Arthrose: was weltweit führende Forscher sagen
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Arthrose: was weltweit führende Forscher sagen

Ein Blick über den Tellerrand nach Australien, wo Arthrose mit Osteoarthritis oder „wear and tear“ übersetzt wird.

Arthrose: Was weltweit führende Forscher sagen. Dazu lohnt es sich einen Blick über den Tellerrand zu werfen und nach Australien zu blicken. Seit längerem folge ich im Zuge meiner Recherchen Professor David Hunter von der Universität Sydney auf Facebook und Twitter. Er gilt als einer der weltweit führenden Arthroseexperten.

Kürzlich habe ich ein spannendes Interview im Health Report mit Prof. David Hunter geführt von Dr Norman Swan entdeckt. Die wichtigsten Passagen bzw. Zitate daraus habe ich versucht so gut wie möglich zu übersetzen. Für die Richtigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr. Auch dürfen die die im Interview getätigten Aussagen nicht zur eigenständigen Diagnose, Selbstmedikation oder Behandlung herangezogen werden. Wie immer gilt: Die hier auf meinem Blog geteilten Informationen ersetzen nicht das persönliche Arztgespräch oder die professionelle Behandlung anerkannter Mediziner/Therapeuten, etc.

Arthrose: was weltweit führende Forscher sagen

Auszug aus dem Interview mit Professor David Hunter mit dem Health Report

Unter diesem Link kannst du das Interview im O-Ton nachlesen oder das Audio downloaden und nachhören:

http://www.abc.net.au/radionational/programs/healthreport/everything-you-ever-wanted-to-know-about-osteoarthritis/8664218#transcript

 

Hier findest du einige ausgewählte Passagen/Zitate aus dem Interview deutsch übersetzt (ohne Gewähr der Richtigkeit der Angaben):

Einer von zehn Australiern leidet an Arthrose. Der „Health Report“ zeigt neueste Erkenntnisse, wie man Arthrose vorbeugen kann, wie unnötige Eingriffe vermieden werden können und wie man damit umgeht. Australiens führender Arthrose-Experte David Hunter, Professor für Rheumatologie an der Universität Sydney…

…Man ist früher davon ausgegangen, dass Arthrose eine degenerative Verschleißkrankheit ist. Im Englischen nennt man Arthrose auch „wear and tear. Heute weiß man aber, dass es ein dynamischer Prozess ist. Es ist nicht nur der Verschleiß. Es ist nicht nur das Alter. Jedes Gelenk hat die Kapazität sich zu reparieren. Doch wird häufig der reparative Prozess von destruktiven Prozessen, wie Verletzungen oder Überbelastung überlagert…

…Bei den Händen gibt es neben Überbelastung auch andere Risikofaktoren. Da spielen die Gene eine wichtige Rolle. Ca. die Hälfte, die Arthrose an den Händen entwickeln bezieht sich auf familiäre Veranlagung. Auch die berufliche Tätigkeit spielt eine Rolle. Es gibt aber auch bestimmte Fettmoleküle, die Arthrose in den Händen und Entzündungen in den Gelenken fördern….

… Es ist auch ein Mythos zu glauben, dass je stärker ein Gelenk bewegt wird, umso eher wird es von Arthrose betroffen sein. Eher ist wahrscheinlich das Gegenteil der Fall…

… Man sagt, dass die Rate an künstlichen Kniegelenken in Australien u.a. auch deshalb hoch ist, weil viele joggen. Das ist definitiv nicht wahr. Bewegung und Laufen minimieren das Arthroserisiko…

… Könnten wir das Risiko von Knieverletzungen komplett eliminieren, könnten wir die Anzahl der Betroffenen mit Kniearthrose um 20 % reduzieren…

… Das größte Risiko Arthrose zu bekommen ist Übergewicht und Fettleibigkeit….

… Für jeden der Arthrose hat, gelten diese drei wichtigsten Regeln: Bewegung (Schwimmen, Radfahren, Tai Chi, Rudern), Gewichtsmanagement und Selbstmanagement…

Mit Selbstmanagement meint Prof. David Hunter, dass Betroffene über Arthrose ausführlich Bescheid wissen, wie die Perspektive und Prognose ist, dass man nicht im Rollstuhl endet, dass man aktiv und beweglich bleibt.

Bezüglich Medikamente weist Prof. Hunter auf die durchaus effektiven „anti-inflammatory group of medications“, die aber auch ihre Risken bergen. Kortison-Infiltrationen können sinnvoll sein, würden aber die Symptome nur für einen bestimmten Zeitraum lindern. Etwa zwei bis vier Wochen. Im Vergleich dazu leiden Betroffene durchschnittlich zwischen 25 bis 27 Jahren an Arthrose.

Das künstliche Gelenk sollte nicht die erste Option sein, die Betroffene in Betracht ziehen. Bei anhaltenden Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Schmerzen in der Nacht und wenn Gewichtsabnahme, konservative Therapien, Übungen, etc. nicht helfen, dann sollte man mit dem Chirurgen ein Gespräch führen ob man ein geeigneter Kandidat sei. Prof. Hunter bemängelt, dass die Überweisungen zum Chirurgen fünf Mal höher seien als Überweisungen zum Physiotherapeuten. Auch würden die Strukturen des australischen Gesundheitssystems dazu führen, dass die Anreize für künstliche Gelenke höher sind als das zur Verfügung stellen geeigneter anderer Strategien.

I think osteoarthritis is completely preventable…

Prof. Hunter glaubt daran, dass Arthrose vermeidbar ist. Es werde Behandlungsformen geben zur Gelenkswiederherstellung und Schmerzreduktion. Auch werden Medikamente getestet. Die sogenannten „disease modifying osteoarthritis drugs“, werden die Regeneration von Knorpelgewerbe unterstützen und zur Schmerzlinderung beitragen.

Diese dürften aber erst in einigen Jahren in Australien erhältlich sein, in den USA früher. Das könnten dann Injektionen sein, die Betroffene jährlich ins Gelenk bekommen und die helfen, Knorpelgewerbe zu regenerieren.

Stammzellen sieht Prof. Hunter laut diesem Interview nicht als Lösung, Arthrose zu heilen. Was immer darüber zu hören sei oder publiziert werde. Die Kosten für eine Stammzellentherapie seien anderweitig besser angelegt. Etwa in effektivere Arthrosetherapien.

Zur Person:

David Hunter ist Professor of Rheumatology at the University of Sydney and Royal North Shore Hospital und Chairman des medizinischen Forschungszentrums IBJR – Institute of Bone and Joint Research. Prof. David Hunter gilt als weltweit führender Experte für Arthrose. Du kannst ihm folgen auf Twitter unter dem Account @ProfDavidHunter und auf Facebook unter https://www.facebook.com/sydibjr

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