Vortrag Dr. Christian Fulghum
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Arthrose Experte Christian Fulghum: Vortrag über Gelenkersatz

Zuletzt aktualisiert am 23. Februar 2021 von tirolturtle

Arthrose Experte Christian Fulghum hielt beim ersten Treffen der Arthrose Selbsthilfegruppe TEPFIT einen Vortrag über Gelenkersatz. Ich war als Zaungast dabei.

Arthrose Vortrag Dr. Christian Fulghum über Gelenkersatz – das war einer der Programmpunkte des ersten analogen Treffens der Selbsthilfegruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie). TEPFIT bedeutet übersetzt „Fit mit TotalEndoProthese“.

Warum ein analoges Treffen? Die TEPFIT Selbsthilfegruppe ist im Rahmen einer Facebookgruppe online organisiert. Die Mitglieder tauschen sich also ausschließlich online aus. Und so entschieden sich die Gruppen-Admins ein analoges Treffen zu veranstalten.

Einer der Admins und Gründer der TEPFIT Gruppe ist Peter Herrchen. So wie ich bloggt auch Peter über Arthrose und ist Träger von zwei künstlichen Hüftgelenken. Auf Endoprothese und Sport kannst du Peters persönliche Erfahrungen mit Arthrose nachlesen.

In der Administration und Moderation der TEPFIT Facebookgruppe wird Peter Herrchen von Theresa Schreiber und Ulrike Steyrer unterstützt. Beide Damen sind ebenfalls von Arthrose betroffen und Trägerinnen künstlicher Gelenke.

 

Vortrag Dr. Christian Fulghum

Die Admins der TEPFIT Facebookgruppe Theresa Schreiber, Peter Herrchen und Ulrike Steyer (v.l.) mit Dr. Christian Fulghum (l.)

 

Wenn du mehr über Arthrose Facebookgruppen wissen möchtest –  welche es gibt, wie du sie findest, wie man in Gruppen agiert – dann empfehle ich dir meine Blogbeiträge. Darin findest du eine Übersicht der wichtigsten deutschsprachigen Arthrose Selbsthilfegruppen in sozialen Netzwerken:

Arthrose Selbsthilfegruppen auf Facebook: die aktuelle Liste

Arthrose Selbsthilfegruppen auf Facebook: die Anleitung

In der TEPFIT Facebookgruppe sind künstliche Gelenke das zentrale Thema.  Die mittlerweile über 4.000 Mitglieder (Edit 2020) tauschen sich rund um Fragen zu Hüft- und Knieoperationen aus  und unterstützen einander bei offenen Fragen: OP-Vorbereitung, Reha, sportliche Aktivitäten mit künstlichen Knie- und Hüftgelenken und vieles mehr.

Vom 17. bis 19. November 2016 fand das erste TEPFIT-Treffen oder besser gesagt TEPFIT-Wochende statt. Die Organisation für das Treffen haben Peter Herrchen und Heidi Rauch übernommen. Sie sind gemeinsam die Autoren des Arthrose Ratgebers Mut zur neuen Hüfte – Mut zum neuen Knie.

Arthrose Experte Christian Fulghum

Meine deutschen Bloggerkolleg*innen Peter Herrchen und Heidi Rauch mit Arthrose Experte Dr. Christian Fulghum (v.l.)

 

Heidi ist ebenso wie Peter doppelte Hüft-TEP-Trägerin. Sie zählt so wie Peter zu meinen Bloggerkolleg*innen in Deutschland. Auf Titanhüfte gibt sie ihre persönlichen Erfahrungen mit zwei künstlichen Hüftgelenken weiter.

Die Idee eines analogen Selbsthilfetreffens fand ich richtig gut. Da ich selbst Gründerin und Admin der digitalen österreichischen Arthrose Selbsthilfegruppe Arthrose Forum Austria – Hilfe, Infos, Tipps bin, wollte ich das Treffen keinesfalls versäumen.

Zudem fand ich die Idee charmant, Heidi Rauch, Peter Herrchen, Ulrike Steyer und Theresa Schreiber sowie betroffene Mitglieder aus der TEPFIT-Gruppe persönlich kennenzulernen. Und gleichzeitig den grenzüberschreitenden Austausch zu pflegen.

Von Innsbruck bis zum Tagungsort im Schloss Aufhausen in Erding bei München ist es ja nicht allzu weit. Und so kam es, dass ich als österreichische Arthrose Bloggerin beim ersten Treffen der TEPFIT-Selbsthilfegruppe als Zaungast dabei war.

 

Vortrag Dr. Christian Fulghum

Gelenkexperte Dr. Christian Fulghum von der endogap-Garmisch-Partenkirchen trifft auf eine interessierte TEPFIT-Zuhörerschaft.

 

Das Treffen selbst war als Wochenend-Veranstaltung konzipiert. Ich konnte nicht das gesamte Wochenende dabei sein und habe mir daher den Arthrose Vortrag von Dr. Christian Fulghum herausgepickt. Früh morgens losgefahren, erreichte ich nach einer Fahrzeit von knappen zwei Stunden den Tagungsort.

Arthrose Experte Christian Fulghum klärt über Gelenkersatz auf

Überrascht beim ersten „Beschnuppern“ der 27 angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer war ich vom Altersschnitt. Ich erlebe es in meinem persönlichen Umfeld immer wieder, dass viele Menschen glauben Arthrose und künstliche Gelenke betreffe nur ältere.

Dass dem nicht so ist, zeigte das erste TEPFIT-Treffen ganz deutlich. Es waren alle Altersstufen vertreten. Erstaunt hat mich auch als Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz im Klinikum Garmisch-Partenkirchen zu Beginn seines Vortrags fragte: „Wer ist Hüfte, wer ist Knie?“ und sich ausschließlich „Hüften“ meldeten.

Es waren also – ob nun zufällig oder nicht – ausschließlich Betroffene mit künstlichen Hüftgelenken zum ersten TEPFIT-Treffen gekommen. Unter anderem erzählte mir ein Teilnehmer im persönlichen Gespräch, dass er noch gar keine künstliche Hüfte habe, aber kurz vor einer möglichen OP stehe und das TEPFIT-Treffen nutze, um sich mit Betroffenen auszutauschen und Informationen aus erster Hand einzuholen.

Auf jeden Fall kann ich bestätigen, dass das erste TEPFIT-Treffen intensiv für den Austausch genutzt wurde. Die spannenden Vorträge dienten zum Einholen von Informationen. Mein persönlicher Eindruck war, dass den „TEPFITTERN“ das Treffen gut gefallen hat und sie viel Input nach Hause mitnehmen konnten.

Zum Vortragenden selbst kann ich persönlich nur eines sagen: sympathisch und kompetent. Zudem zählt die Enodogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen deutschlandweit zu den Top Five der endoprothetischen Spezialkliniken.

Vielleicht hat auch der intime Rahmen und das echte Interesse der TEPFITler dazu beigetragen, dass Dr. Fulghum locker aus dem Nähkästchen plauderte. Auf jeden Fall hat der erfahrene Chirurg ausdrücklich den engagierten Austausch innerhalb der TEPFIT-Facebookgruppe gelobt. Er ist dort selbst Mitglied und meinte:

Ich komme meist gar nicht zum Kommentieren, weil schon von anderer Seite kompetent geantwortet wurde.

Im Rahmen seines Vortrags beim analogen Treffen konnte Dr. Fulghum aber aus dem Vollen schöpfen. Es gab eine äußerst interessierte Zuhörerschaft, und zahlreiche Fragen. Den Vortrag von Dr. Christian Fulghum gibt es übrigens auf YouTube zum Nachschauen. Die knackigsten Aussagen aus dem Arthrose Vortrag Dr. Christian Fulghum habe ich hier für dich zusammengefasst:

„Was ist ein gutes Hüftimplantat? Es muss von Körper auf lange Zeit vertragen werden. Es muss eine gute und frühe Stabilität haben.“

„Was hat sich geändert im Vergleich zu früher? Früher musste man zum Teil zwei Wochen vor der OP in die Klinik einrücken und anschließend sechs Wochen bleiben. Man hat nicht gewagt, die Patienten auf das WC zu schicken. Die Schüssel kam zum Bett. Heute weiß man, dass das eine höhere Belastung für Frischoperierte an der Hüfte war, als das es das Aufstehen gewesen wäre.“

„Zur Lebensdauer von Implantaten. Es gibt viele verschiedene Implantate. Jeder Mensch ist anders. Es gibt daher auch keine Garantie auf die Lebensdauer. Wenn z.B. jemand mit 30 ein Implantat bekommt, gilt als Faustregel ein Austausch ca. alle 20 Jahre.“

„Zur Größe von Implantaten. Geht beim Einsatz eines eher klobigen künstlichen Gelenks zu viel Substanz verloren, kann diese nicht nachwachsen. Daher ist eine substanzerhaltende Implantation stets wünschenswert. Es gibt auch Implantate, die so stark verankert sind, dass man bei der Entfernung viel kaputt machen muss.“

 

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„Zum Preis-Leistungsverhältnis. An und für sich für den versicherten Patienten auf den ersten Blick keine vorrangige Frage. Andererseits werden in bestimmten europäischen Ländern zum Teil ab 70 Jahren Endoprothesen nicht mehr bezahlt.“

„Zum Standard von Implantaten. Selbstverständlich hat sich die Medizin weiterentwickelt, ebenso die Qualität und Standard von künstlichen Gelenken. Würde man heute noch so operieren wie vor 30 Jahren, wäre das natürlich nicht zielführend. Andererseits muss man mit Neuerungen vorsichtig umgehen. Es sind nach wie vor die Langzeiterfahrungen, die Aufschluss über so wichtige Fragen geben, etwa wie lange ein Schaft hält oder welche Verschleisserscheinungen es gibt. Daher braucht man keine revolutionären Dinge. Wichtig ist eine konsequente Weiterentwicklung von Dingen, von denen man weiss, dass sie gut sind.“

„Welcher Schaft? Viele Patienten wüssten gerne im vorhinein, welcher Schaft sich eignet, oder welche Schaftgröße eingesetzt wird. Zum einen braucht es dazu genügend Aufklärung seitens des behandelnden Arztes. Zum anderen lässt sich das vor einer OP manchmal auch nicht exakt bestimmen. Die Entscheidung kann vom behandelnden Arzt dann erst während der OP gefällt werden welche Schaftgröße in Frage kommt.“

„Entscheidung für eine OP. Wer noch nicht so weit ist, soll es nicht machen lassen. Man muss soweit sein und natürlich zählt der Leidensdruck. Dazu kommen Faktoren wie beeinträchtigte Lebensqualität, starke Belastungs- und Bewegungsschmerzen und wenn Schmerzmittel nicht mehr wirken.“

„Entscheidung für eine Klinik. In Deutschland gibt es über 500 zertifizierte Endoprothesen Zentren. Bei der Entscheidung für eine OP solle weniger die Suche nach der richtigen Technik im Vordergrund stehen, sondern der Operateur, die Klinik und die Beratung. Unbedingt sich mehrere Kliniken anschauen. Als Anhaltspunkt gilt: In einer guten Klinik wird man Schnitte so klein wie möglich machen.“

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Fotos und Video: Barbara Egger-Spiess

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