Schmerzen wirksam vorbeugen: Österreichische Schmerzwochen
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Österreichische Schmerzwochen: Schmerzen wirksam vorbeugen

Österreichische Schmerzwochen mit dem Schwerpunkt „Schmerzen wirksam vorbeugen“. Jährlich finden im Jänner die Schmerzwochen der Österreichischen Schmerzgesellschaft statt. Schmerzexperten informieren dazu über die breite Palette von Themen, Neuerungen, Anliegen und Forderungen aus allen Bereichen der Schmerzmedizin.

Im Rahmen der 19. Österreichischen Schmerzwochen, die am 21. Jänner 2020 gestartet sind, widmet sich die Österreichische Schmerzgesellschaft und deren Vertreter der wichtigen Thematik der Schmerzbewältigung und vor allem der Vorbeugung von Schmerzen.

  • Prim. Priv.-Doz. Dr. Nenad Mitrovic, Präsident der ÖSG (Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck)
  • OÄ Dr. Waltraud Stromer, Vizepräsidentin der ÖSG (Landesklinikum Horn und Moorheilbad Harbach)
  • Prim. Univ.- Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc, Generalsekretär der ÖSG, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt und LKH Wolfsberg; Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Sigmund Freud Universität

Dazu hat die Österreichische Schmerzgesellschaft folgende Maßnahmen ergriffen:

  • einen Patientenflyer aufgelegt
  • lädt zum interaktiven Schmerz Webinar ein
  • berichtet über eine neue Arthrose App, die Patienten nach Knie- und Hüftgelenkersatz unterstützt.

Schmerzen wirksam vorbeugen: Österreichische Schmerzwochen

 

Österreichische Schmerzwochen: Patientenfolder

Wie kann man chronischen Schmerzen wirksam vorbeugen? Dazu bietet die Österreichische Schmerzgesellschaft  (ÖSG) aktuelle Informationsmaterialien für Patienten und Angehörige.

Damit sich Patienten und Angehörige über aktuelle Möglichkeiten der Schmerzmedizin informieren können, hat die ÖSG einen Patientenflyer mit dem Titel „Schmerzen vorbeugen – Schmerzen behandeln“ aufgelegt.

Erhältlich ist der neue Patientenflyer in Arztpraxen und als Download.

Klicke hier, um den Patientenflyer herunterzuladen!

Österreichische Schmerzwochen: Online-Webinar

Für Angehörige und Interessierte bietet die ÖSG am Dienstag dem 4. Februar 2020 ein interaktives Online-Webinar. Beginn ist 16.00 Uhr. Bei diesem Patienten Webinar referieren

  • ÖSG-Präsident Prim. Nenad Mitrovic
  • ÖSG-Vizepräsidentin OÄ Dr. Waltraud Stromer und
  • ÖSG Past Präsidentin OÄ Dr. Gabriele Grögl-Aringer.

Die Schmerzexperten erörtern im Rahmen des Patienten Webinars die wichtigsten Möglichkeiten der Schmerzprävention, unter anderem durch regelmäßige körperliche Bewegung und die Einnahme geeigneter Medikamente.

Es wird dargelegt, dass Schmerz nicht gleich Schmerz ist und dass spezifische Schmerzen auch sehr spezifisch behandelt werden müssen. Nicht zuletzt geht es um den Einsatz von Cannabis in der modernen Schmerztherapie. Anschließend stehen die Schmerzexperten für Fragen zur Verfügung.

Details zur Anmeldung und Teilnahme gibt es auf der Homepage der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Die Teilnahme am Webinar ist kostenlos.

Klicke hier und registriere dich für die Teilnahme!

Österreichische Schmerzwochen: Recover App

An der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg wurde eine App entwickelt, die Patienten über alle Aspekte von Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen informiert. Die Recover-E-App soll Betroffene in der Rehabilitationsphase zu unterstützen.

Klicke hier und erfahre alle Details über die App!

 

Österreichische Schmerzwochen: 1,8 Millionen betroffen

Bis zu 1,8 Millionen Menschen sind in Österreich von chronischen Schmerzen betroffen. Bei 350.000 haben sich die Schmerzen zu einer eigenständigen schweren Erkrankung mit massiver Chronifizierung entwickelt. Das müsste laut Östereichischer Schmerzgesellschaft vielfach nicht so sein.

Oft ließen sich Schmerzen zum Beispiel durch einen aktiveren Lebensstil vermeiden. Für andere gibt es Möglichkeiten der medikamentösen Prophylaxe. Sehr häufig seien chronische Schmerzen die Folge von ungenügend behandelten Akutschmerzen.

Für Betroffene ist laut ÖSG-Generalsekretär Rudolf Likar, eine spezialisierte ärztliche Schmerzversorgung dringend notwendig. Lange Wartezeiten in der Schmerzversorgung würden nachweislich den Gesundheitszustand von Menschen mit chronischen Beschwerden weiter verschlechtern.

„Die Schmerzen intensiveren sich, gleichzeitig verschlechtert sich die Lebensqualität bis hin zur Depression.“

Die International Association for the Study of Pain (IASP) empfiehlt daher eine möglichst rasche Behandlung aller Schmerzen. Dazu liefert die ÖSG folgende Auflistung:

  • Akute Schmerzen müssen sofort behandelt werden.
  • Schwere Schmerzzustände mit dem Risiko der Verschlechterung und Chronifizierung sollten innerhalb einer Woche versorgt werden. Das gilt etwa für Schmerzen bei Kindern, beim Complex Regional Pain Syndrome (CRPS) oder bei krebsbedingten oder terminalen Schmerzen.
  • Eine Empfehlung für die Behandlung innerhalb eines Monats gibt es für schwere unterdiagnostizierte oder fortschreitende Schmerzen mit dem Risiko von funktionalen Einschränkungen – etwa bei Rückenschmerzen oder fortdauernden Schmerzen nach Operationen oder Traumata.
  • Spätestens innerhalb von acht Wochen sollten langfristig anhaltende Schmerzen ohne signifikante Schmerzsteigerung versorgt werden.

 

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Wie in vielen anderen Ländern seien aber leider auch in Österreich die Wartezeiten viel zu lang: Schmerzpatienten müssten im Schnitt eine eineinhalb- bis zweijährige Odyssee auf sich nehmen, bis sie zu einer aussagekräftigen Diagnose kommen – fast jeder Fünfte bekommt überhaupt keine.

Der Hauptgrund dafür: Die bestehende Versorgungsstruktur könne nicht für alle Betroffenen eine rasch einsetzende und auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Schmerztherapie garantieren.

Die Lösung liegt deshalb laut ÖSG in einer abgestuften Versorgung. Nicht jeder Schmerzpatient benötige die höchste Versorgungsstufe. Hier die Liste, wie die Österreichische Schmerzgesellschaft drei Stufen der Versorgung sieht:

  • Die erste Stufe der Versorgungsebene ist der extramurale niedergelassene Bereich: Manche Patientinnen und Patienten mit Schmerzen sind bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt gut aufgehoben. Hier erfolgt die primäre schmerzmedizinische Versorgung. Doch insbesondere auf dem Land wirkt sich auch hier der Ärztemangel negativ aus.
  • Die zweite Versorgungsstufe übernehmen die Schmerzambulanzen und -ambulatorien. Allerdings gibt es in ganz Österreich nur 48 Schmerzambulanzen, die zudem regional sehr ungleich verteilt sind. Die wenigsten können einen Vollbetrieb leisten, meist aufgrund fehlender personeller und zeitlicher Ressourcen. Im Durchschnitt liegen die Ambulanzöffnungszeiten bei nur 18 Stunden pro Woche. Deshalb gibt es oft wochenlange Wartezeiten auf einen Behandlungstermin.
  • Für die langfristige Behandlung sollten in der dritten Versorgungsebene spezielle interdisziplinäre Schmerzzentren zuständig sein. Dieses Angebot ist allerdings noch immer viel zu klein, auch wenn nun erfreulicherweise neben dem Zentrum Klagenfurt, das lange Zeit das einzige derartige Zentrum in Österreich war, mit einem Schmerzzentrum der WGKK in Wien eine weitere spezialisierte und multimodal tätige Einrichtung zur Verfügung steht. Das Ziel muss sein, in jedem Bundesland zumindest ein Schmerzzentrum zu haben.

 

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Foto:  B&K/APA-Fotoservice/ReitherÖÖ

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