Sehnen und Arthrose Hand
Rhizarthrose

Handarthrose: Wenn auch die Sehnen betroffen sind

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Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026 von tirolturtle

Bei Handarthrose lohnt sich der Blick über die Gelenke hinaus: Auch die Sehnen können betroffen sein.

Bei Handarthrose stehen meist die Gelenke im Mittelpunkt. Eine Studie zeigt jedoch, dass auch Veränderungen an den Sehnen häufiger vorkommen können. Was bedeutet das für Betroffene?

Arthrose in der Hand gilt vor allem als Gelenkerkrankung. Betroffen sein können unter anderem die Fingerend- und Fingermittelgelenke sowie das Daumensattelgelenk.

Doch Schmerzen und Funktionseinschränkungen an der Hand müssen nicht ausschließlich mit den Gelenken zusammenhängen. Auch die Sehnen und Sehnenscheiden können Veränderungen zeigen.

Eine Studie liefert dazu interessante Einblicke und zeigt, warum es sich bei Handbeschwerden lohnen kann, nicht nur auf die Gelenke zu schauen.

Handarthrose und Sehnen: Was wurde untersucht?

Ein Forschungsteam um Isabella Gessl untersuchte mithilfe von Ultraschall, wie häufig Veränderungen an den Sehnen bei Menschen mit Handarthrose vorkommen.

Verglichen wurden 86 Personen mit Handarthrose und 23 Personen ohne Handarthrose als Kontrollgruppe.

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Untersucht wurden Beuge- und Strecksehnen der Hand. Dabei suchte das Forschungsteam unter anderem nach sonografisch sichtbaren Veränderungen an Sehnen und Sehnenscheiden.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Rheumatology veröffentlicht.

Sehnenveränderungen waren bei Handarthrose häufig

Bei 60 der 86 untersuchten Personen mit Handarthrose – knapp 70 Prozent – fanden sich im Ultraschall Veränderungen an den Sehnen. In der Kontrollgruppe waren es zwei von 23 Personen.

Besonders häufig waren die Beugesehnen betroffen. Veränderungen zeigten sich vor allem im Bereich der Mittelhand.

An den Strecksehnen wurden deutlich seltener Auffälligkeiten festgestellt.

Interessant ist noch ein weiteres Ergebnis: Die im Ultraschall festgestellten Sehnenveränderungen standen nicht eindeutig mit den von den Betroffenen angegebenen Schmerzen oder Einschränkungen der Handfunktion in Zusammenhang.

Das bedeutet: Veränderungen können im Ultraschall sichtbar sein, ohne dass sie automatisch die Ursache vorhandener Beschwerden sein müssen.

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Nicht nur das Gelenk im Blick behalten

Die Untersuchung erweitert damit den Blick auf die Handarthrose. Neben Veränderungen an Knorpel, Knochen und anderen Gelenkstrukturen können auch Sehnen beziehungsweise Sehnenscheiden beteiligt sein.

Gerade bei komplexen oder schwer einzuordnenden Handbeschwerden kann deshalb die Frage interessant sein, welche Strukturen tatsächlich betroffen sind.

Ultraschall bietet die Möglichkeit, neben Gelenken auch Sehnen und Sehnenscheiden darzustellen. Ob eine solche Untersuchung im individuellen Fall sinnvoll ist, muss medizinisch beurteilt werden.

Was die Studie nicht zeigt

Wichtig ist allerdings, aus den Ergebnissen keine weitergehenden Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die Studie zeigt, dass sonografisch erkennbare Sehnenveränderungen bei den untersuchten Menschen mit Handarthrose häufig vorkamen.

Sie zeigt jedoch nicht, dass Handarthrose zwangsläufig zu Sehnenschäden führt. Ebenso lässt sich daraus nicht ableiten, dass solche Veränderungen zu Sehnenrupturen führen oder eine im Ultraschall festgestellte Veränderung behandelt werden muss.

Auch die Frage, welche Bedeutung die Veränderungen langfristig für den Verlauf der Handarthrose haben, lässt sich anhand dieser Untersuchung nicht abschließend beantworten.

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Die Ergebnisse machen vielmehr deutlich, dass Handarthrose komplexer sein kann als der Blick auf das einzelne Gelenk vermuten lässt.

Handarthrose kann unterschiedliche Strukturen betreffen

Schmerzen, Steifigkeit, Kraftverlust oder Bewegungseinschränkungen an der Hand können unterschiedliche Ursachen haben.

Eine genaue diagnostische Einordnung ist deshalb besonders dann wichtig, wenn Beschwerden neu auftreten, ungewöhnlich sind oder sich deutlich verändern.

Welche Formen von Arthrose an der Hand vorkommen, habe ich im Beitrag „Arthrose in den Daumen und Fingergelenken: Welche Arten gibt es und was hilft?“ zusammengefasst.

Auch die Abgrenzung zu entzündlich-rheumatischen und anderen Erkrankungen kann eine Rolle spielen. Mehr dazu im Beitrag „Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?“.

Wenn die Finger schmerzen: Ist es Arthrose oder ist es Rheuma?

Eine persönliche Perspektive auf Handarthrose, Sehnenrupturen und die Bedeutung bereits vorhandener Veränderungen bei einem späteren Versicherungsfall gibt es außerdem im Beitrag „Handarthrose, Sehnenrupturen und Mitwirkungsgrad“.

Handarthrose, Sehnenrupturen und Mitwirkungsgrad

Studie

Gessl I. et al.: Tendon involvement and its association with pain and hand function in patients with osteoarthritis of the hand. Rheumatology. Online veröffentlicht 2024; Volume 64, Issue 4, April 2025, Seiten 1775–1783.

DOI: 10.1093/rheumatology/keae395

Hinweis: Die hier geteilten Informationen sollen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz beitragen, ersetzen aber in keinem Fall die ärztliche Diagnose, Beratung und Behandlung.

Redaktioneller Beitrag von Barbara Egger-Spiess, Gesundheitsjournalistin & Herausgeberin des Arthrose Magazins

Illustration: KI-generiertes Bild (Symbolbild)

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