Zuletzt aktualisiert am 31. August 2026 von tirolturtle
Arthroseschmerzen lindern mit Magnetfeldtherapie? Dazu habe ich das mobile Therapiegerät Magcell® Arthro für die Behandlung meiner Arthrose getestet.
Arthroseschmerzen lindern mit Magnetfeldtherapie? Dieser Frage bin ich Ende 2019 in einem mehrmonatigen persönlichen Erfahrungstest nachgegangen. Ich wollte damit auch meinen persönlichen Therapie-Blumenstrauß bei Arthrose an der Hand ergänzen.
Dazu stellte mir die Physiomed Elektromedizin AG aus Schnaittach in Deutschland den Magcell® Arthro zur Verfügung. Das mobile Therapiegerät arbeitet mit pulsierender Magnetfeldtherapie.
Im September 2019 teilte der Hersteller mit, dass Magcell® Arthro nun auch für die Nutzung durch Endanwender zugelassen sei. Kurz darauf, im Oktober 2019, begann mein Test.
Angebote, medizinische Produkte oder therapeutische Anwendungen zu testen, habe ich immer sorgfältig ausgewählt und erst nach persönlicher Recherche zugesagt. Produkt beziehungsweise Anwendung und der dahinterstehende Anbieter mussten mich überzeugen. Seriosität und Qualität waren für mich dabei wichtige Voraussetzungen.
Die Physiomed Elektromedizin AG war nach meiner damaligen Recherche ein etablierter deutscher Hersteller von Produkten für physikalische und biomechanische Diagnostik- und Therapieformen in den Bereichen Rehabilitation und Sport.
Das Angebot, das Arthrose-Therapiegerät Magcell® Arthro zu testen, weckte deshalb mein Interesse.
Ausschlaggebend waren mehrere Punkte: mein persönliches Interesse an konservativen Arthrosetherapien, die Möglichkeit, meinen Therapie-Blumenstrauß um eine weitere Maßnahme zu ergänzen, und vor allem der mobile Ansatz. Eine Therapie, die sich ohne zusätzliche Termine zu Hause in den Alltag integrieren lässt, fand ich spannend.
Wie sich Arthrose an Daumen und Fingern bemerkbar machen kann und welche unterschiedlichen Formen es gibt, ist im Beitrag Arthrose in den Daumen und Fingergelenken: Welche Arten gibt es und was hilft? ausführlich zusammengefasst.
Im Oktober 2019 begann ich schließlich, meine Rhizarthrose an beiden Daumensattelgelenken sowie meine Heberden- und Bouchardarthrose an den Fingergelenken mit der pulsierenden Magnetfeldtherapie zu behandeln.
Mein erstes Resümee nach mehreren Monaten Anwendung fiel damals positiv aus. Vor allem der mobile Ansatz überzeugte mich. Die Möglichkeit, eine Anwendung zu Hause durchzuführen, ließ sich für mich als berufstätige Mutter und selbstständige Unternehmerin unkompliziert in den Alltag integrieren.
Arthroseschmerzen lindern mit Magnetfeldtherapie: mein Testbericht
Das mobile Therapiegerät wurde mir von Physiomed per Post zugeschickt. Der Magcell® Arthro war in einer stabilen Dose verpackt, in der sich das Gerät auch zu Hause aufbewahren ließ.
Bei mir lag es meistens griffbereit am Couchtisch. Häufig nutzte ich es abends beim Fernsehen.
In der Praxis sah das so aus, dass ich das Gerät an Ober- und Unterseite meiner Daumensattelgelenke anlegte. Über den betroffenen Bereichen meiner Fingergelenke bewegte ich das Gerät.
Wie die Magnetfeldtherapie angewendet wird und welche Behandlungszyklen vorgesehen sind, wurde in der mitgelieferten Gebrauchsanweisung beschrieben.
Nach den damaligen Herstellerangaben konnte das mobile Therapiegerät an unterschiedlichen Körperregionen wie Knie, Fuß, Hüfte oder Handgelenk eingesetzt werden.
Auch Hinweise zu Kleidung, Schmuck, metallischen Gegenständen oder anderen Besonderheiten waren Bestandteil der Gebrauchsanweisung. Für die konkrete Anwendung und mögliche Gegenanzeigen waren deshalb die jeweiligen Herstellerinformationen zu beachten.
Beim Drücken der farblich markierten Starttaste ertönte ein Signal. Anschließend legte ich das Gerät auf das zu behandelnde Areal – in meinem Fall die Daumen- und Fingergelenke.
Der Betrieb war durch ein leichtes Vibrieren und die grün leuchtende Status-LED erkennbar. Die Intervalle waren am Gerät vorgegeben. Nach 2,5 Minuten endete die Anwendung automatisch und ein Signal ertönte.
Arthroseschmerzen lindern mit Magnetfeldtherapie: 2 x 2,5 Minuten
Nach den damaligen Herstellerangaben konnten Kurzzeitanwendungen bei akutem Schmerzgeschehen mehrfach täglich erfolgen.
Da meine Arthroseschmerzen zu dieser Zeit nicht besonders stark waren, beschränkte ich mich auf die in der damaligen Gebrauchsanweisung angegebene Mindestanwendung von zweimal 2,5 Minuten pro Gelenk und Tag.
Für die Anwendung eines Medizinprodukts gelten selbstverständlich die jeweils aktuellen Herstellerangaben und die Gebrauchsanweisung. Das betrifft insbesondere auch mögliche Gegenanzeigen oder besondere Situationen wie Implantate oder Herzschrittmacher.
Magnetfeldtherapie unkompliziert in den Alltag integrieren
Was mir an dem Gerät gefiel, war seine einfache Bedienung. Es gab keinen unnötigen technischen Aufwand: Gerät zur Hand nehmen, Starttaste drücken und die vorgesehene Anwendung durchführen.
Die Therapieeinheiten empfand ich persönlich als wohltuend und angenehm. Vor allem die flexible Integration der mobilen Magnetfeldtherapie in meinen Alltag war für mich ein Pluspunkt.
Ein erstes Aha-Erlebnis hatte ich bereits nach der ersten Anwendung.
Beim Spreizen von Daumen und Zeigefinger baute sich bei mir aufgrund meiner Rhizarthrose damals ein starkes Spannungsgefühl auf. Nach dem ersten Anwendungszyklus empfand ich dieses Spannungsgefühl als deutlich geringer. Für mich fühlten sich dadurch auch Beweglichkeit und Tastgefühl besser an.
Auch die damals dauerhaft vorhandenen, wenn auch nicht besonders starken Schmerzen in meinen Daumengelenken empfand ich im Laufe der mehrmonatigen Anwendung als gebessert.
Das sind meine persönlichen Beobachtungen aus dem damaligen Test. Aus einem individuellen Erfahrungsbericht lässt sich nicht ableiten, ob und in welchem Ausmaß die Veränderungen tatsächlich auf die Magnetfeldtherapie zurückzuführen waren.
Mit Magnetfeldtherapie meinen Schnappfinger behandeln
Zu dieser Zeit machte sich auch die Heberden- und Bouchardarthrose an einzelnen Fingergelenken zunehmend bemerkbar. Besonders betroffen waren mein rechter Mittel- und Ringfinger.
Hinzu kam damals ein weiteres Problem. Das Fingermittelgelenk am rechten Ringfinger wurde zunehmend dicker und unförmiger. Auch die Beugesehne bereitete Probleme.
Nach ärztlicher Diagnose hatte sich zusätzlich zur Bouchardarthrose ein Schnappfinger entwickelt. Beim Strecken blieb der Finger immer häufiger hängen beziehungsweise klemmte ein. Das war schmerzhaft und unangenehm.
Deshalb wandte ich die mobile Magnetfeldtherapie am rechten Fingermittelgelenk besonders sorgfältig und häufiger an als an den anderen Daumen- und Fingergelenken.
Das geschah zunächst intuitiv. Dass sich dadurch auch die Beschwerden meines Schnappfingers verändern könnten, hatte ich anfangs gar nicht erwartet.
Während der Anwendung bemerkte ich am rechten Ringfinger eine deutliche Besserung der Schmerzen und Beweglichkeit.
Um meine Beobachtung für mich selbst zu überprüfen, setzte ich die Behandlung am Ringfinger anschließend für einige Wochen aus. Nachdem Schmerzen und Schnappfinger-Problematik wieder deutlich zugenommen hatten, begann ich erneut mit der Anwendung.
Dabei machte ich dieselbe persönliche Beobachtung wie zuvor: Das schmerzhafte Einklemmen trat während dieser Zeit nicht mehr auf und die Schmerzen im Fingermittelgelenk waren geringer.
Auch hier gilt: Das war meine persönliche Beobachtung während des damaligen Tests. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Magnetfeldtherapie einen Schnappfinger behandelt oder dass die beobachtete Veränderung tatsächlich durch die Anwendung verursacht wurde.
Der Magcell® Arthro wurde damals jedenfalls zu einem Bestandteil meines persönlichen Therapie-Blumenstraußes.
Magnetfeldtherapie: Was sagt der Konsumentenschutz?
Bereits damals gab es auch kritische Einschätzungen zur pulsierenden Magnetfeldtherapie. Aufgrund von Berichten des österreichischen Konsumentenschutzes und der Plattform Medizin Transparent bat ich Physiomed deshalb um eine Stellungnahme.
Jens Reinhold, damals Business Development Manager, erklärte dazu:
„Bei MAGCELL® werden Magnetfelder erzeugt, die mit einer Feldstärke 0,105 Tesla um den Faktor 10 höher sind als die von handelsüblichen Magnetfeld-Therapiegeräten mit Spulen oder Matten. MAGCELL ist außerdem als Medizinprodukt zertifiziert, was viele der herkömmlichen Geräte nicht sind. Zusätzlich belegen mehrere qualitativ hochwertigen Studien die Wirksamkeit von MAGCELL.“
Diese Aussage gibt die damalige Position des Herstellers wieder.
Im ursprünglichen Beitrag habe ich außerdem ein Video von Dr. Jens Reinhold zur Wirkungsweise des Magcell® sowie ein Demonstrationsvideo des Herstellers zur Anwendung bei Kniearthrose eingebunden.
Schmerzen lindern, Beweglichkeit erhöhen
Die folgenden Informationen stammen aus den Unterlagen, die Physiomed zum Zeitpunkt meines Tests zur Verfügung stellte.
Nach damaliger Herstellerangabe handelte es sich beim Magcell® Arthro um ein Medizinprodukt der Klasse IIa entsprechend den zu dieser Zeit geltenden regulatorischen Vorgaben.
Das Gerät nutzt Permanentmagnete auf einer drehbar gelagerten Scheibe und erzeugt dadurch ein pulsierendes Magnetfeld. Physiomed gab für das Gerät eine Feldstärke von rund 1.000 Gauß beziehungsweise 100 Millitesla an.
Auch Angaben zur Eindringtiefe, zu möglichen physiologischen Wirkmechanismen sowie zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit stammten aus den damaligen Herstellerinformationen.
Als klinischen Beleg verwies Physiomed unter anderem auf eine prospektive, randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie von Wuschech et al. aus dem Jahr 2015 bei Kniearthrose. Untersucht wurden dabei unter anderem Veränderungen des WOMAC-Gesamtscores sowie der Bereiche Schmerz, Steifigkeit und Einschränkungen bei täglichen Aktivitäten.
Der WOMAC (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index) ist ein Patient Reported Outcome Instrument, mit dem Beschwerden und funktionelle Einschränkungen insbesondere bei Knie- und Hüftarthrose erfasst werden.
Mehr dazu im Beitrag zu: WOMAC, Oxford Knee Score und weiteren Patient Reported Outcome Measures.
Die hier wiedergegebenen Produkt-, Zulassungs- und Studieninformationen dokumentieren den Informationsstand beziehungsweise die Herstellerangaben zum Zeitpunkt meines Tests 2019/2020. Sie sind nicht als aktuelle Produktinformation oder aktuelle Bewertung der Studienlage zu verstehen.
Mein damaliges Fazit zum Magcell® Arthro
Für mich persönlich war der mehrmonatige Test vor allem deshalb interessant, weil sich die Anwendung sehr unkompliziert in meinen Alltag integrieren ließ.
Ich empfand die Anwendungen als angenehm und beobachtete während dieser Zeit Veränderungen bei Spannungsgefühl, Beweglichkeit und Schmerzen meiner Daumen- und Fingergelenke. Besonders interessant war für mich damals die Beobachtung am rechten Ringfinger mit dem zusätzlich diagnostizierten Schnappfinger.
Heute würde ich diese Erfahrungen genauso einordnen, wie ich es auch bei anderen Bestandteilen meines Therapie-Blumenstraußes tue: Es waren meine persönlichen Erfahrungen mit einer einzelnen Maßnahme. Daraus lässt sich keine allgemeine Wirksamkeit für andere Betroffene ableiten.
Wer sich für Magnetfeldtherapie oder ein entsprechendes Medizinprodukt interessiert, sollte sich deshalb über den aktuellen Stand, die heutige Gebrauchsanweisung und mögliche Gegenanzeigen informieren.
Offenlegung: Dieser Beitrag entstand ursprünglich im Rahmen einer Kooperation mit der Physiomed Elektromedizin AG. Das mobile Magnetfeld-Therapiegerät Magcell® Arthro wurde mir für den damaligen Test unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Hinweis: Der vorliegende Beitrag dokumentiert meinen persönlichen Erfahrungstest aus den Jahren 2019/2020. Die geschilderten Beobachtungen sind keine Empfehlung und kein Wirksamkeitsnachweis. Die Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung.
Fotos und Video: Barbara Egger-Spiess










2 Comments
Was kostet dieses Gerät?
Könnte ich mal ihre Telefonnummer haben.
Gruss Beyer Deutschland, Düsseldorg
Liebe Heike Beyer,
Dank für deine Rückmeldung. Könntest du per Mail an mich bzw. info@tirolturtle.at deine Kontaktdaten senden. Gerne kann ich dann in die Wege leiten, dass
MAGCELL mit dir Kontakt aufnimmt und du alles erfährst, was du wissen möchtest.