Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026 von tirolturtle
Wie gehen Menschen mit Arthrose im Alltag um? Betroffene berichten über ihre Erfahrungen und ihren individuellen Therapie-Blumenstrauß.
Was hilft bei Arthrose? Diese Frage begleitet mich seit der Gründung des Arthrose-Magazins im Jahr 2015.
Neben medizinischem Fachwissen und aktuellen Erkenntnissen war für mich dabei immer auch wichtig, welche Erfahrungen Betroffene selbst im Alltag machen.
Im Austausch im Arthrose Forum Austria und in der digitalen Arthrose-Selbsthilfegruppe sind über die Jahre viele persönliche Strategien und ganz unterschiedliche „Therapie-Blumensträuße“ zusammengekommen. Einige davon habe ich in diesem Beitrag gesammelt.
Betroffene berichten über ihr Arthrose-Selbstmanagement
Die folgenden Erfahrungen stammen von Arthrose-Betroffenen aus der Arthrose-Selbsthilfegruppe sowie aus persönlichen Gesprächen und Begegnungen.
Die Berichte zeigen ganz unterschiedliche Wege im Umgang mit Arthrose und machen deutlich, wie individuell Selbstmanagement sein kann.
Die persönlichen „Blumensträuße“ der Betroffenen waren so unterschiedlich wie ihre Beschwerden. Manche lebten mit Arthrose in den Daumen- und Fingergelenken, andere mit Knie-, Hüft-, Sprunggelenk- oder Ellenbogenarthrose.
Einige standen erst am Anfang, andere beschäftigten sich bereits seit vielen Jahren mit ihrer Erkrankung oder hatten eine Operation hinter sich.
Trotz aller Unterschiede tauchten bestimmte Themen in den Erfahrungsberichten immer wieder auf.
Bewegung – aber angepasst an die eigenen Möglichkeiten
Besonders häufig nannten Betroffene Bewegung als wichtigen Bestandteil ihres Alltags. Dazu gehörten Wandern, Radfahren, Schwimmen, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Yoga, Pilates, Wassergymnastik oder Krafttraining.
Entscheidend war für viele nicht eine bestimmte Sportart, sondern eine Form der Bewegung zu finden, die zu den eigenen Beschwerden und Möglichkeiten passt. Mehrere Betroffene beschrieben auch, dass sie gelernt haben, Belastung und Erholung besser aufeinander abzustimmen.
Physio- und Ergotherapie, Übungen und Gelenkschutz
Physiotherapie und Ergotherapie gehörten ebenfalls häufig zum persönlichen Maßnahmenbündel. Genannt wurden unter anderem Beweglichkeits-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen sowie Übungen für Hände und Finger.
Bei Arthrose der Daumen- und Fingergelenke spielten zusätzlich Orthesen, Paraffin- oder Rapsbäder sowie Hilfsmittel zur Gelenkentlastung im Alltag eine Rolle.
Wärme, Kälte und einfache Anwendungen
Auch Wärme- und Kälteanwendungen fanden sich in vielen Erfahrungsberichten. Genannt wurden unter anderem Wärmekissen, Moor- und Paraffinpackungen, Topfenumschläge oder andere Anwendungen, die Betroffene je nach persönlichem Empfinden ausprobierten.
Was als angenehm empfunden wurde, war dabei sehr unterschiedlich: Während manche Wärme bevorzugten, setzten andere bei akuten Beschwerden eher auf Kühlung.
Ernährung als Teil des persönlichen Selbstmanagements
Viele Betroffene beschäftigten sich auch mit ihrer Ernährung. Häufig wurden weniger stark verarbeitete Lebensmittel, weniger Zucker sowie eine insgesamt ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse genannt.
Daneben berichteten einige über Nahrungsergänzungsmittel, Gewürze oder bestimmte Ernährungsformen.
Solche persönlichen Erfahrungen lassen sich jedoch nicht automatisch auf andere Menschen mit Arthrose übertragen.
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln und speziellen Ernährungsformen lohnt sich ein genauer Blick auf die wissenschaftliche Evidenz und die individuelle Situation.
Medikamente, Infiltrationen und weitere Behandlungen
Ein Teil der Betroffenen berichtete über Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Salben oder Infiltrationen. Andere hatten unterschiedliche konservative oder operative Therapien ausprobiert.
Auch hier zeigte sich deutlich: Was einer Person hilft, muss bei einer anderen nicht denselben Effekt haben. Manche berichteten über gute Erfahrungen, andere darüber, dass bestimmte Behandlungen bei ihnen kaum oder gar keine Wirkung gezeigt hatten.
Lebensfreude, Gelassenheit und der Umgang mit schlechten Tagen
Besonders interessant fand ich schon damals, dass der persönliche Blumenstrauß vieler Betroffener nicht nur aus medizinischen Maßnahmen bestand.
Begriffe wie Lebensfreude, Gelassenheit, Achtsamkeit, Entspannung und Humor tauchten immer wieder auf. Einige beschrieben auch, dass es ihnen geholfen hat, schlechte Tage anzunehmen, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und den Alltag entsprechend anzupassen.
Genau darin liegt für mich bis heute der Gedanke des Therapie-Blumenstraußes: Es gibt nicht die eine Maßnahme, die für alle Menschen mit Arthrose passt.
Selbstmanagement bedeutet vielmehr, gemeinsam mit medizinischer und therapeutischer Begleitung herauszufinden, welche Maßnahmen im persönlichen Alltag sinnvoll und hilfreich sein können.
Die ursprünglichen Erfahrungsberichte stammen aus dem Austausch mit Betroffenen über mehrere Jahre und spiegeln deren persönliche Erfahrungen zum jeweiligen Zeitpunkt wider.
Einzelne damals genannte Therapien, Produkte oder Einschätzungen können heute überholt sein und sind deshalb in dieser aktualisierten Fassung nicht mehr einzeln aufgeführt.
Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.
Foto: Adobe Stock









2 Comments
Arthrose kann wirklich belastend sein. Es gibt verschiedene Dinge die helfen können, wie zum Beispiel die Triggerpunkttherapie eine Möglichkeit ist. Der Austausch mit anderen Betroffenen, die hier so schön stattfindet, kann wirklich hilfreich sein, da man hier auch neue Perspektiven oder Tipps erhält.
Die Triggerpunkttherapie ist sicherlich eine gute Möglichkeit. Ich kenne meine schmerzhaften Punkte aus der Ergotherapie-Behandlung. Alles, was konservativ hilft oder helfen könnte, ist es wert anzuwenden, so meine Meinung.