Zuletzt aktualisiert am 31. August 2026 von tirolturtle
Rhizarthrose und Smartphones: Größe, Gewicht und Handhabung können einen Unterschied machen, wenn Daumen- und Fingergelenke schmerzen.
Rhizarthrose und Smartphones – das ist so eine Sache. Wer Probleme mit Knie oder Hüfte hat, wird sich bei der Wahl eines Smartphones vermutlich weniger Gedanken darüber machen, wie gut sich das Gerät greifen und längere Zeit halten lässt.
Bei Arthrose an Daumen und Fingern sieht das anders aus. Das Smartphone gehört heute selbstverständlich zum Alltag – beruflich wie privat. Umso wichtiger ist für mich inzwischen die Frage: Wie gut lässt sich ein Gerät mit eingeschränkter Kraft und Beweglichkeit der Hände tatsächlich bedienen?
Wie sich Arthrose an Daumen und Fingern bemerkbar machen kann und welche Formen es gibt, habe ich im Beitrag Arthrose in den Daumen und Fingergelenken: Welche Arten gibt es und was hilft? zusammengefasst.
Und im Beitrag Mein Alltag mit Rhizarthrose: Was mir bei Arthrose am Daumen hilft geht es ausführlich um meinen persönlichen Therapie-Blumenstrauß und meine Erfahrungen mit Hilfsmitteln und Selbstmanagement.
Rhizarthrose und Smartphones: Auf Größe und Gewicht achten
Für mich hat sich über die Jahre gezeigt: Bei einem Smartphone oder Tablet kommt es nicht nur auf technische Ausstattung und Bildschirmgröße an. Entscheidend ist auch, wie gut ich das Gerät halten und bedienen kann.
Das gilt ebenso für Tablets. Ein großes und schweres Gerät über längere Zeit mit den Händen zu halten, kann bei schmerzenden Daumen- und Fingergelenken unangenehm werden. Deshalb habe ich beispielsweise kleinere und leichtere Geräte immer als angenehmer empfunden.
Bei der Wahl meines Smartphones ist es ähnlich.
Ich arbeite seit vielen Jahren in der Medien- und Kommunikationsbranche und nutze Apple-Geräte bereits seit Ende der 1980er-Jahre. Als Smartphones und Tablets auf den Markt kamen, lag es für mich deshalb nahe, auch beruflich mit iPhone und iPad zu arbeiten.
Mit zunehmenden Problemen an meinen Händen wurde allerdings ein anderes Kriterium immer wichtiger: Das Gerät muss für mich gut greifbar und möglichst leicht zu halten sein.
Früher waren das beispielsweise ein kleines iPhone SE oder später ein iPhone X. Mittlerweile nutze ich ein iPhone 16 – wiederum bewusst in der kleineren verfügbaren Variante.
Große Smartphones sind für mich persönlich keine gute Lösung. Je breiter und schwerer das Gerät ist, desto schwieriger wird es, dieses über längere Zeit sicher und angenehm zu halten.
Das Smartphone ist für mich inzwischen ein Hilfsmittel
Für meine Arbeit als Journalistin und Herausgeberin des Arthrose Magazins ist das Smartphone inzwischen sogar eine echte Erleichterung.
Früher gehörte eine schwere Nikon-Kamera selbstverständlich zu meiner beruflichen Ausrüstung. Heute fotografiere ich sehr viel mit dem Smartphone. Das geringere Gewicht macht für meine Hände einen erheblichen Unterschied.
Auch bei Interviews hilft mir das Smartphone. Wenn längeres handschriftliches Mitschreiben schwierig wird, kann eine Aufnahmefunktion eine praktische Alternative sein.
Damit ist das Smartphone für mich längst nicht mehr nur Telefon oder Kommunikationsgerät. Richtig eingesetzt kann es auch dabei helfen, Einschränkungen meiner Hände im beruflichen und privaten Alltag auszugleichen.
Rhizarthrose: Auch die Art der Smartphone-Nutzung spielt eine Rolle
Nicht nur Größe und Gewicht des Geräts sind entscheidend. Auch die Art, wie ein Smartphone gehalten und bedient wird, kann die Daumen stark beanspruchen.
Anlässlich des Tags der Hand hatte die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie bereits auf das Thema „Handydaumen“ aufmerksam gemacht und einige praktische Tipps für eine weniger belastende Smartphone-Nutzung zusammengestellt.
Dazu gehören unter anderem:
- beim Tippen möglichst beide Daumen beziehungsweise beide Hände einzusetzen,
- bei längerer Smartphone-Nutzung Pausen einzulegen,
- den Unterarm beim Schreiben im Sitzen nach Möglichkeit aufzulegen,
- nicht jede Nachricht zu tippen, sondern beispielsweise auch die Sprachfunktion zu nutzen.
Gerade die Sprachfunktionen moderner Smartphones finde ich inzwischen besonders praktisch. Nachrichten lassen sich diktieren, Texte einsprechen und viele Funktionen ohne ständiges Tippen bedienen.
Was ich aus meiner eigenen Erfahrung gelernt habe
Als dieser Beitrag ursprünglich entstand, ging es mir vor allem um eine einfache Erkenntnis: Ein möglichst großes Smartphone ist nicht automatisch das beste Smartphone.
Daran hat sich für mich bis heute nichts geändert.
Im Gegenteil: Mit dem Fortschreiten meiner Handarthrose achte ich stärker darauf, wie schwer ein Gerät ist, wie breit ich greifen muss und ob ich bestimmte Funktionen auch nutzen kann, ohne meine Daumen ständig zu belasten.
Das ist ein typisches Beispiel für Arthrose-Selbstmanagement im Alltag. Oft sind es keine spektakulären Maßnahmen, sondern kleine Anpassungen, die Tätigkeiten erleichtern können.
Dazu gehören für mich das passende Smartphone ebenso wie Alltagshilfen, Orthesen, Übungen und Ergotherapie.
Wer bemerkt, dass Schmerzen, Kraftverlust oder eingeschränkte Beweglichkeit der Daumen und Finger alltägliche Tätigkeiten zunehmend erschweren, kann deshalb auch eine spezialisierte Ergotherapie beziehungsweise Handtherapie in Betracht ziehen.
Im Beitrag Rhizarthrose: Wie Ergotherapie schnell und wirkungsvoll helfen kann habe ich meine Erfahrungen damit und zahlreiche praktische Übungen aus einem von mir organisierten Workshop mit der Tiroler Ergo- und Handtherapeutin Katharina Frey zusammengefasst.
Hinweis: Die beschriebenen Erfahrungen mit Smartphones und anderen Alltagshilfen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen mit Rhizarthrose und Handarthrose. Was sich gut greifen oder bedienen lässt, hängt von den individuellen Einschränkungen ab. Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung.
Fotos: Barbara Egger-Spiess












No Comments