Kann Ernährung Arthrose heilen?
Lifestyle

Ernährung, Arthrose & Antworten aus Tibet

Im schönen Paznauntal bin ich der Frage nachgegangen, ob Ernährung Arthrose heilen kann und bin auf Antworten aus der tibetischen Medizinlehre gestossen. 

Kann Ernährung Arthrose heilen? In diesem Blogtitel kommen gleich zwei Reizwörter vor. Es sind die Begriffe Arthrose in Verbindung mit Ernährung. Ein kontroverses Thema, wie ich immer wieder feststelle. Das macht sich bemerkbar, wenn in meiner eigenen Facebookgruppe Arthrose Forum Austria – Hilfe, Infos, Tipps Diskussionen über Ernährung stattfinden.

Ich spreche auch immer wieder mit Experten, höre mir Vorträge an und recherchiere das Thema, bekomme aber dazu unterschiedliche Antworten. Die Glaubensrichtung, dass Arthrose allein durch Ernährung heilbar sei, kann ich demnach nicht vertreten. Jeder aber möge sich dazu seine eigene Meinung bilden. Wovon ich überzeugt bin ist, dass  eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu einem ebensolchen Lebensstil beiträgt.

Sicherlich hast auch du dich mit dem Thema „Kann Ernährung Arthrose heilen?“ bereits näher beschäftigt. Es gibt beispielsweise Facebookgrupppen, die sich ausschließlich mit dem Thema „Arthrose und Ernährung“, auseinandersetzen und dahingehend Ratschläge und Tipps bieten. Dass Arthrose demnach durch eine bestimmte Art sich zu ernähren, z.B. kompletter Verzicht auf tierisches Eiweiss, nicht entstehen oder heilen kann, wage ich nicht zu beurteilen.

Arthrose entsteht – und auch das haben mir ExpertenInnen in vielen Gesprächen immer wieder bestätigt – durch viele Faktoren. Ernährung kann ein Teil davon sein. Es sind aber auch genetische Faktoren, Lebensumstände, Belastung im Beruf oder Sport, Alter, etc. die zur Entstehung von Arthrose beitragen können. 2016 habe ich den Tiroler Rheumatag besucht. ExpertenInnen respektive ÄrztInnen der Tiroler Rheumaambulanz betonten öffentlich, dass Arthrose weder durch Ernährung heilbar ist, noch allein dadurch entsteht.

Kann Ernährung Arthrose heilen?

Ich habe bereits einige Blogartikel zu diesem Thema geschrieben. Hier findest du eine Übersicht meiner bisherigen Blogartikel mit Interviews, Vorträgen und Listen:

Wie ich es mit dem Thema Ernährung halte:

Nun, schon länger folge ich der Prämisse, nur das zu essen, was mir gut tut und ich auch gut vertrage. Ich kümmere mich deshalb auch nicht allzu sehr darum, welche Sau gerade durch das Dorf getrieben wird. Einmal ist das Cholesterin, einmal ist es das Eiweiss, das schadet. Aktuell sind es der Zucker und die Farbe der Pommes Frittes. Ich achte auf eine gesunde Ernährung, erlege mir aber ausser einem bereits mehrere Monate andauerenden Verzicht auf Süsses, keine Verbote auf.  Ich versuche so frisch und regional wie möglich einzukaufen.

Auch die Ernährungspyramide ist mir ziemlich Wurscht. Müsste ich täglich Obst und Gemüse essen oder Vollkornbrot, würde mein Darm kippen. Ich trinke seit Jahren ausschließlich ungesüsste Kräutertees, am liebsten Pfefferminze, würde aber niemals Margarine statt Butter essen.

Ich denke, so hat jeder Mensch seine Vorlieben und Unterschiede. So ist es das auch bei der Arthrose. Es gibt Betroffene, bei denen die Bildgebung stark abgenutzte Gelenke zeigt, die aber keine bis kaum Arthrose Schmerzen haben und umgekehrt. Niemand weiss, warum das so ist. Übrigens geht eine gesunde Ernährung häufig mit einer Gewichtsreduktion einher. Das kann z.B. bei Arthrose im Knie tatsächlich helfen.

Kann Ernährung Arthrose heilen?

Weil das Thema „Kann Ernährung Arthrose heilen?“ ein Reizthema ist, reizt es mich natürlich besonders, immer wieder etwas Neues darüber zu erfahren. Einen wunderbaren Anlass verbunden mit einer Almwanderung bot das „Paznauner Almgespräch“ zum Thema „Mein Darmgehirn – mein zweites Ich.“ Dafür bin ich mit meiner besseren Hälfte Herrn E. in das Tiroler Paznauntal nach Kapppl gefahren. Damit du weisst, wo wir geographisch umgehen, erwähne ich den Nachbarort Ischgl. Bekannt als eine der wichtigsten Skidestinationen der Alpen.

 

Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen? Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen? Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen? Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen?

 

An der Talstation der Seilbahn in Kappl fuhren wir mit der Gondel hoch und wanderten dann zu Fuss ca. eine dreiviertel Stunde hinauf zum Almstüberl. Von Sommer konnte leider keine Rede sein. Für den 2.  Juli 2017 waren die Temperaturen gefühlt winterlich kalt. Auf der Alm draussen sitzen und das Bergpanorama geniessen ging leider gar nicht. Dafür wurde drinnen ein herzhaftes Almfrühstück serviert. Gut gestärkt mit zum Thema etwas unpassender Ernährung (Semmel, Butter, Marmelade, Wurst und  Käse) hörten wir dann gemeinsam mit ca. 30 bis 40 Interessierten, die an diesem kühlen Regentag ebenfalls auf die Alm gekommen waren, den Vortragenden Andrea und Florian Überall zu.

Almgespräch über Darmgesundheit

Unprätentiös setzten sich die beiden Wissenschafter auf Barhocker und begannen frei zu erzählen. Im Wesentlichen lässt sich das Gesagte in diesem Satz zusammenfassen: Jeder von uns besitzt ein völlig eigenständiges Darm-Mikrobiom. Die Vielfalt dieser Bakterien, aber auch ihre Lebensweise entscheidet über Gesundheit und Krankheit. Dazu erläuterten Andrea und Florian Überall, wie die Funktion und das Zusammenleben der Bakterien im Darm abläuft. Die beiden sind davon überzeugt, dass Ess-Medizin uns hilft, besser auf uns zu achten und zu ernähren.

Mit den richtigen Lebensmitteln können wir Krankheiten lindern und vorbeugen. Der Darm spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein wichtigen Aspekt sei auch die Verwendung alter Hausmittel und Naturstoffe. Die Überalls berufen sich dabei auf die Tibetische Medizinlehre, die ähnlich wie bei Ayurveda den Mensch in Konstitutionstypen einteilt. Man kann seinen Typ nach der tibetischen Medizinlehre ermitteln und herausfinden, welche Lebensmittel für den jeweiligen Typ am besten geeignet sind.

 

Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen?

 

Dazu betreiben Andrea und Florian Überall das Informationszentrum für Tibetische Medizin in der Tiroler Marktgemeine Telfs und das Ernährungsberatungsinstitut Natest in Innsbruck. Zur Alm-Atmosphäre passend stellten Andrea und Florian Überall ein neues Nahrungsergänzungsmittel namens NATURE EST vor. Darin enthalten sind fermentierte Alpenkräuter, die als Trink-Shots in kleinen Röhrchen angeboten werden. Man verfolge damit, dass (nicht unbekannte) Prinzip, dass der Mensch durch eine eine ausgewogenen Darmflora gesünder bleibe.

Direkt vor Ort habe ich das NATURE EST INTESTINUM probiert. Es enthält Bockshornkleesamen, Brennesselblätter, Eibischblätter, Eisenkraut, Enzianwurzel, Labkraut, Pfefferminze, Schafgarbe, Thymian und Wegwarte. Über die Wirkung dieses „Einmal Shot“ kann ich natürlich nur wenig sagen, ausser dass ich mich mit dem Geschmack von Bitterstoffen durchaus anfreunden könnte.

Dass an der Heilwirkung von Kräutern was dran sein könnte, hat mir die gemeinsame Kräuterwanderung mit Maria Bachmann zu Österreichs höchst gelegener Almapotheke im Kaisergebirge in Kufstein gezeigt. Kräuterfee Maria empfiehlt, dass Kräuter wie Eibisch, Labkraut, Schafgarbe, Thymian bei entzündlichen Prozessen und damit auch bei Arthrose helfen können. Was meine persönliche Darmgesundheit angeht, vertraue ich schon seit vielen Jahren auf die Produkte von OmniBiotic. Ich könnte mir aber auch vorstellen, für einen Zeitraum auf die täglichen Shots von NATURE EST umzusteigen.

Die Handhabung wäre einfacher. Man muss das Röhrchen bloss öffnen, am Mund ansetzen und trinken. OmniBiotic muss zuerst in Wasser aufgelöst werden, bevor man es trinken kann. Inwieweit die Wirkung der beiden Nahrungsergänzungsmittel vergleichbar ist, kann ich als Laie an dieser Stelle natürlich nicht beantworten. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass ich an Darmgesundheit glaube.

 

Paznauner Almgespräch: Kann Ernährung Arthrose heilen?

 

Zu den Kosten ist auf der Homepage von NATURE EST auf den ersten Blick nichts zu erfahren. Die Produkte Balance, Intestinum und Immun-Power sind am Standort in der Valiergasse in Innsbruck erhältlich. Was es online gibt, ist ein Folder zum Downloaden. Wer das Produkt online bestellen möchte, kann das auf der Seite des Herstellers des Schweizer Life Science Unternehmens Micros-TECH tun. Einfach auf den Link Nahrungsergänzung klicken und schon landet man im Shop.

Eine Packung NATURE EST INTESTINUM mit 12 Trinkshots kostet 35 Schweizer Franken. Nicht gerade günstig. Damit käme man bei einer Einnahme über den Zeitraum von einem Monat auf mehr als 60 Euro. Daher lautet die die Frage , wie lange soll man es einnehmen, um eine Wirkung zu erzielen? Auch dazu habe ich auf dem ersten Blick auf der Homepage des Herstellers und dem Beratungsinstitut Natest keine Angaben gefunden.

Wer sich für die tibetische Typenlehre und das Nahrungsergänzungsmittel NATURE EST interessiert, möge sich selbst näher informieren. Einblicke in die Darmgesundheit und die Typenlehre der Tibetischen Medizin bietet das Buch „Ess-Medizin“ von Andrea und Florian Überall.

Kann Ernährung Arthrose heilen?

Anschließend an das Almgespräch habe ich Andrea und Florian Überall jeweils die Frage gestellt: „Kann Ernährung Arthrose heilen?“ Dazu habe ich nachgefragt, inwieweit sich Ernährung auf entzündliche Prozesse im Körper auswirkt bzw. solche auslöst und welche Antworten die Tibetische Medizinlehre darauf hat. 

In den Videos seht ihr die Interviews mit Andrea und Florian Überall. Vorab eine Liste der wichtigsten Aussagen aus den Video-Interviews:

Die Ernährung hat auf jeden Fall einen Einfluss. Die Frage ist nur, von welcher Ernährung sprechen wir. Die Antwort ergibt, ob die Ernährung auch wirklich Teil der Heilung sein kann.

Ein entzündlicher Prozess hat mit der Veränderung des Stoffwechsels zu tun. Entgleist der Stoffwechsel, entsteht daraus eine Entzündung. Das kann, muss aber nicht Arthrose sein.

Gut wäre, herauszufinden welches Darm-Mikrobiom hat der Arthrose-Patient. Wie schaut die Zusammensetzung seiner Mikro-Flora aus? Dann kann man leichter herausfinden, welche Ernährung passt.

Bei uns im Westen gehen vielen Krankheiten jahrelang chronische Entzündungen voraus. Umso mehr kommt es auf die Darmgesundheit an.

Ist man von Arthrose betroffen, liegen mehrere Dinge im Argen. Giftstoffe und Schadstoffe im Körper greifen die Knochen und Gelenke an.

Ernähre dich saisonbezogen und so wie es für deinen Konstitutionstyp passt. Achte aber auch darauf, dass die Verdauung passt.

Wichtig ist ein Ventil zu finden, dass Lebensfreude bringt, wie Sport, Yoga oder Meditation. Eine Krankheit hat zwar einen Namen, jeder hat aber eine andere Ausgangsposition.

In der Kombination mit Lebensfreude, mit der richtigen Ernährung, mit der Einnahme von Herb- und Bitterstoffen ist schon sehr viel getan.

Die Tibeter kennen keine Wurst. Es wird nichts veredelt. Sie sind keine Vegetarier und essen gerne Fleisch. Wir im Westen sollten darauf achten, wo kommt das Fleisch her und nicht jedes Fleisch ist für jeden Konstitutionstyp gleich gut.

Unbedingt vermeiden sollte man Wurst, Geschmacksverstärker, Gepöckeltes.

Ob Arthrose durch Ernährung heilbar ist? Die Tibeter sagen, die Ernährung ist nur ein Bein und man steht nicht nur auf einem Bein.

Man kann sich noch so gut ernähren, beeinflussen auch die Lebensumstände das Zellmilieu. Und ein saures Zellmilieu ist Ausgangspunkt für chronische Entzündungen. Das kann Arthrose, aber genauso Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs.

Man geht davon aus, dass wenn man 50 Jahre alt ist, 5 Jahre lang eine Symbioselenkung im Darm notwendig wäre, um zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Was kann man tun, wenn man Arthrose hat? Man muss eine Symbioselenkung machen. Die Tibeter sagen, es ist wichtig, dass die Entzündung im Körper nicht weiter fortschreitet.

Über die Konstitutionstyp-Bestimmung lässt sich erheben, ob diese oder eine andere Ernährung für den Betroffenen besser ist.

Kann Arthrose durch Ernährung entstehen? Es ist davon auszugehen, dass Ernährung auf jeden Fall einen Beitrag leistet, weil Ernährung immer wieder damit zu tun hat, entzündliche Prozesse auszulösen. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass Ernährung der einzige Faktor ist, der Arthrose auslöst.

Mit der Einnahme von Herb- und Bitterstoffen kann man ein einseitige Ernährung, z.B. zu viel Rohkost, besser ausgleichen, als würde man keine einnehmen.

 

 

Zu den Vortragenden beim Paznauner Almgespräch:

Dr. Andrea Überall ist Psychologin, Diplom-Kinesiologin, Ernährungsberaterin und Stressmanagerin mit eigener Praxis für ganzheitliche Therapie. Prof. Dr. Florian Überall ist Wissenschafter mit langjähriger Erfahrung in molekularer Krebs- und Naturforschung und als Biochemiker und Mikrobiologe an der Universität Innsbruck tätig. Gemeinsam arbeiten sie im Informationszentrum für Tibetische Medizin zusammen und haben  mehrere Bücher geschrieben. Die Bücherliste umfasst aktuell:

  • Tibetische Hausapotheke – Die Geheimnisse lebenslanger Gesundheit
  • Herb- und Bitterstoffe – Rezepte und Anwendungen aus der Tibetischen Medizin
  • Ess-Medizin – Gesund bleiben. Beschwerden lindern. Krankheiten heilen
  • Ess-Medizin für Dich (in Arbeit)

 

Fotos und Videos: Barbara Egger, Erich Spiess

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