Wenn Knochen auf Knochen reibt - Spritztour nach Wien
Arthrose Tagebuch

Spritztour von Innsbruck nach Wien

Wenn Knochen auf Knochen reibt, ist bei Arthrose häufig das Ende der Fahnenstange an schmerzlindernder Medikation erreicht. Nicht ganz.

Wenn Knochen auf Knochen reibt, kann man sich das ungefähr so vorstellen: jede Bewegung schmerzt. Der schleichende Abbau der Knorpelmasse rund um das Gelenk führt dazu, dass es keinen Puffer oder Polster mehr gibt. Das verhält sich bei den großen Gelenken wie Hüfte und Knie genau so, wie bei den kleineren. Etwa dem Großzehengrundgelenk oder dem Daumengrundgelenk. Wenn du davon betroffen sind, weisst du wovon ich rede.

In meinem Fall ist es die Rhizarthrose, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in beiden Daumengrundgelenken verursacht. Rhizarthrose ist aber nicht nur wegen der Schmerzen lästig, sondern schränkt auch jeden alltäglichen Handgriff mehr oder minder stark ein. Was Rhizarthrose in den Daumengelenken so alles anstellt und mit einem macht, habe ich in diesen beiden Blogbeiträgen beschrieben:

In den letzten Monaten hat sich die Situation drastisch verschlechtert. Wenn Knochen auf Knochen reibt, passiert mit den Daumen folgendes: Du kannst morgens im Bad nicht schmerzfrei die Zahnpaste-Tube öffnen und abends im Bett kein Buch in den Händen halten. Dem höflichen Handschlag weichst du aus. Doch sind wir uns mal ehrlich. Arthrose ist Gott sei Dank keine schwerwiegende Krankheit. Mit den Begleiterscheinungen kann man – jede und jeder auf seine Art und Weise – versuchen zu Recht zu kommen.

Wenn Knochen auf Knochen reibt: Bestandsaufnahme

Doch verfliegt der Optimismus, wenn die Arthrose die Existenz bedroht. Wenn Knochen auf Knochen reibt und die Schreibfähigkeit eingeschränkt, ja nicht mehr möglich ist, dann ist Feuer am Dach. Zumindest in meinem Fall. Schreiben und Fotografieren ist mein Beruf. Beides konnte ich in den letzten Monaten zunehmend nicht bis gar nicht mehr ausführen. Als Journalistin muss ich bei Interviews und Pressegesprächen mitschreiben können. Als Pressefotografin verfüge ich über eine professionelle Kamera, kann diese aber aufgrund ihres Gewichtes nicht mehr in den Händen halten.

Wenn Knochen auf Knochen reibt Smartphone versus Nikon

Meine Nikon habe ich gegen ein Smartphone mit hochwertiger Fotoqualität ausgetauscht. Ein gleichwertiger Ersatz ist es natürlich nicht.

Das Kamera-Problem habe ich gelöst, indem ich mir zusätzlich zum iPhone ein weiteres Smartphone ausschließlich für Foto- und Videoaufnahmen zugelegt habe. Mein neues Huawei P10 zeigt angeblich bessere Foto-Qualität als andere Android-Modelle. Erste Praxis-Einsätze haben ergeben: die Fotoqualität ist tatsächlich der Hammer. Ich bin sehr zufrieden und erziele für meine Bilder für redaktionelle Beiträge sehr gute Ergebnisse. Das mit dem Schreiben aber ist nicht so einfach zu lösen.

Die Schreibfähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz. Für jeden Menschen, egal in welchem Job. Den Ausschlag, dass ich tatsächlich Hilfe brauchte, gab neulich eine Situation beim Passamt. Bei der Beantragung eines neuen Passes, sollte ich in der Bezirkshauptmannschaft vor der Beamtin unterschreiben. Nun, meine Schrift ist als umgelernte Linkshänderin noch nie die Schönste gewesen. Aber diese schmerzhafte Krakelei vor der Beamtin und das Gefühl den Stift nicht mehr halten zu können. Das war nun schon eine ganz andere Nummer.

Also was habe ich getan? Wenn Knochen auf Knochen reibt, gibt es wie bei jeder Arthrose konservative Behandlungsmöglichkeiten. Das sind das Tragen von Orthesen, die Einnahme von Schmerzmittel, das Infiltrieren direkt in das Daumengrundgelenk, Physio- und Ergotherapie und natürlich eine so gut wie möglich gesunde antientzündliche Ernährung. Orthesen habe ich getragen. Sie sind in meinen Augen aber nicht alltagstauglich. Schmerzmittel nehme ich keine. Kortison wurde seit Beginn meiner Arthrose vor ca. 5 Jahren bisher 2x vom Orthopäden in beide Daumengrundgelenke gespritzt.

Um zu erfahren, wie der aktuelle Stand meiner Arthrose ist und wie fortgeschritten der Knorpelabbau schon ist sind, erschien es mir angesichts des Verlustes der Schreibfähigkeit durchaus passend statt den Orthopäden einen Spezialisten zu befragen. Mit Prof. Dr. Stefan Marlovits vom Knorpelzentrum Wien habe ich vor einiger Zeit ein ausführliches Interview für meinen Blog zum Thema Knorpelabbau und den neuesten Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose gemacht. Du kannst diesen Blogbeitrag hier nachlesen.

Nach telefonischer Kontaktaufnahme im Knorpelzentrum Wien ging es recht schnell. Aktuelle Röntgen- und MRT-Befunde habe ich zuhause in Innsbruck anfertigen lassen. Diese zeigten insbesondere am rechten Daumengelenk einen zumindest für mich verheerenden Befund. Wenn Knochen auf Knochen reibt, dann ist das in meinem rechten Daumengrundgelenk tatsächlich der Fall. Es ist eine diagnostizierte Arthrose Grad 3-4 also eine Knorpelschädigung zwischen 75 und 100 Prozent. Im linken Daumengelenk schaut die Sache zwar nicht viel aber doch besser aus.

Tipp:

Wie du deinen Arthrose-Grad besser verstehen kannst!

Es gibt bei Arthrose Beschwerden vier Grade von eins bis vier. Diese Kriterien wurden hauptsächlich für das Knie gemacht. Der vierte Grad bedeutet vereinfacht gesagt, dass man überhaupt keinen Gelenkknorpel mehr hat. Durch den Knorpelabbau reibt Knochen an Knochen.

* Grad 1 höchstens 25 % Knorpelschädigung

* Grad 2 bis zu 50 % Knorpelschädigung

* Grad 3 bis zu 75 Knorpelschädigung

* Grad 4 bis zu hundertprozentige Knorpelschädigung

Eine erste telefonische Befundung im Knorpelzentrum Wien ergibt, dass rechts langfristig nur noch eine OP hilft. Ich entscheide mich daher, nach erfahrenen Handchirurgen in Österreich zu suchen und zu einer möglichen OP Meinungen einzuholen. Dr. Marlovits empfiehlt mir Dr. Jochen Erhart in Wien, Leiter der Ambulanz für Handchirurgie am AKH Wien. Dr. Christian Hoser, erfahrener Sportarzt und Facharzt für Unfallchirurgie bei Gelenkpunkt und Mitglied in meiner Facebookgruppe Arthrose Forum Austria – Hilfe, Infos und Tipps empfiehlt mir Dr. Markus Gabl in Innsbruck, Leiter der Handchirurgie an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie Innsbruck.

Wenn Knochen auf Knochen reibt - Spritztour nach Wien

Spritztour nach Wien: Nobel ging es im Businessabteil der ÖBB von Innsbruck nach Wien. Das habe ich mir gegönnt.

Wenn Knochen auf Knochen reibt, möchte man keine Zeit mehr verlieren. Ich suche also Dr. Markus Gabl in seiner Innsbrucker Ordination auf und erhalte eine kompetente Analyse, die sich übrigens mit der telefonischen von Dr. Marlovits deckt. Das rechte Handgelenk müsste operiert werden, wenn eine Linderung der Schmerzen erwünscht ist. In meinem Fall könnte es sogar sein, dass die Kraft im Handgelenk ein wenig zurückkehrt. Der Eingriff nennt sich Resektionsarthroplastik. Dazu aber später, wenn es so weit sein sollte. Denn dazu möchte ich auch Dr. Jochen Erhart noch befragen.

Nun, da ich im Juli 2017 sowieso beruflich nach Wien musste, beschloss ich kurzerhand Prof. Marlovits persönlich kennen zu lernen. Spontan erhielt ich im Knorpelzentrum Wien einen Termin. Und so begann meine Spritztour von Innsbruck nach Wien. Spritztour deshalb, weil mein Besuch im Knorpelzentrum auf meinen Wunsch hin mit einer Spritze in mein rechtes Daumengelenk verbunden war. Gleich nach meiner Ankunft in Wien und Einchecken im Hotel, ging es mit der U-Bahn in das Knorpelzentrum in der Heiligenstätterstrasse vis-a-vis vom Privatambulatorium Döbling.

Wenn Knochen auf Knochen reibt - Spritztour nach Wien

Im Warteraum Ordination Knorpelzentrum Wien

Im direkten Arztgespräch erfahre ich mehr über den Zustand meiner Daumengelenke, die Möglichkeit einer OP und neuen Behandlungsmöglichkeiten. An neuen Behandlungsmöglichkeiten bietet das Knorpelzentrum Wien als erste Praxis in Österreich ein neues Kombinationspräparat aus Hyaluronsäure und Cortison zur Behandlung von Arthrose in erster Linie für das Knie an. Aufgrund der starken Schmerzen vor allem im rechten Daumgelenk und dem Verlust der Schreibfähigkeit, bitte ich um eine Intervention. Auch auf die Gefahr hin, dass diese neue „Single-Shot-Therapie“ nichts nützen würde.

Die Spritze selbst, muss ich zugeben, war extrem schmerzhaft. Das gesamte Handgelenk schmerzte nach der Infiltration ziemlich stark. Das kann muss aber nicht bei jedem/jeder so sein. Und man muss auch wissen, dass das weltweit erste 2in 1-Präparat in erster Linie für das Kniegelenk, also ein großes Gelenk entwickelt wurde. Nun, als der Schmerz langsam nach ließ, spürte ich bereits die erste Veränderung. Ich begann noch während meines Aufenthaltes in Wien ganz unbewusst die Dinge anders zu greifen. Von der Zahnbürste bis zum Föhn, vom Besteck bis zum Stift, von der Geldtasche bis zum Handy.

Wenn Knochen auf Knochen reibt - Spritztour nach Wien

Der Single Shot hat sich gelohnt. Angenehm ist das aber nicht, zugegeben.

Wenn Knochen auf Knochen reibt: erstes Resmümee

Mein erstes Resümee nach nunmehr drei Wochen lautet deshalb: Ich finde das Ergebnis für mich persönlich höchst erfreulich. Natürlich gibt es keine Langzeitstudien oder Erfahrungswerte, wie lange die Wirkung im Daumengelenk anhält. Mir waren es allein schon diese drei Wochen bisher wert nahezu bis komplett schmerzfrei zu sein. Je nach Handgriff. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass dieser Blogbeitrag unentgeltlich von mir geschrieben wurde. Auch gebe ich weder auf meinen Blog noch in meiner Facebookgruppe Arthrose Forum Austria – Hilfe, Infos und Tipps Empfehlungen für Therapieformen oder Medikamente ab.

Dennoch ist meine Facebookgruppe dazu da, über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten von Arthrose zu diskutieren. Und da werden die Dinge selbstverständlich auch beim Namen genannt. Hat beispielsweise ein Gruppenmitglied Erfahrung mit einer Hyaluron-Spritzenkur, wird nachgefragt, ob und welches Präparat positive Ergebnisse brachte. Das Präparat das demnach in mein Daumengrundgelenk gespritzt wurde, heißt Cingal, das von Haemo Pharma vertrieben wird. Auf der Homepage des österreichischen Unternehmens gibt es eine pdf-Datei zur Information über die Wirkungsweise von Cingal als Download.

Wer bisher aufmerksam mitgelesen hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass es für mein rechtes Daumengelenk eigentlich keine konservative Behandlungsmöglichkeit mehr gibt. (Das Thema Ernährung blende ich hier bewusst aus, da es auf meinem Blog und in der Gruppe laufend thematisiert wird.) Demnach waren meine Erwartungen im Rahmen meiner „Spritztour nach Wien“ natürlich nicht allzu hoch geschraubt. Jetzt könnte man sagen, wenn die Erwartungen so niedrig sind, ist es für den behandelnden Arzt einfacher ein positives Ergebnis zu erzielen. Ich kann das für mich folgendermaßen beantworten: Auffällig ist, wie stark plötzlich die Schmerzen im linken Daumengelenk sind. Das empfand ich bisher nie so. Warum? Weil die stärkeren Schmerzen im rechten Daumengelenk die Schmerzen im linken überdeckt haben und das rechte Daumengelenk zumindest jetzt drei Wochen später immer noch nahezu schmerzfrei ist.

Was hat die Single Shot Therapie mit Cingal noch bewirkt? Ich kann wieder alltägliche Handgriffe nahezu schmerzfrei ausführen. Und ich kann wieder Handgriffe in einer Art tätigen, die bisher nicht mehr möglich war. Ich kann morgens im Bad schmerzfrei die Zahnpasta-Tube drücken und mir schmerzfrei die Zähne putzen. Ich kann in der Dusche schmerzfrei das Duschgel drücken und mich schmerzfrei waschen und vor allem schmerzfrei die Haare waschen. Ich kann den Haushalt wieder einigermaßen schupfen. Ich kann aber nach wie vor keine Flaschen, etc. öffnen. Das hat aber nichts mit der Spritze oder den Schmerzen zu tun, sondern mit der völligen Kraftlosigkeit im rechten Daumengelenk. Was mir besonders auffällt ist die wiedergewonnene Beweglichkeit. Ich konnte bisher kaum noch den Daumen vom Handgelenk wegspreizen. Auch das geht wieder besser.

Ich kann mich nahezu schmerzfrei nach dem Duschen eincremen und die Schmink-Utensilien halten und benutzen….und vor allem kann ich wieder einen Stift halten und mit der rechten Hand schreiben! Und ich kann wieder meinen geliebten Golfsport ausüben und den Golfschläger zumindest mit der rechten Hand schmerzfrei halten. Bei Überbeanspruchung beim Golfen spüre ich Schmerzen, die jedoch morgens nach dem Aufwachen und einer Golfrunde am Vortag wieder verschwunden sind. Das ist für mich sehr positiv, da Golfen für mich der ideale Ausgleich zu meiner Tätigkeit als Selbständige ist und eine schöne Ergänzung zu meinen anderen Sportarten.

Was es nun mit der Single Shot Therapie auf sich hat, dazu habe ich Prof. Dr. Stefan Marlovits einige Fragen gestellt.

Interview mit Prof. Dr. Stefan Marlovits:

Was unterscheidet die Cingal-Einzelinjektionstherapie von bisherigen Therapieformen?

Prof. Dr. Stefan Marlovits: „Cingal ist das weltweit erste Kombinationspräparat aus Hyaluronsäure und Cortison zur Behandlung der Arthrose. Die zwei Wirkstoffe verabreicht in einer Spritze sollen für eine sofortige und lang anhaltende Schmerzlinderung sorgen. Das Cortison bremst dabei die Entzündung, die Hyaluronsäure stärkt die Beweglichkeit des Gelenks.“

Warum wurde das Medikament in dieser Form entwickelt?

Dr. Marlovits: „Cortison ist das Standard-Therapeutikum in der Behandlung von Arthrose und in zig Studien seit Jahren belegt. Auch zur Hyaluronsäure gibt es sehr viele Studien. Folgerichtig kam der Gedanke beides fix in einer Spritze zu kombinieren. Dazu sind in den USA sehr aufwändige Studien durchgeführt worden und aufgrund dieser Studienergebnisse ist das Mittel von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) und der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen.“

Für welche Gelenke und Arthrosebeschwerden eignet sich das 2in 1-Präparat?

Dr. Marlovits: „Es ist für das Kniegelenk zugelassen. Das heißt andere Gelenke sind derzeit noch nicht in der offiziellen Zulassung. Man kann aber versuchen in Analogie zu dem was man beim Knie gelernt hat, auch auf andere Gelenke anzuwenden. Selbstverständlich ausschließlich in Absprache und mit Zustimmung des Patienten. Ich bin sicher, dass es weitere Studien auch zu kleineren Gelenken, wie dem Daumen- oder Großzehengrundgelenk geben wird.“

Welche Erfahrungswerte gibt es in Ihrer Praxis?

Dr. Marlovits: „Wir haben das Präparat als erstes bekommen, weil wir uns hier im Knorpelzentrum intensiv mit dem Thema Knorpel und Arthrose auseinandersetzen, angefangen von konservativen und operativen Therapien, physiotherapeutischen Übungsprogrammen bis hin zur biologischen Knorpelflächenreparatur beschäftigen. Wir haben das Cingal jetzt seit ca. vier Monaten im Einsatz und bisher über 90 % zufriedene Patienten. In erster Linie wenden wir es im Knie an. Es gibt aber bereits auch einige Rhizarthrose-Patientinnen und Patienten mit Arthrose im Großzehengrundgelenk. Das Feedback, das uns die Patienten geben, klingt vielversprechend. Vor allem berichten uns die PatientInnen von mehr Beweglichkeit, weniger Beschwerden und Schmerzen.“

Was kostet die Behandlung mit Cingal?

Dr. Marlovits: „Die Single Shot Therapie kostet 300,– Euro. Die Kosten werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen. Der nächste Schritt muss sein, dass man es auch in Österreich von den Krankenkassen ersetzt bekommt. Das wird noch Zeit brauchen. Zumindest haben wir es und die erste Ergebnisse sind sehr vielversprechend.“

Welcher Behandlungszyklus ist vorgesehen? Wie oft kann man die Therapie anwenden?

Dr. Marlovits: „Einmal in sechs Monaten und höchstens zweimal im Jahr. Ist jemand schmerzfrei oder hat kaum Beschwerden, wird man sich nach der einmaligen Injektion richten.“

Für wen eignet sich die Single Shot Therapie?

Dr. Marlovits: „Wie gesagt, zugelassen ist Cingal für das Kniegelenk. Es zeigt vielversprechende Ergebnisse beim Arthrosegrad 2-3, wenn noch ein bisschen an Restknorpel vorhanden ist. Bei Arthrose Grad IV im Knie würde ich es nicht mehr empfehlen. Wir haben auch gute Erfahrungen beim Hüftgelenk und beim Zehengroßgrundgelenk gemacht. Eine gezielte Infiltration in die Hüfte erfolgt mit Hilfe eines Bildwandlers (spezielles Röntgengerät), um das Präparat exakt an den Schmerzpunkt zu setzen.“

Wird sich die Therapie mit Cortison und Hyaluron in einem Präparat durchsetzen?

Dr. Marlovits: „Die Kombination aus zwei Wirkstoffen in einem Präparat ist eine vielversprechende Methode bei starker Arthrose. Bei der PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma = eine biologische Methode, die körpereigene Zellen benutzt) wissen wir, dass die beste Indikation auch Arthrosegrad 2-3 ist zumindest im Knie. Daher kann man auch eine jährliche Kombination von beidem überlegen. Also einmal Cingal und dann eine Kur mit PRP. Aber das kommt auf jeden einzelnen Patienten an und es fehlen auch noch die Erfahrungswerte dazu. Das Ziel ist immer ohne OP über die Runden zu kommen und die Patienten schmerzarm und beweglich zu halten.“

Wenn Knochen auf Knochen reibt - Spritztour nach Wien Stefan Marlovits

Nun auch persönlich kennengelernt: Prof. Dr. Stefan Marlovits in seiner Ordination mit Ausblick in Wien

Update nach 4 Wochen: das Daumengelenk ist immer noch nahezu schmerzfrei. Alltägliche Handgriffe sind weiterhin gut möglich. Überbelastung nach zwei bis drei Golfrunden pro Woche spüre ich im rechten Daumengelenk, aber nicht mit den starken Schmerzen als zuvor.

Update nach 5 Wochen: keine Veränderung. Siehe Update nach 4 Wochen.

Bitte beachte: Der vorliegende Blogbeitrag und das Interview dienen ausschließlich zur Information! Die Inhalte dieses Blogbeitrages beschreiben meine subjektive Erfahrungen, sind keine Empfehlung und ersetzen weder Diagnose, Untersuchung noch das persönliche Arztgespräch. Medizinische Fragen solltest du grundsätzlich immer mit dem Arzt/Ärztin deines Vertrauens klären.

Fotos: Barbara Egger

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