Arthrose und Rheuma Tanzsalon Innsbruck: Tanzen für die Gelenke
Lifestyle

Tanzen für die Gelenke

Mich muss man ja nicht lange zum Tanzen bitten. Und weil Tanzen für die Gelenke gut sein soll, habe ich Österreichs ersten Tanzsalon unter dem Motto „Rheuma bewegt“ besucht.

Tanzen für die Gelenke hilft. Bei Rheuma und auch bei Arthrose. Beim Tanzen habe ich persönlich bisher zwar noch nie an die Gelenke gedacht. Eher an die unzähligen Discobesuche, durchtanzten Nächte und an meine Lieblings-Discomusik aus den 70er 80ern und 90er Jahren. Was ich damit sagen will: Ich tanze für mein Leben gern. Immer schon. Erst kürzlich habe ich einen runden Geburtstag gefeiert. Na ja, drei Jahre ist das auch schon wieder her. Was habe ich gemacht? Nein, keinen Kurzurlaub, nein kein gediegenes Essen. Nein, keine gewöhnliche Party. Ich habe mir eine DJane bestellt und Discomusik rauf- und runter spielen lassen und die ganze Nacht getanzt. Die Gäste mussten notgedrungen mitmachen.

 

Überhaupt bewege ich mich gerne und mache Sport. Welche Sportarten ich am liebsten mag, habe ich euch im Artikel meine Top Five Arthrose Sportarten beschrieben. Tanzen ist dann noch mal eine Stufe höher. Es löst ähnlich wie Sport Glücksgefühle aus. Durch die sozialen Kontakte und tolle Musik kommen natürlich auch Emotionen und Erinnerungen hoch. Mit diesem Hintergrund versteht es sich von selbst, dass ich gerne der Einladung zu Österreichs erstem Rheuma Tanzsalon in Innsbruck gefolgt bin. Um was ging es da? Die Österreichische Rheumaliga und das Biopharma Unternehmen AbbVie haben zum ersten Tanzsalon für Rheumabetroffene in Innsbruck geladen. Da Arthrose bekanntlich zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zählt, fühlte ich mich durchaus angesprochen.

Tanzen für die Gelenke hilft und macht obendrein Spass

Hegte aber so meine Zweifel. Würde so eine Veranstaltung überhaupt jemand besuchen? Und wenn ja, würden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch zu tanzen trauen? Beides kann ich bejahen. Die Veranstaltung war wider Erwarten sehr gut besucht und alle tanzten mit Begeisterung mit. In den folgenden Videos seht ihr erste Anleitungen von Tanzprofi und Coach Gerhard Egger und dazu die ersten vorsichtigen Moves. Ihr seht wie man „den Geschirrspüler einräumt“ oder wie man einen „Luftballon nach oben schubst“ und damit erste Schritte für eine Choreographie.

 

 

Nun, um Freude am Tanzen zu haben, gehört ja nicht viel. Also ich meine, ich kenne kaum Frauen, die nicht gerne tanzen. Umso mehr aber kenne ich Männer, die Tanzen als lästiges Übel empfinden. Selbst meine bessere Hälfte hat sich jahrelang auf seine Knieschmerzen herausgeredet, um ja nicht tanzen zu müssen. Die aktuelle Ausrede ist sein künstliches Kniegelenk. Geht es nach der Intention der Tanzveranstaltung der Österreichischen Rheumaliga sind solche Ausreden grundfalsch. Tanzen wirkt sich nämlich positiv auf den Therapieerfolg bei rheumatischen Erkrankungen aus. Das haben auch die anwesenden Rheumaexperten beim ersten Tanzsalon im Haus Vier und Einzig in Innsbruck bestätigt.

Selbst meine bessere Hälfte hat sich jahrelang auf seine Knieschmerzen herausgeredet, um ja nicht tanzen zu müssen.

Mit dabei beim ersten Tanzsalon unter dem Motto „Rheuma bewegt“ war OA Dr. Wolfgang Halder, Initiator der Rheumaschule Tirol , Obmann des Sozial Medizinischen Vereins Tirol und Leiter der Rheumaambulanz und Rheumastation LKH Hochzirl- Natters. Auch der Rheumaspezialist Stephan Kroesen von der Rheumapraxis in Hall in Tirol tanzte fleißig mit und stand als Experte für Fragen der TeilnehmerInnen zur Verfügung. Beide bestätigten im Interview, dass Tanzen für die Gelenke, für Rheuma und für Arthrose gut sei. In den folgenden Videos seht ihr die Experteninterviews geführt von Daniela Haertel von Abbvie.

Interview Dr. Stephan Kroesen von der Rheumapraxis in Hall in Tirol

 

Interview Dr. Wolfgang Halder von der Rheumaschule Tirol

 

 

Wie mir der erste Rheuma Tanzsalon gefallen hat? Nun, erst einmal bin ich überrascht. Ich muss gestehen, dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass so viele Betroffene kommen und an einem Samstag nachmittag das Tanzbein schwingen würden. Natürlich war „Dancing Star“ Gerhard Egger als Coach, Experte für therapeutischen Tanz und „Animateur“ gut gewählt. Schon nach wenigen Minuten hatte der Tiroler Tanzprofi das Eis gebrochen und die Begeisterung für das Tanzen und der Freude an Bewegung geweckt.

Von Scheu oder Zierde auch der anwesenden männlichen Teilnehmer keine Rede. Bei den Frauen sowieso nicht. Ich selbst habe beim ersten Tanzsalon nicht mitgetanzt. Zum einen war ich damit beschäftigt für diesen Blogbeitrag zu recherchieren. Zum anderen bin ich ein bisschen mehr „Action“ gewohnt. Mit einem Wort: „Es war mir ein bisschen zu brav.“ Wenn ich da an so manche durchtanzte Nacht denke….na gut, dafür war der erste Rheuma Tanzsalon ja auch nicht gedacht.

Selber tanze ich am liebsten frei, lass mir aber gerne neue „Choreos“ zeigen. Der Nachwuchs hält mich da jung und bringt  als Teenager ständig die neuesten Moves zu aktuellen Hits nach Hause. Die Lust am Tanzen muss er von mir geerbt haben. Das steht schon mal fest. Meine Rhizarthrose behindert mich beim Tanzen Gott sei Dank nicht. Bei Betroffenen mit Arthrose Schmerzen in Hüfte, Knie oder Wirbelsäule schaut die Sache natürlich ein wenig anders aus. Mit künstlichen Gelenken steht dem Tanzen zwar und und für sich nichts im Wege, doch sind dabei gewisse Bewegungsabläufe zu beachten.

Ich habe mich mit Dancing Star Gerhard Egger über Rhizarthrose unterhalten. Lieber wäre ich mit ihm über das Tanzparkett geschwebt.

Doch egal ob Arthrose oder Rheuma. Man kann die Initiative der Österreichischen Rheumaliga und AbbVie nur begrüßen. Tanzen macht einfach Spass. Tanzen für die Gelenke ist zudem auch sinnvoll. Ich liebe es und ihr hoffentlich auch. Natürlich habe ich mich auch mit Dancing Star Gerhard Egger unterhalten und auf das Thema Rhizarthrose bei Frauen angesprochen. Was das mit dem Tanzen zu tun hat? Nun, es schmerzt ungemein, wenn etwa der Handschlag beim Begrüßen zu fest ausfällt oder eben beim Tanzen die Daumen und Finger vom Tanzpartner zu fest gedrückt werden.  Da ja insgesamt viel häufiger bzw. in erster Linie Frauen von Rhizarthrose, Heberden- und Bouchard Arthrose (das sind Arthrosen in den Finger- und Daumengelenken) betroffen sind, ist das durchaus eine berechtigte Frage.

Im Video seht ihr mein Interview mit Tanzprofi Gerhard Egger zum Thema Rhizarthrose. Der Tiroler Dancing Star hat einige Tipps, wie man auf das Handicap aufmerksam machen kann. Schreibt mir doch, wie es euch beim Tanzen ergeht. Fällt es euch schwer, eurem Tanzpartner mittzuteilen, dass man Schmerzen in den Finger- oder Daumengelenken hat und die Hände nicht zu fest gedrückt werden dürfen? Oder sagt ihr nichts, weil ihr das Tanzvergnügen nicht trüben wollt und nicht als die Prinzessin auf der Erbse erscheinen möchtet?

 

 

Über die Initiative Rheuma bewegt:

Allein in Tirol leiden fast 200.000 Menschen unter Rheuma, eine Volkskrankheit mit 400 verschieden Krankheitsbildern. Mit dem „RHEUMA BEWEGT – TANZSALON“ sollen neue Wege der Therapiebegleitung aufgezeigt und auf Tanzen als geeignete „Sportart“ und Freizeitgestaltung für Betroffene hingewiesen werden. Schon sanfte Bewegungen zur Musik, die man auch alleine oder im Sitzen ausüben kann,  machen fröhlich und fit. In den nachfolgenden Statements erklären Traude Schaffer, Präsidentin der Österreichischen Rheumaliga und selbst Betroffene sowie Daniela Haertel von AbbVie die Idee.

 „Die rhythmischen Bewegungen lassen Schmerzen vergessen, verbessern Beweglichkeit und Motorik und schaffen gute Laune. Tanzen stärkt zudem die eigene Körperwahrnehmung. Dies alles wirkt sich auf den Therapieerfolg bei rheumatischen Krankheiten positiv aus.“ Daniela Haertel

„In Bewegung bleiben ist für alle Menschen unerlässlich, um in Form und vital zu sein. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie entzündlichem Rheuma, ist sie eine wesentliche Säule der Therapie. Denn sie kann Beschwerden bei Rheuma lindern. Beim „Rheuma bewegt“-Tanzsalon stehen vor allem die Freude an der Musik und das Gemeinsame im Vordergrund. Deshalb sind neben Rheuma-Betroffenen jeden Alters auch deren Familien und Freunde eingeladen. Jeder, der Lust zu tanzen und auf ein paar unbeschwerte Stunden hat, ist herzlich willkommen.“ Traude Schaffer

Fotos: Fotolia, Videos: Egger

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2 Comments

  • Reply Otto Weinberger 24. September 2017 at 21:24

    Arthrose in sprunggelenk was soll ich machen. Ich tanze gerne aber wenn ich mehr als eine halbe Stunde tanze dann habe ich nächsten Tag Probleme mit dem sprunggelenk bitte um Hilfe
    Mfg Otto weinberger fliegerweg 35 1220 wien

    • Reply tirolturtle 25. September 2017 at 11:18

      Lieber Otto Weinberger, das finde ich schon mal schön, dass sich zum Blogbeitrag „Tanzen mit Rheuma“ ein Mann meldet und auch das Tanzen gerne mag.
      Das ist natürlich bedauernswert, dass das Sprunggelenk schon nach einer halben Stunde „Einsatz“ am nächsten Tag schmerzt. Vielleicht könntest du
      mal mit einem Physiotherapeuten und Orthopäden darüber sprechen oder hast es schon gemacht. Ich kann dich gerne in meiner Faceboogruppe Arthrose Forum Austria – Hilfe, Infos, Tipps (https://www.facebook.com/groups/arthroseforumaustria) einladen. Da gibt es vielleicht auch den einen oder anderen Tipp für dich! liebe Grüße Barbara Egger – http://www.tirolturtle.at

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