Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026 von tirolturtle
Rhizarthrose, Heberdenarthrose, Bouchardarthrose & Co: Welche Formen der Handarthrose gibt es und welche Gelenke sind betroffen?
Arthrose kann an ganz unterschiedlichen Gelenken der Hand auftreten. Betroffen sein können die Daumensattelgelenke, Fingerend- und Fingermittelgelenke, die Handwurzel oder das Handgelenk.
Sind mehrere Gelenke betroffen, wird häufig von einer Polyarthrose der Hand gesprochen.
Auch bei mir sind inzwischen mehrere Gelenke betroffen. Begonnen hat es mit Rhizarthrose in den Daumensattelgelenken, später kamen weitere Arthrosen an Fingern, Handwurzel und Handgelenk dazu.
Was ist Rhizarthrose?
Rhizarthrose bezeichnet die Arthrose des Daumensattelgelenks. Dieses Gelenk ermöglicht die große Beweglichkeit des Daumens und spielt bei zahlreichen Greifbewegungen eine entscheidende Rolle.
Typische Beschwerden können Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und nachlassende Kraft beim Greifen sein. Gerade alltägliche Tätigkeiten wie das Öffnen von Flaschen und Schraubgläsern oder andere kräftige Greif- und Drehbewegungen können dadurch schwieriger werden.
Wie stark Rhizarthrose den Alltag beeinträchtigt, ist individuell sehr unterschiedlich. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dabei nicht nur Schmerzen eine Rolle spielen. Auch Beweglichkeit, Kraft und Geschicklichkeit der Hände können sich verändern.
Welche Formen von Arthrose gibt es an der Hand?
Je nachdem, welches Gelenk betroffen ist, werden unterschiedliche Formen der Handarthrose unterschieden:
Rhizarthrose: Arthrose im Daumensattelgelenk
Bouchardarthrose: Arthrose der Fingermittelgelenke
Heberdenarthrose: Arthrose der Fingerendgelenke
SST-Arthrose: Arthrose zwischen Kahnbein und den Vieleckbeinen der Handwurzel
Radiokarpalarthrose: Arthrose im Handgelenk
Dabei kann ein einzelnes Gelenk betroffen sein, Arthrose kann aber auch an mehreren Gelenken gleichzeitig auftreten.
Was bedeutet Polyarthrose der Hand?
Sind mehrere Gelenke der Hand von Arthrose betroffen, kann von einer Polyarthrose der Hand gesprochen werden. Beispielsweise können neben den Daumensattelgelenken auch Fingerend- und Fingermittelgelenke oder Gelenke der Handwurzel betroffen sein.
Bei mir ist das inzwischen der Fall. Neben der Rhizarthrose sind weitere Gelenke an Fingern, Handwurzel und Handgelenk betroffen.
Die Beschwerden müssen dabei nicht an allen Gelenken gleich stark sein. Manche Arthrosen können lange wenig Probleme verursachen, während andere Gelenke zeitweise deutlich schmerzen oder in ihrer Funktion eingeschränkt sind.
Wie macht sich Handarthrose im Alltag bemerkbar?
Arthrose an Daumen und Fingern klingt zunächst vielleicht weniger einschneidend als Arthrose an Knie oder Hüfte. Doch unsere Hände sind praktisch ständig im Einsatz.
Greifen, Drehen, Drücken, Ziehen, Schreiben, Schneiden oder das Halten von Gegenständen gehören zu unzähligen alltäglichen Bewegungen. Entsprechend vielfältig können sich Einschränkungen bemerkbar machen.
Das habe ich selbst über die Jahre bei vielen Tätigkeiten erlebt – vom Öffnen einer Flasche über Arbeiten im Haushalt bis zum Halten eines Buches.
Wie sich solche Situationen bei mir im Alltag bemerkbar machen, beschreibe ich ausführlicher im Beitrag Rhizarthrose: Täglich grüßt das Murmeltier.
Konkrete Erfahrungen mit Gelenkschutz, Ergotherapie und kleinen Hilfsmitteln gibt es außerdem im Beitrag Mein Alltag mit Rhizarthrose: Was mir bei Arthrose am Daumen hilft.
Was tun bei Arthrose an Daumen und Fingern?
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, welche Gelenke betroffen sind, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und welche Einschränkungen im Alltag bestehen.
Eine wichtige Rolle kann die Ergotherapie spielen. Übungen, Gelenkschutz, Orthesen und geeignete Alltagshilfen können dabei helfen, die Hände im Alltag möglichst gut einzusetzen und gleichzeitig belastende Bewegungen zu reduzieren.
Darüber hinaus kommen je nach individueller Situation unterschiedliche konservative und medizinische Behandlungsmöglichkeiten infrage. Welche davon geeignet sind, sollte ärztlich oder therapeutisch abgeklärt werden.
Im Laufe der Jahre habe ich selbst zahlreiche Therapien, Anwendungen und Hilfsmittel ausprobiert. Diese persönlichen Erfahrungen habe ich im Beitrag „Handarthrose: Mein persönlicher Therapie-Blumenstrauß“ zusammengefasst.
Handarthrose ist also nicht gleich Handarthrose. Schon die verschiedenen Bezeichnungen zeigen, wie viele Gelenke betroffen sein können. Entscheidend ist deshalb eine genaue Diagnose und ein individuell abgestimmter Umgang mit den Beschwerden.
Schmerzen, Steifigkeit oder Veränderungen an den Fingern müssen allerdings nicht immer durch Arthrose verursacht sein.
Wie sich Arthrose von entzündlich-rheumatischen und anderen Erkrankungen der Hand unterscheiden kann, erklärt der Beitrag „Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?“.
Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?
Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.
Foto: Shutterstock









No Comments