Arthrose mit Mitte Dreissig
Menschen mit Arthrose

Jung, weiblich, Arthrose mit Mitte Dreissig

Mit 26 Jahren stürzt Maria M.* mit dem Mountainbike. Heute ist sie 37 und hat Arthrose mit Mitte Dreissig.

Maria M. * ist eine hübsche junge mitten im Leben stehende Frau. Sie ist jetzt 37 und hat seit etwa fünf Jahren Arthrose! Maria ist gerne bereit mit mir über ihre Leben mit Arthrose zu sprechen und ihre persönlichen Erfahrungen weiterzugeben. Als Person möchte sie abei aber im Hintergrund bleiben. Das akzeptiere ich natürlich. Und deshalb habe ich einen anonymisierten Blogbeitrag mit geändertem Namen verfasst. Der Beitrag beschreibt Erfahrungen mit Arthrose mit Mitte Dreissig.

Nur so viel vorab: Die Geschichte von Maria M. sollte allen Betroffenen mit Problemen und Schmerzen im Kniegelenk Mut machen. Maria hat Arthrose mit Mitte Dreissig. Das ist keine Kleinigkeit. Ich habe Maria online kennengelernt und wir haben uns auch im echten Leben getroffen und uns bei einem Spaziergang im Park lange und ausführlich über Arthrose ausgetauscht. Wie für viele andere Betroffene auch, gibt es bei Maria wegen starken Knieschmerzen und heftigem Knorpelabrieb wenig Behandlungsalternativen. Maria M. aber verhält sich trotz aller Widrigkeiten vorbildlich und bleibt optimistisch.

Arthrose mit Mitte Dreissig

Maria M. beeindruckt mich. Sie verhält sich trotz aller Widrigkeiten vorbildlich und bleibt optimistisch.

Begonnen hat das Unheil mit einem Mountainbike-Unfall. Maria ist sportlich, liebt das Leben und die Berge. Bei einer Abfahrt stürzt sie mit dem Mountainbike schwer und verletzt sich u.a. an der Kniescheibe. Damals sind alle Verletzungen wieder verheilt und Maria war bald wieder auf dem Damm. Heute im Rückblick aber weiß man, dass der Sturz und die Verletzung der Kniescheibe verheerende Folge hatte. Heute hat Maria Arthrose mit Mitte Dreissig.

Arthrose mit Mitte Dreissig

Für die LeserInnen von Österreichs erstem Arthrose & Lifestyle Blog hat Maria M. ihre Erfahrungen zusammengefasst.

Maria leidet seit ca. drei Jahren täglich unter Schmerzen, musste ihren Job aufgeben, wurde operiert. Hier hat Maria in ihren eigenen Worten kurz zusammengefasst, wie es ihr seit ihrem Mountainbike-Unfall im Jahre 2006 bis heute ergangen ist:

  • September 2006 Unfall mit Mountainbike, Patellafraktur links, 2x Operation, Osteosynthese der Patella
  • 2006 bis 2014 von Berufs wegen viel auf den Beinen, Schmerzen aber nur bei größerer Belastung, z.B. beim Berg gehen und besonders beim Abwärts gehen
  • 2014 bis 2015 Schmerzen nehmen bei Belastung immer stärker zu, besonders Wetterwechsel, Schnee und Kälte machen zu schaffen
  • Februar 2015 Arztbesuch wird unumgänglich notwendig. Knieschmerzen und Schwierigkeiten beim Belasten des Knies, Facharzt-Überweisung zur weiteren Abklärung
  • Juni 2015 erste Röntgen-Kontrolle beim Facharzt (Orthopäde), Diagnose: Femoropatellararthrose links sekundär, MRT-Untersuchung zur weiteren Abklärung
  • August 2015: MRT-Untersuchung ergibt posttraumatische Deformierung der Patella mit Knorpelschäden bis Grad IV an der Patellafacette sowie Rissbildung im medialen Meniscushinterhorn, CT-Untersuchung zur weiteren Abklärung
  • Oktober 2015 abschließende Kontrolluntersuchung, Ergebnisse von MRT und CT ergeben folgende Behandlungsmöglichkeiten: konservative Methoden wie Physiotherapie, Analgetika, Injektionen und als chirurgische Optionen die Implantation einer Patellofemoralprothese

 

„Weil ich erst 36 Jahre alt bin, möchte ich über eine Teilprothese noch nichts hören. So habe ich mir eine zweite Meinung eingeholt. Die besagte, dass eine Teilprothese nicht notwendig ist, da noch eine andere Möglichkeit eines operativen Eingriffs besteht.“

 

  • Dezember 2015 operativer Eingriff mit Arthroskopie, Debridement, auch ein kleines Stück vom abgerissenen Meniskus wird entfernt. Nach der OP zwei Wochen keine Belastung, Gehen nur mit Krücken
  • Jänner 2016 Physiotherapie startet
  • Februar 2016 Keine maßgebliche Verbesserung der Schmerzen, weiterhin intensive Physiotherapie vorgeschrieben.
  • April 2016 erste Versuche wieder zu arbeiten, leider ohne Erfolg, maximal ein bis zwei Stunden auf den Beinen sein, bei länger andauernder Belastung Knie steif und blockiert
  • Juni 2016 Kontrolluntersuchung ergibt, dass nur eine Teilprothese helfen kann, aufgrund des jungen Alters weiterhin intensive Physiotherapie und Übungen zur Stärkung der Muskulatur
  • September bis November 2016 Recherchieren nach neuen Behandlungsmethoden, sechswöchige Hyaluronsäurespritzen-Kur, Hoffnung auf Linderung sollte drei bis sechs Wochen nach der letzten Spritze eintreten

 

„Ein Knorpelspezialist könnte eventuell noch helfen. Aber weil die Arthrose bei mir so stark ist, kann die  Medizin noch nicht garantieren das mir das wirklich helfen würde.“

 

Während unseres Treffens sprüht Maria vor Energie und Lebenslust. Als sie mir ihre ganze (Leidens-)Geschichte erzählt, muss Maria nicht ein einziges Mal weinen. Ich glaube, hätte das getan. Aber jeder und jede, die an Arthrose leidet, weiß es ganz genau. Heulen tun wir heimlich, im Stillen. Wenn die Schmerzen so stark sind, oder plötzlich zurückkehren und man sich fragt oder sich der Tatsache stellt, dass das ein Leben lang so weiter gehen wird. Dann verblasst der Optimismus, den wir alle haben. Er rückt in den Hintergrund.

Arthrose mit Mitte Dreissig

Während unseres Treffens sprüht Maria vor Energie und Lebenslust. Als sie mir ihre ganze (Leidens-)Geschichte erzählt, muss Maria nicht ein einziges Mal weinen.

Doch wie für uns alle Betroffenen gehören auch für Maria Hoch und Tiefs und dabei stets optimistisch bleiben zu einem Leben mit Arthrose dazu. Maria setzt sich intensiv mit dem Thema Arthrose auseinander, recherchiert im Internet und informiert sich in Facebookgruppen. Neben dem aktuellen Infiltrationszyklus mit Hyaluronsäure testet Maria aus, welche Nahrungsergänzungsmittel ihr helfen könnten. Nachdem sie es zuerst mit Aminosäuren wie Glucosamin, Chondroitinsulfat und MSM versuch hat, nimmt sie jetzt Arthroul.

„Natürlich versuche ich so gut wie möglich bei der Ernährung aufzupassen. Da habe ich auch schon viel umgestellt. Was ich empfehlen kann, ist täglich gemahlene Braunhirse zu essen.“

Tipps für eine gesunde Ernährung und den wöchentlichen Speiseplan holt sich Maria u.a. aus dem Buch „Genuss ohne Reue“ von Inga Maria Hammerschmidt und aus dem Buch Kochen mit Arthrose. Im Moment hat Maria nur ein Ziel: Sich dem womöglich Unausweichlichem zu beugen. Ein künstliches Kniegelenk kommt für sie einfach noch nicht in Frage. Ja, sie lehnt eine solche Möglichkeit vorerst kategorisch ab.

Recht hat sie. Jeder mit Arthrose weiß das: Es gibt nicht die eine Lösung. Es gibt genau die Lösung, die für einen passt. Für die einen ist es die konsequente Ernährungsumstellung, für andere das künstliche Gelenk. Für die einen ist es die Einnahme von Schmerzmitteln, für die anderen Infiltrationen, Physiotherapie oder Mineralstoffe. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Bei unserem gemeinsamen Austausch über Arthrose sind wir uns beim Thema Ernährung relativ schnell einig. Die von vielen Experten vorgeschlagene Ernährungsumstellung stellen wir nicht in Frage. Doch lässt sich eine solche im stressigen Alltag nicht immer konsequent befolgen. Letztlich sollten auch die Lust am Leben und der Genuss nicht ganz verloren gehen.

Maria sieht das ähnlich. Sie kann gut und gerne auf Fleisch verzichten. Bei Süßigkeiten fällt der Verzicht schon schwerer. Am schwersten fällt Maria wohl, dass sie außer Spaziergänge derzeit keinen Sport betreiben kann. Auch beruflich musste sie umsatteln. Drücken wir alle die Daumen, dass sie sonst nichts mehr aus dem Sattel wirft.

Fotos: Fotolia, Spiess Foto Tirol

* Name wurde aus Rücksicht auf die Betroffene geändert

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2 Comments

  • Reply Lena 29. November 2016 at 7:57

    Wow, dein Beitrag ist wirklich schön geworden und hat mich wirklich zum nachdenken gebracht.
    Man sollte wirklich die einfachsten Dinge schätzen.

    Ich wünsche viel Erfolg und das es ihr bald besser geht.

    Liebe Grüße Lena von https://allaboutliife.wordpress.com/

    • Reply tirolturtle 29. November 2016 at 11:06

      Danke für deine Wünsche, liebe Lena. Und dir weiterhin gutes Blog-Gelingen! liebe Grüße aus Tirol!

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