Arthrose Programm GLA:D
Selbstmanagement

Arthrose Programm GLA:D® macht auch in Österreich Hoffnung

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Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2025 von tirolturtle

Das Arthrose Programm GLA:D® gibt es auch in Österreich: Arthrose Patienten mit Hüft- und Knieschmerzen können auf bessere Lebensqualität und weniger Schmerzen hoffen.

Das 2013 in Dänemark initiierte Bewegungsprogramm GLA:D Good Life with osteoArthritis baut auf bessere Lebensqualität für Arthrose Patienten. Das Behandlungsprogramm besteht aus folgenden Teilen:

  1. Beratung & Instruktion
  2. Spezielle physiotherapeutische Übungen
  3. Qualitätskontrolle mittels Datenerhebung

„Wenn man über einen Zeitraum von sechs Wochen zweimal wöchentlich gezielt trainiert, erzielt man eine zwei- bis dreimal bessere schmerzlindernde Wirkung als mit der üblichen Dosis von Schmerzmittel“, sagt Prof. Ewa Roos von der University of Southern Denmark.

Die dänische Sportwissenschafterin empfiehlt Patienten mit Knie- und Hüftarthrose ein sechswöchiges, überwachtes, individuell zugeschnittenes Bewegungsprogramm, Aufklärung zum Krankheitsbild und gegebenenfalls Gewichtsabnahme.

Im Rahmen des Programms werden Betroffene von zertifizierten GLA:D Physiotherapeut*innen begleitet und lernen, mit ihren Schmerzen und Einschränkungen umzugehen. Wichtig dabei ist, selbst einschätzen zu können, was einem guttut und was weniger.

Ergebnisse aus anderen Ländern zeigen, dass es zu einer deutlichen Schmerzreduktion im Alltag und bei Aktivität kommt und dadurch die Lebensqualität signifikant besser wird. Auch weniger Schmerzmittel und weniger Absenzen am Arbeitsplatz sind die Folge. 

Das Arthrose Programm GLA:D® bzw. Informationen darüber gibt es mittlerweile in diesen Ländern:

 

Was ist das GLA:D Programm? GLA:D® (Gute Lebensqualität mit Arthrose in Dänemark) ist speziell darauf ausgerichtet, die Symptome von Arthrose durch nicht-chirurgische Interventionen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und letztlich die Notwendigkeit operativer Eingriffe zu verzögern.

 

Arthrose Programm GLA:D® startete 2020 in Österreich

Seit 2020 gibt es GLA:D® auch in Österreich. Das Arthrose Programm wurde in Form einer Kooperation zwischen der Fachhochschule St.Pölten und dem Physiozentrum für Weiterbildung gestartet. Dazu informiert die FH St. Pölten auf ihrer Website: 

  • GLA:D® Austria ist ein Gesamtkonzept und wird ausschließlich von GLA:D® Austria zertifizierten Physiotherapeuten und -therapeutinnen angeboten und durchgeführt, die das Zertifikat am Physiozentrum für Weiterbildung erwerben können.
  • Damit die Qualitätskontrolle des Programms, ein Garant für den Erfolg des Programmes, gewährleistet werden kann, erfolgt eine elektronische Datenerhebung der Patienten und Patientinnen mit anschließender anonymisierter Datenweiterleitung an GLA:D® Austria an der FH St. Pölten. 
  • Dort werden die Daten ausgeweitet und ausgesuchte Ergebnisse werden in das Gesamtforschungsprojekt an der University of Southern Denmark weitergeleitet. Dadurch können Berichte auf nationaler und regionaler Ebene erstellt werden.
  • Dies ermöglicht den GLA:D® Austria zertifizierten Physiotherapeuten und Therapeutinnen, die Qualität ihres Programmes auf der Ebene der Patienten und Patientinnen zu kontrollieren.

Der Grundstein für GLA:D® Austria wurde im September 2019 gelegt: Professor Ewa Roos von der University of Southern Denmark war zu Besuch an der FH S. Pölten, um GLA:D vorzustellen.

Im Rahmen dieses Besuchs wurde die weitere Zusammenarbeit mit dem Bachelorstudiengang Physiotherapie und dem Institut für Gesundheitswissenschaften an der Fachhochschule St. Pölten festgelegt.

Arthrose Programm GLA:D®: erste zertifizierte Therapeut*innen

Seit 2020 gibt es eine eigene Website über GLA:D Austria. Darauf können sich Interessierte informieren und Patienten-Informationen einholen. Siehe Pressemeldung der FH ST. Pölten

Betroffene erhalten online Antworten auf folgende Fragen: Was ist GLA:D? Wie läuft das Programm ab? Warum sollen sich Betroffene für GLA:D® entscheiden? Mittlerweile gibt es auf der Website von GLA:D Austria auch eine Liste zertifizierten GLA:D Physiotherapeut*innen

Wie es um rund den Start des GLA:D Programm und die Ausbildung von GLA:D Therapeut*innen Österreich stand, beantwortete FH-Prof. Barbara Wondrasch, PT PhD, FH-Dozentin für den Studiengang Physiotherapie an der FH St. Pölten und Leiterin des Instituts für Gesundheitswissenschaften (IGW):

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Die COVID-19 Pandemie machte auch vor GLA:D nicht halt und so musste der erste Ausbildungskurs für Physiotherapeut*innen von April 2020 auf September 2020 verschoben werden.

Am 17. September.2020 war es dann so weit: das Physiozentrum für Weiterbildung organisierte den ersten GLA:D Kurs. Dieser fand im Online-Format statt und wurde von Ewa Roos und Sarah Kroman (beide aus Dänemark) gehalten.

Nach zwei spannenden, aber auch anstrengenden Tagen fand ein Test statt, der von allen Teilnehmer*innen positiv absolviert wurde. Gleichzeitig war das die „Geburtsstunde“ der ersten GLA:D zertifizierten Physiotherapeut*innen in Österreich.

Mittlerweile fanden 2 weiteren GLA:D Kurse statt und somit gibt es mittlerweile in Österreich 49 zertifizierte GLA:D Physiotherapeuti*innen.

Davon 18 in Wien, elf in NÖ, drei in OÖ, ein in Salzburg, fünf in Tirol, zwei in Vorarlberg, drei in Burgenland, fünf in der Steiermark und ein in Kärnten. Die Kontaktdaten der GLA:D Physiotherapeut*innen finden interessierte Patient*innen auf www.gladaustria.at. 

Wie läuft ein GLA:D® Bewegungstraining bei einem zertifizierten GLA:D Physiotherapeuten ab? Ein Gastbeitrag von Bernhard Engelmann gibt darüber Aufschluss. Der GLA:D Dozent und Wiener Physiotherapeut klärt auf, wie man Arthrose mit der GLA:D Therapie behandelt.

Arthrose Behandlung mit GLA:D® Therapie in Österreich

Auch das Aktiv und gesund Magazin der ARD berichtet über die neuartige, aus Dänemark stammende, Therapie.

Arthrose Programm GLA:D®: Forschung und Erfolgsmessung

Ein weiteres Projekt an der FH St. Pölten Gesundheit ist NUMOQUA (Nutrition and Movement to improve quality of life with knee osteoarthritis).

Forscher*innen des Instituts für Gesundheitswissenschaften an der FH St. Pölten untersuchen gemeinsam mit der Universität für Weiterbildung Krems und der Universität Wien, wie eine neue Therapie bestehend aus einer Kombination von Ernährung und Bewegung (GLA:D Programm) zur Verbesserung der Lebensqualität von Patient*innen mit Kniearthrose beitragen kann.

Auch in Kanada läuft ein breit angelegtes Forschungsprojekt im Rahmen von GLA:D Kanada. In Zusammenarbeit mit dem Schroeder Arthritis Institute wurde ein Patientenregister aufgebaut.

Dabei werden Daten von Patient*innen ausgewertet, die an Schulungen und bewegungsbasierten Behandlungen von Hüft- und Kniearthrose teilnehmen.

So konnten bisher bereits von etwa 10.000 Teilnehmer*innen Daten zu Alter, Body-Mass-Index, Gesundheitszustand, körperliche Aktivität, Schmerzintensität, gesammelt werden. Langfristig sollen die Erkenntnisse aus den Patientendaten in die globale Arthrose Forschung miteinfließen.

Eine umfangreiche dänische Studie u. a. mit Beteiligung von Ewa M. Roos, durchgeführt an 9.339 Patienten mit Knie- und Hüftarthrose, liefert ebenfalls neue Erkenntnisse über die Vorteile von Bewegungstherapie und Patientenschulung.

Unterstützt durch das GLA:D®-Programm, zeigt die Forschung, dass nicht-chirurgische Behandlungen die Funktion verbessern und den Bedarf an operativen Eingriffen verzögern können.

Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten, die signifikante Verbesserungen durch das Programm erfahren, eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine frühe Operation haben.

Interessanterweise ist die Wahrscheinlichkeit für einen Hüftgelenkersatz dreimal höher als für einen Kniegelenkersatz. Dies unterstreicht die Bedeutung der zielgerichteten Bewegungstherapie, die helfen kann, den Zeitpunkt chirurgischer Eingriffe hinauszuzögern.

Wer steht in Deutschland hinter GLA:D®? Das Projektteam besteht aus mehreren Physiotherapeuten mit verschiedenen wissenschaftlichen Hintergründen. Das Team gibt Therapeutenschulungen, betreut Patienten und Netzwerkpartner, entwickelt gemeinsam mit Experten die GLA:D®-App weiter und treibt die Umsetzung in Deutschland voran.

Ziel ist, eine flächendeckende Versorgung von GLA:D® für alle Patienten zu ermöglichen. Träger ist die Deutsche Arzt Management GmbH (DAMG), gegründet von Ärzten, Leistungserbringern und Unternehmern.

Die DAMG verfolgt das Ziel, kompetente Gesundheitsleistungen für Patienten und Konsumenten schneller und besser verfügbar zu machen. Mit den neuen Möglichkeiten, die das Internet und die digitale Welt bietet, verbindet das Unternehmen Patienten, Konsumenten, professionelle Gesundheitsanbieter, Krankenkassen und Unternehmen, die sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern.

Arthrose Programm GLA:D®: auch in China

Im Joint Action Podcast spricht Dr. Qiang Liu über die verschiedenen Arten von Arthrose, ihre Häufigkeit und Risikofaktoren.

Dr. Qiang Liu ist orthopädischer Chirurg, der am Volkskrankenhaus der Universität Peking Patienten mit Gelenkerkrankungen behandelt und auf dem Gebiet der Osteoarthritis forscht.

Qiang Liu hat in renommierten Fachzeitschriften wie Lancet Rheumatology und Osteoarthritis and Cartilage Studien über die Belastung durch Arthrose und Bewegungstherapie bei Knie- und Hüftarthrose veröffentlicht.

Qiang hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten mit Osteoarthritis zu helfen, indem er Strategien anwendet und fördert, die vom chinesischen Gesundheitssystem übersehen werden.

Gemeinsam mit Prof. Jianhao Lin führte Qiang das Programm Good Life with Osteoarthritis from Denmark in China ein und ist seit 2017 als Programmmanager tätig.

Sie eröffneten auch die erste private Spezialklinik, die sich auf die Bereitstellung evidenzbasierter nicht-chirurgischer Behandlungen für Osteoarthritis in China konzentriert.

Arthrose Programm GLA:D®: weniger Schmerzmittel nötig?

Einnahme von Schmerzmitteln vor und nach dem GLA:D® Training: Dazu gibt es eine weitere dänische Studie. Untersucht wurde die Einnahme von Schmerzmitteln bei 35.549 Patienten mit Arthrose des Knies oder der Hüfte vor, während und nach der Teilnahme an GLA:D® Kursen, die aus Bewegung und Patientenaufklärung bestehen.

Im Jahr vor dem Programm stieg der Konsum von Paracetamol, NSAIDs und Opioiden um 85 %, 79 % bzw. 22 %. Während und nach dem Kurs sank der Verbrauch um 16 %, 38 % bzw. 8 %.

Dieser Rückgang kann laut Studienautor*innen, u. a. Ewa M. Roos, sowohl auf die Wirkung des GLA:D® Kurses als auch auf natürliche Schwankungen der Arthrose Symptome zurückzuführen sein.

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Foto: Adobe Stock

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2 Comments

  • Reply Elisabeth Ziener 22. Juni 2024 at 7:08

    Gibt es in Salzburg auch ein Zentrum für die GLA:D Methode? Oder eine Physiotherapiepraxis?

    • Reply tirolturtle 24. Juni 2024 at 12:14

      Liebe Elisabeth Ziener, ich sehe jetzt aktuell auf der Website von GLA:D Austria keine zertifizierten Therapeuten in Salzburg angeführt. Das muss aber nichts heißen. Kontaktiere doch mal Prof. Barbara Wondrasch von der FH St. Pölten Gesundheit ob es inzwischen auch in Salzburg eine Anlaufstelle gibt und richte gerne liebe Grüße von mir aus.

      Fragen zur Forschung & Patient*innen Auskunft
      Fachhochschule St. Pölten
      Ihre Ansprechpartnerin: FH-Prof. Barbara Wondrasch, PhD
      +43/2742/313 228-200
      barbara.Wondrasch@fhstp.ac.at

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