an der Klinik Innsbruck

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP: An der Universitätsklinik Innsbruck startet ein österreichweit einzigartiges Pilotprojekt für Patient*innen mit Hüftprothese.

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP – das ist kurzgefasst, das Angebot eines neuen Pilotprojekts, das im Frühsommer 2022 an der Universitätsklinik Innsbruck starten und Arthrose Betroffenen Unterstützung bieten soll.

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP

Mag. Barbara Ganahl, Physiotherapeutin

Konkret geht es um Patient*innen, bei denen ein Gelenkersatz bzw. eine Hüft-TEP (Totalendprothese an der Hüfte) geplant ist.

Die Betroffenen sollen konkrete Hilfestellung für den Alltag vor und nach Hüft-OP bekommen.

Und zwar in Form eines „physiotherapeutischen Hausbesuchs“ vor einer geplanten Hüft-OP.

Initiatorin des Pilotprojekts ist Mag. Barbara Ganahl, leitende Physiotherapeutin am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Universitätsklinik Innsbruck – Tirol Kliniken.

Eine persönliche Anmerkung dazu: Dieses Pilotprojekt ist absolut zu begrüßen. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei der Pilotphase bleibt, sondern als fixe Einrichtung implementiert wird.

Und das nicht nur an der Universitätsklinik Innsbruck, sondern an allen Krankenhäusern in Österreich mit orthopädischen Abteilungen bzw. an den österreichischen EndoProthetikZentren.

Auf www.endocert.de findest du eine Übersicht über zertifizierte EndoProthetikZentren.

 

Die Innsbrucker Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie ist ein zertifiziertes EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) und erfüllt damit die Kriterien der EndoCert-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Laut aktueller Presseaussendung der Tirol Kliniken GmbH wurden allein im Jahr 2021 an der Universitätsklinik Innsbruck 577 Hüftprothesen eingesetzt. Betroffene wissen, was das heißt: Gelenkersatz ist kein Spaziergang und häufig mit Unsicherheit und Ängsten verbunden.

Es tauchen Fragen auf, wie:

  • Was darf ich nach einer Hüft-OP machen?
  • Wie kann ich den Alltag bewältigen?
  • Wie kann ich allein aufstehen?
  • Wo sind die Gefahrenquellen im Haushalt?

Wie groß der Bedarf an Information ist, zeigt sich für uns Gründer*innen der österreichischen und deutschen Arthrose Selbsthilfe am regen Zulauf, Diskussion und Austausch in unseren Arthrose Selbsthilfegruppen.

Arthrose Betroffene bzw. Betroffene mit Gelenkersatz an Knie, Hüfte, etc. können sich hier informieren und austauschen:

 

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP: Ängste nehmen

Wie das an der Universitätsklinik Innsbruck initiierte Pilotprojekt in Form der österreichweit einzigartigen Unterstützung vor und nach Hüft-OP – ablaufen soll, kannst du der folgenden Presseaussendung der Tirol Kliniken entnehmen:

577 Hüftprothesen wurden allein im Jahr 2021 an der Innsbrucker Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie eingesetzt. Eine Hüftoperation mit Prothese ist für die betroffenen Personen auch nach erfolgreicher Operation ein großer Einschnitt im Alltag.

Gerade in der Zeit kurz nach dem Eingriff kämpfen viele Patient*innen mit Ängsten vor einer Luxation (Ausrenkung) des künstlichen Gelenkes und trauen sich nicht mit gutem Gefühl nach Hause in ihre gewohnte Umgebung.

Um diesen Ängsten und potenziellen Gefahrenquellen besser zu begegnen, rief Barbara Ganahl, leitende Physiotherapeutin am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Tirol Kliniken (Leitung: Institutsvorstand Erich Mur), mit ihrem Team ein Pilotprojekt ins Leben, das in Österreich erstmalig zum Einsatz kommt.

Hausbesuch vor geplanter Hüft-OP: Stolperfallen klären

Ab Frühsommer 2022 wird je nach Risikoabschätzung Patient*innen ein Hausbesuch vor der geplanten Hüftoperation von einer/ einem Physiotherapeut:in des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation angeboten.

Bei diesem Besuch werden mögliche Stolperfallen, optimale Liege- und Sitzmöglichkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten genau eruiert und besprochen.

Klassische Themen sind:

  • rutschende Teppiche
  • kritische Betthöhen
  • oder einfach nur Tipps für das Hinsetzen und Aufstehen mit der neuen Prothese.

 

Hausbesuch Hüft-OP Rohit Arora

Prof. Rohit Arora

„Uns geht es aber nicht nur darum, Gefahren aufzuzeigen“, erklärt Ganahl, „sondern im Gegenteil auch zu zeigen, was alles möglich ist mit dem neuen Hüftgelenk, das meist natürlich auch besser funktioniert als vor der Operation.“

Rohit Arora, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie weist auf die Vorteile dieses gemeinsamen Projektes hin:

„Unser Ziel ist es, dass sich die Patientinnen und Patienten nicht nur während des Aufenthaltes bei uns, sondern schon vorher bestens aufgehoben wissen, sie sich sicher fühlen bei der Entlassung und sich möglichst bald trauen, ihren Alltag daheim mit ihrer Hüftprothese zu leben. Wir wollen, dass Patientinnen und Patienten gut vorbereitet zur Operation kommen.“

Ein weiterer Vorteil dieses Projektes ist, dass Patient*innen mit Hüftprothesen mit dieser Sicherheit meist früher nach Hause entlassen werden können.

 

Wenn du noch mehr zum Thema künstliche Hüftgelenke und Hüft-OP erfahren möchtest, dann empfehle ich dir mein ausführliches Interview mit OA Priv.-Doz. Dr. Jochen Hofstätter zu den Themen Endprothetik, Behandlung, Endoprothesenregister und vieles mehr.

Dr. Jochen Hofstätter ist als Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie mit Spezialisierung auf Hüftendoprothetik am Orthopädischen Spital Wien Speising als Senior-Hauptoperateur des EndoProthetikZentrums tätig. Zudem leitet er das Michael Ogon Labor für Orthopädische Forschung.

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Quelle: Presseaussendung Tirol Kliniken GmbH

Fotos: C. Unterwurzacher

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