Menschen mit Arthrose

Hut ab! Gipfelglück mit künstlichem Kniegelenk

Skitourengehen ist die Leidenschaft von Karl Stern. Hundert Gipfel sind es in etwa pro Wintersaison, die der 77-jährige Tiroler mit seinen Skiern begeht. Im Sommer geht es mit E-Bike und Stöcken auf den Berg. Das künstliche Kniegelenk ist immer dabei.

„Ich hatte ständig Schmerzen. Das Knie war andauernd geschwollen. Ich habe nicht mehr gewusst, wie ich mich hinlegen oder mich umdrehen soll. Das Schlafen war eine einzige Qual“, berichtet Karl Stern von seinem Leidensweg. „Ich hatte mit Sport schon abgeschlossen. Ich konnte nicht mehr Skifahren, nicht mehr Skitouren gehen, nicht Rad fahren, nicht wandern“, erzählt mir der aus der Gemeinde Natters bei Innsbruck stammende Tiroler.

Ich habe Karl Stern 2013 kennen gelernt. Es war im Rahmen eines Skitages für Patienten mit künstlichen Kniegelenken. Die Innsbrucker Sportmediziner Christian Fink, Christian Hoser und Peter Gföller hatten dazu rund 40 Patienten aus ganz Österreich eingeladen. Durchschnittlich waren die Teilnehmer zwischen 50 und 70 Jahre alt und verfügten über eine Teil- oder Totalendoprothese in den Kniegelenken.

Bei diesem Skitag sollte es darum gehen, Menschen mit Knieprothesen maximale Sicherheit bei sportlichen Aktivitäten zu geben und sie dazu zu motivieren, nach dem Implantieren einer Teil- oder Vollendoprothese im Knie wieder aktiv und mit einem sicheren Gefühl Sport auszuüben. Mehr darüber auf meinem Blogbeitrag Arthrose + Prothese + Skitag = sicheres Skifahren.

Alles ist möglich mit Knieprothese. Auch Karl Stern liebt den Skisport und insbesondere das Skitourengehen über alles. Seinem Leidensweg gingen wie bei den meisten betroffenen Arthrose-Patienten, die ein künstliches Kniegelenk benötigen, jahrelange chronische Schmerzen voraus – im Fall von Karl Stern verbunden mit zwei Arthroskopien und ständigen Infiltrationen zur Schmerzlinderung. 2011 erhielt der heute 77-jährige eine Vollendoprothese im linken Knie. „Wandern, Skifahren und Radfahren. Alles ist seither wieder möglich“, erzählt mir Karl Stern beim damaligen Skitag. „Am schönsten für mich ist, dass ich wieder Skitouren gehen kann.“ Hundert Gipfel sind es in etwa pro Jahr, die der sportlich aktive Tiroler mit Skiern begeht.

Telefon-Interview im Oktober 2015. Zwei Jahre später im Oktober 2015 kontaktiere ich Karl Stern für ein kurzes Interview für meinen Arthrose-Blog und treffe ihn am Telefon gesund und munter an. In wenigen Tagen feiert Herr Karl seinen 77. Geburtstag und erzählt mir voller Stolz, welche neue sportliche Strategie er für den Sommer entwickelt hat. „Ich wandere natürlich auch im Sommer für mein Leben gern auf die Tiroler Berggipfel.“

Neue Stern´sche Strategie. Um den mühsamen Aufstieg ein wenig zu erleichtern, fahren Karl und sein Freund jetzt mit E-Bikes auf die Almen und von dort geht es zu Fuß mit Stöcken auf die Berggipfel weiter. Ich bitte Herrn Karl um einen Bike- und Wander-Tipp. Besonders gut gefallen habe ihm heuer im Sommer die Tour mit dem E-Bike auf die Hinterhornalm, weiter auf die Walder Alm und von dort zu Fuß auf das Walder Köpfl. Chapeau! Alle aktiven Mountain- und E-Biker da draußen werden mir zustimmen: Wer diese Strecke kennt weiß, das ist eine stolze Leistung!

Ich selbst kenne die Hinterhornalm von meiner früheren Mountainbike-Karriere. Die hatte leider mit Beginn meiner Arthrose ein Ende. Mit Rhiz-Arthrose in den Daumengelenken ist es sehr schmerzhaft die Lenkstange über einen längeren Zeitraum fest zu halten, vor allem verursacht dass nötige Bremsen bergabwärts so starke Schmerzen, dass man tagelang sich kaum Ankleiden oder ein Glas halten kann. Doch dazu in einem anderen Blogbeitrag mehr.

 

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